Jahresteuerung klettert im März auf 2,4 Prozent

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(Foto: Pixabay)

Neuenburg – Die Inflation in der Schweiz hat im März weiter angezogen. Mit 2,4 Prozent hat sie den schon hohen Wert des Vormonats von 2,2 Prozent nochmals übertroffen. Obwohl die Inflation damit auf dem höchsten Stand seit Herbst 2008 liegt, steht die Schweiz im internationalen Vergleich aber weiterhin gut da.

Treiber der Teuerung sind weiterhin vor allem die Importgüter, die im März 5,5 Prozent teurer waren also vor Jahresfrist, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte. Wegen des Ukraine-Krieges sind bekanntlich zuletzt vor allem die Energie- und Rohstoffpreise zum Teil stark angestiegen.

So kosteten etwa Erdölprodukte im März im Durchschnitt über 32 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Bei Heizöl allein waren es 54,6 Prozent, bei Benzin und Diesel je gut 24 Prozent. Bei den Inlandgütern lag die Jahresteuerung im Durchschnitt hingegen lediglich bei 1,4 Prozent.

Gegenüber dem Vormonat zogen die Konsumentenpreise im März ebenfalls deutlich an. Der entsprechende Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg gegenüber Februar um 0,6 Prozent auf 103,0 Punkte.

International sehr gut
Die Inflation bildete sich bekanntlich mit Beginn der Pandemie bzw. wegen des damit verbundenen Konjunktureinbruchs im Frühling 2020 stark zurück und sank dann auch sehr deutlich in den negativen Bereich. Im Tiefpunkt lag die Jahresteuerung im Mai 2020 bei -1,3 Prozent.

Seit Frühling 2021 bewegt sie sich aber wieder im positiven Bereich und im Februar stieg sie erstmals seit Oktober 2008 wieder über den Wert von 2 Prozent. Vor allem die schnelle Konjunkturerholung nach der Pandemie und damit zusammenhängende Probleme mit den Lieferketten waren dafür verantwortlich, bis zuletzt der Ukraine-Krieg als zusätzlicher Preisbeschleuniger dazu kam.

Trotz des Anstiegs der letzten Monate liegt die Teuerung in der Schweiz im internationalen Vergleich weiterhin auf tiefem Niveau. So hatte etwa Deutschland für den März eine Teuerung von 7,3 Prozent und die Eurozone von 7,5 Prozent vermeldet. Bei Spanien, das stark von Gas abhängig ist, waren es gar fast 10 Prozent. Und auch in den USA lag die Teuerung zuletzt (Februar) mit hohen 7,9 Prozent auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren.

Starker Franken federt ab
Dass die Schweiz so gut da steht, hat vor allem mit dem starken Schweizer Franken zu tun, welcher die Importteuerung zu einem gewissen Grad abfedert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) als Hüterin der Preisstabilität zeigt sich denn auch nicht allzu beunruhigt, obwohl der Wert aktuell über ihrem oberen Zielwert von 2,0 Prozent liegt.

Die SNB hat zwar ihre Inflations-Prognosen letzte Woche im Rahmen der regelmässigen geldpolitischen Lagebeurteilung angehoben, aber rechnet weiterhin mit einem vorübergehendem Phänomen. Die Teuerung werde zwar länger auf einem unüblich hohen Niveau verharren, hiess es, soll dann im Verlauf von 2023 aber wieder unter 1 Prozent fallen.

Noch keine Warnungen
Auch Ökonomen sehen das zumeist so. Die hiesige Inflationsrate sehe im internationalen Vergleich fast schon niedlich aus, meinte etwa der Chefökonom der VP Bank. Der starke Schweizer Franken mildere den Preisanstieg von Rohstoffen und Vorprodukten erheblich ab. Der allgemeine Preisdruck bleibe moderat und übermässige Lohn-Preisspiralen seien auch nicht zu beobachten, heisst es bei Safra Sarasin.

Etwas warnender ist man bei der UBS. Die Inflation gewinne an Breite und sei nicht mehr nur auf den Ölbereich beschränkt. Das erhöhe das Risiko von Zweitrundeneffekten, meint man dort. Auf der anderen Seite seien auch die Konjunkturrisken gestiegen, was sich dann dämpfend auf Lohnforderungen auswirken sollte.

Auch für die Ökonomen von Raiffeisen Schweiz machen sich die starken Rohstoffpreissteigerungen stärker auch bei anderen Konsumentenpreiskategorien als nur Energieträgern bemerkbar, wie bspw. bei den Nahrungsmittelpreisen. Der starke Franken oder die vergleichsweise geringere Abhängigkeit von Gas sollten die Inflation hierzulande aber im Zaum halten. (awp/mc/ps)

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