Krebsgang von Charles Vögele dauert an

Charles Vögele
(Foto: Charles Vögele)

Umbau und Neugestaltung der Filialen kommt voran. (Foto: CV)

Pfäffikon – Charles Vögele hat kein leichtes Jahr hinter sich: Zuerst der Frankenschock, dann ein historisch warmer Herbst und Winter. Dies hat gehörig auf das Ergebnis des Bekleidungskonzerns gedrückt. Dennoch will das Unternehmen an der eingeschlagenen Strategie festhalten.

«Die Massnahmen sind richtig. Wir müssen einfach noch mehr Gas geben», sagte denn auch CEO Markus Voegeli am Dienstag vor den Medien. Unter dem neuen Transformationsprogramm CVision sollen Prozesse weiter optimiert und es soll an den Produkten gefeilt werden. Auch ein Stellenabbau ist kein Tabu mehr. Dennoch sei man sich im Klaren, dass die Umsätze nicht über Nacht zurückkommen würden.

Unterstützung bekommt Charles Vögele dabei laut VRP Max Katz sowohl von den kreditgebenden Banken als auch vom Ankeraktionär Elarof Trust. Hier herrsche eine gute Kommunikation. Der Kredit über maximal 245 Mio CHF sei bis Mitte 2018 zu marktüblichen Bedingungen verlängert worden. «Von einem Endspiel bei Charles Vögele kann also keine Rede sein», so Katz.

Umsatz sinkt weiter – Fast 62 Mio Franken Verlust
Der Umsatz sank – wie bereits im November angedeutet – um 11% auf 802,6 Mio CHF. Der EBITDA fiel derweil auf -9,1 Mio nach +40,9 Mio im Vorjahr und der EBIT auf -51,3 Mio nach +1,6 Mio. Unter dem Strich schrieb das Bekleidungsunternehmen einen deutlich höheren Verlust von 61,8 Mio nach 10,8 Mio im Jahr 2014. Der Free Cash Flow lief mit -63,4 Mio nach +13,4 Mio im Vorjahr ebenfalls in den negativen Bereich. Die Nettoverschuldung stieg erheblich auf 141 Mio nach zuvor 77 Mio an.

Während die Entwicklung in der Schweiz aufgrund des zunehmenden Preisdrucks und des Einkaufstourismus mit einem Minus beim Bruttoumsatz von knapp 8% schwächelte, zeigten sich die übrigen Regionen – zumindest in Lokalwährungen – relativ stabil.

In Deutschland etwa ging der Umsatz in Franken zwar um 12% zurück, währungs- und flächenbereinigt (lfl) lag das Minus allerdings nur bei 0,5%. In der Region CEE (Österreich, Slowenien und Ungarn) sank der bereinigte Umsatz ebenfalls um 0,5%. Ungarn verbuchte hier sogar ein Plus von knapp 13%, allerdings konnten damit die Rückgänge in Österreich und Slowenien nicht ganz kompensiert werden. Die Region Benelux wies einen Rückgang um 1,5% aus.

Anspruchsvolles Umfeld bleibt
Auch 2016 werde ein anspruchsvolles Jahr für die ganze Textilbranche, hiess es weiter. Das tiefere Umsatzniveau und die laufende Textilmarktbereinigung würden Strukturkostenanpassungen erzwingen. Aus diesem Grund sei das verschärfte Transformationsprogramm «CVision» ins Leben gerufen worden. Damit sei man gut aufgestellt, um sich den Herausforderungen im aktuellen Jahr zu stellen.

Derweil ist der Umbau und die Neugestaltung von rund 300 der insgesamt 761 Filialen abgeschlossen. Hier will das Unternehmen nun aber etwas an Fahrt rausnehmen. «Auch mit relativ geringen Kosten kann vieles unserer Format-Strategie auf die bestehenden Flächen gebracht werden», so Voegeli. Entsprechend würden die Investitionen 2016 tiefer ausfallen als im Vorjahr.

Die Frühjahrskollektion sei von den Kunden gut angenommen worden, was für das laufende Jahr zuversichtlich stimme. Entsprechend rechnet das Unternehmen für 2016 mit einem positiven Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA, für 2018 wird dann auch wieder ein positiver EBIT in Aussicht gestellt.

An der Generalversammlung sollen die Aktionäre zudem Christophe Spadones als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat wählen. Spadones Familie ist die wirtschaftlich Berechtigte des Elarof Trusts, der durch Aspen Trust treuhänderisch verwaltet wird. Man freue sich auf die Verstärkung, so VRP Katz. Der Aspen Trust hält derzeit gut 15% an Vögele.

Aktie unter Druck
Am Markt wurden die Jahresergebnisse nicht gut aufgenommen. Analysten sehen die Aktie weiter als hochspekulative Anlage und der Turnaround dürfte noch Zeit brauchen. Bis Börsenschluss rutschten die Titel bei hohen Volumen um 7,2% ab. (awp/mc/pg)

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