Kühne+Nagel verliert im vierten Quartal an Schwung

Kühne+Nagel
(Foto: Kühne+Nagel)

Schindellegi – Kühne+Nagel blickt grundsätzlich auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurück. Der Logistikdienstleister verlor allerdings im vierten Quartal an Schwung. Eine unerwartete Abschwächung im Dezember erwischte die Firma – und die Anleger – auf dem falschen Fuss.

Konkret stieg der Nettoumsatz im Berichtsjahr um 11,7 Prozent auf 20,8 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Nach den ersten neun Monaten hatte allerdings noch ein Plus von 13,6 Prozent resultiert.

Mehr Aussagekraft hat der um die volatilen Frachttarife bereinigte Rohertrag. Dieser legte um 9,8 Prozent auf 7,71 Milliarden Franken zu. Doch auch hier zeigte sich, dass die Dynamik im vierten Quartal abgenommen hat. Denn von Januar bis September wurde noch ein Plus von 11,7 Prozent ausgewiesen. Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg 2018 derweil um 4,5 Prozent auf 770 Millionen Franken.

Tieferes Marktwachstum
„Ende 2018 waren die Volumen in der See-, besonders aber auch in der Luftfracht spürbar tiefer“, sagte Finanzchef Markus Blanka-Graff im Gespräch mit AWP. Und Kühne+Nagel habe es nicht geschafft, die Kosten im Gleichschritt herunterzufahren. Das Management der Innerschweizer geht auch für 2019 von einem sich weiter abschwächenden Marktwachstum aus, wie CEO Detlef Trefzger an der Bilanzmedienkonferenz in Schindellegi sagte. Dies gilt sowohl für den weltweiten Handel zu hoher See, als auch im Luftfrachtgeschäft.

Immerhin rechnet man beim Logistiker weiter damit, doppelt so schnell zu wachsen wie der Gesamtmarkt. Doch scheinen diese eingetrübten Zukunftsaussichten den Investoren zumindest kurzfristig trotzdem Kopfzerbrechen zu bereiten. Am Mittwoch verlor die Kühne-Aktie 7,2 Prozent.

Nichtsdestotrotz gab sich das Management des Unternehmens an der Bilanzmedienkonferenz klar optimistisch. Wie der Finanzchef ausführte, hält Kühne+Nagel am Ziel einer Konversionsmarge von 16 Prozent bis 2022 fest. Zum Vergleich: 2018 lag der Wert bei 12,8 Prozent. Die für die Branche wichtige Kennzahl beschreibt das Verhältnis des Betriebsgewinns EBIT zum Rohertrag. In den letzten drei Jahren musste Kühne+Nagel hier jeweils einen leichten Rückgang hinnehmen. Bis 2022 soll es dank der Einführung teilautomatisierter Spedititionsleistungen (eTouch) wieder aufwärts gehen.

Der Generalversammlung schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer höheren Dividende von 6,00 Franken je Aktie vor, im Vorjahr kamen 5,75 Franken zur Auszahlung. Die Dividendenrendite nimmt somit auf 4,6 Prozent von bisher 3,2 Prozent zu, wie Finanzchef Blanka-Graff ausführte.

Debatte um Akquisitionen
Die Debatte drehte sich aber nicht nur um den Zahlenkranz von Kühne+Nagel. In der Logistikbranche brodelt seit dem Angebot der dänischen DSV für den Mitbewerber Panalpina die Übernahme-Gerüchteküche. Kühne-Firmenpatron Klaus-Michael Kühne hatte einem Bieterkampf um den Basler Konkurrenten im Januar jedoch eine Absage erteilt und beendete somit vorgängige Spekulationen.

Diese waren entstanden, da Konzernchef Trefzger im November gesagt hatte, man sei auf der Suche nach „transformativen Elementen“. Und auch am Mittwoch betonte der CEO erneut, dass sein Unternehmen nicht nur organisch, sondern auch durch Zukäufe wachsen möchte.

Allerdings, so merkte er in Bezug auf die aktuelle Situation bei den Baslern an, wolle man „keine feindliche Übernahmen beginnen“.  (awp/mc/pg)

Kühne + Nagel

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