Kühne+Nagel steigert Gewinn und Marktanteile weiter

Detlef Trefzger
Detlef Trefzger, CEO Kühne+Nagel. (Foto: K+N)

Detlef Trefzger, CEO Kühne+Nagel. (Foto: K+N)

Schindellegi – Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel (K+N) hat in den ersten neun Monaten 2014 das Ergebnis trotz nur begrenztem Volumenwachstum verbessert. Während im Kerngeschäft erneut Marktanteile gewonnen wurden, hat sich die lange kriselnde Sparte Landverkehr nun endlich in der Gewinnzone festgesetzt.

In der Summe ist von Januar bis September der Nettoumsatz um 1,0% auf 13,00 Mrd CHF gestiegen, während der aussagekräftigere Bruttogewinn um 0,3% auf 4,70 Mrd anzog. Wie das Unternehmen am Montag mitteilt, stiegen derweil der operative Gewinn auf Stufe EBITDA um 4,6% auf 743 Mio und der EBIT um 8,2% auf 607 Mio CHF. Der Reingewinn nahm um 8,6% auf 480 Mio zu.

Im dritten Quartal alleine stieg der Bruttogewinn um 1,2% auf 1,58 Mrd CHF, der EBITDA um 4,9% auf 256 Mio und der EBIT um 8,2% auf 211 Mio. Mit den ausgewiesenen Zahlen wurden die Erwartungen der Analysten erfüllt.

Steigende Profitabilität in der Seefracht erwartet
Mit einer Erhöhung des Frachtvolumens um 8% sei K+N in der Seefracht doppelt so schnell wie der Markt gewachsen, heisst es weiter. Während sich das Geschäft in Südamerika nur schleppend entwickelt habe, hätten die Transportmengen in die USA einen starken Anstieg erfahren. Marktanteile habe man vor allem im europäischen und nordamerikanischen Importgeschäft gewonnen. Der EBIT im Verhältnis zum Bruttogewinn blieb mit 30,2% über der Zielmarke von 30%.

Ein negativer Währungseinfluss liess den EBIT der Sparte um 1,6% auf 300 Mio CHF schrumpfen, bereinigt wäre das Betriebsergebnis aber um 2,4% gestiegen. Die Frachtbranche sah sich in den vergangenen Jahren zudem mit einer sehr starken Frachtratenvolatilität konfrontiert; die unbeständige Situation belastete den Bruttogewinn pro befördertem Container (TEU) stark. Im dritten Quartal 2014 scheint der Trend aber wieder gedreht zu haben; die entsprechende Kennzahl stieg zum Vorquartal um 23 USD auf 350 USD.

„Ich glaube, wir haben den Dreh jetzt raus“, erklärte Finanzchef Markus Blanka-Graff am Montag im Gespräch mit AWP. Kühne+Nagel habe sich zuletzt „sehr angestrengt“, mit der Volatilität umzugehen, sagte er. Die anvisierten und lange Jahre üblichen 400 USD Bruttogewinn pro TEU sollten sich in den nächsten zwei bis drei Quartalen wieder einstellen, zeigte sich der CFO überzeugt.

Neuer Chef für Kontraktlogistik
In der Luftfracht steigerte K+N das Volumen um 5%, während der Gesamtmarkt um 3-4% zugelegt habe. In der Folge erhöhte sich der EBIT um 5,9% auf 182 Mio CHF, währungsbereinigt hätte das Plus bei fast 11% gelegen. Der EBIT im Verhältnis zum Bruttogewinn steig um deutliche 2,4 Prozentpunkte auf 27,5%.

Die lange Jahre defizitären Landverkehre schrieben von Januar bis September einen Betriebsgewinn von 18 Mio CHF, nach einem Fehlbetrag von 9 Mio im Vorjahr. K+N schreibt dies der „konsequenten Umsetzung der Road 2 Profit-Strategie“ zu. In der Kontraktlogistik stieg der Umsatz um 3,3% und der EBIT um 8,1% auf 107 Mio CHF.

Wie K+N weiter mitteilt, wird Gianfranco Sgro ab 1. Februar 2015 der Geschäftseinheit Kontraktlogistik vorstehen und zum gleichen Zeitpunkt in die Geschäftsleitung berufen. Bis zum Eintritt von Sgro, der heute bei einem „namhaften“ Automobilzulieferer arbeite, werde weiterhin CEO Detlef Trefzger die Kontraktlogistik leiten, heisst es weiter.

Ausblick bekräftigt
Kühne+Nagel bestätigt zudem seine Wachstumsziele für das laufende Jahr. Gemessen an den beförderten Volumen, rechnet K+N in der Luftfracht mit einem Marktwachstum von 2 bis 4% und in der Seefracht mit einem von 4 bis 5%. K+N strebt in beiden Geschäftsbereichen weiterhin das Anderthalbfache des Marktwachtsums an.

Konzernchef Detlef Trefzger betonte in der Mitteilung, dass die organische Wachstumsstrategie unverändert auf international tätige Kundengruppen und den Gewinn von Marktanteilen abziele. (awp/mc/ps)

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