Kühne+Nagel mit mehr Umsatz und deutlich höherem Gewinn

Karl Gernandt

Karl Gernandt, VRP Kühne+Nagel. (Bild: Kühne+Nagel)

Schindellegi – Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel (K+N) hat zum Jahresauftakt dank Sonderfaktoren einen deutlichen Gewinnsprung realisiert. Gewachsen ist das Unternehmen vor allem dank des Handels in Asien, Nordamerika, Südasien und Osteuropa. Zufrieden ist man mit den Geschäftsbereichen Luftfracht und Kontraktlogistik, während die Seefracht und die Landverkehre noch Probleme bereiteten.

K+N steigerte im ersten Quartal 2013 den Umsatzerlös um 5,4% auf 5,09 Mrd CHF und den aussagekräftigeren Bruttogewinn um 2,3% auf 1,54 Mrd. Derweil sprangen der operative Gewinn auf Stufe EBITDA um 43% auf 219 Mio und der EBIT um 69% auf 169 Mio. Der Gewinn der Aktionäre wurde auf 132 Mio verdoppelt, teilte die Gesellschaft am Montag mit.

Der massive Gewinnanstieg gründet in erster Linie auf einer Kartellbusse der Europäischen Union (EU) über umgerechnet 65 Mio CHF, welche die Vorjahreswerte um den entsprechenden Betrag minderte. Die Busse ausgerechnet hätten EBITDA, EBIT und Reingewinn etwa auf oder knapp über dem Vorjahreswert gelegen. Mit den gezeigten Zahlen hat K+N die Analystenerwartungen nur knapp erfüllt.

Erfolge in Luftfracht und Kontraktlogistik
Das Unternehmen hat sich den Angaben zufolge im Berichtsquartal in einem abgeschwächten Markt auf die Verbesserung der internen Effizienz und Wirtschaftlichkeit konzentriert. Deutliche Erfolge hätten diesbezüglich die Geschäftsbereiche Luftfracht und Kontraktlogistik ausgewiesen.

So sei es in der Luftfracht gelungen, die Tonnage entgegen dem Markttrend (-2%) um rund 5% zu erhöhen. Verantwortlich dafür seien eine gute Auftragslage im asiatischen Exportgeschäft sowie moderate Zuwächse der von Europa ausgehenden Mengen. Kostenmanagement und Produktivitätssteigerungen erhöhten das Betriebsergebnis um 9,3% auf 59 Mio.

Eine «deutlich positive» Wirkung hätten die Restrukturierungsmassnahmen in der Kontraktlogistik gezeigt: Der Nettoumsatz erhöhte sich währungsbereinigt um 2,5% auf 1,11 Mrd und das Betriebsergebnis um 27% auf 42 Mio CHF. «Wir sind auf dem richtigen Weg hier», stellte Finanzchef Gerard van Kesteren im Gespräch mit AWP fest.

In der Seefracht nahmen die Containervolumen in einem stagnierenden Markt um 2,3% zu. Im Verkehr von Europa nach Asien mussten jedoch Volumeneinbussen hingenommen werden. Auf vielen anderen Routen seien jedoch Zuwächse zwischen 5 und 10% erzielt worden. Dank Kostensenkungen stieg der EBITDA um 1,1% auf 96 Mio CHF.

Die Landverkehre (Bahn und Strasse) hätten unter der angespannten Wirtschaftslage in Europa sowie unter den ungünstigen Witterungsverhältnisse gelitten; die Volumenentwicklung war negativ. Das Betriebsergebnis sackte auf noch 2 Mio CHF ab nach 14 Mio im Vorjahr. Die EBITDA-Marge sei mit 0,3% «nicht befriedigend».

Weiter Fokus auf Kosten
Er sei «recht zufrieden» mit dem Ergebnis, lässt sich dennoch VR-Präsident Karl Gernandt in der Mitteilung zitieren. Die eingeleiteten Massnahmen zur Steigerung von Effizienz und Rentabilität würden zu greifen beginnen. K+N lege unverändert den Fokus auf das Margen- und Kostenmanagement; er sei zuversichtlich, dass damit weitere Verbesserungen erzielt werden. Wachstumschancen würden sich vor allem in Regionen ausserhalb Westeuropas ergeben, heisst es weiter.

Die Wachstumsziele für das laufende Jahr bleiben derweil unangetastet. «Obwohl wir bei der Seefracht auf der unteren und in der Luftfracht auf der oberen Seite unserer Prognose lagen, lassen wir beide unverändert», erklärte Finanzchef van Kesteren gegenüber AWP. Seit dem letzten Update seien erst sechs Wochen ins Land gegangen, begründete er den Entscheid.

Demnach dürfte die Seefrachtsparte von K+N im laufenden Jahr um 4-6 wachsen. Die Schätzungen für das globale Marktwachstum in der Seefracht hat K+N auf 2-3% belassen. In der Luftfracht geht Kühne+Nagel in diesem Jahr unverändert von einem eigenen Wachstum in Höhe von 1-3% aus. Die globale Luftfracht dürfte derweil um maximal 2% expandieren. (awp/mc/upd/ps)

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