Kuoni verzeichnet Umsatz- und Gewinnsprung

Peter Rothwell

Kuoni-CEO Peter Rothwell. (Foto: Kuoni)

Zürich – Der Reisekonzern Kuoni hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 insbesondere dank der Übernahme von GTA einen deutlichen Umsatz- und Ergebnissprung verzeichnet. Davon sollen auch die Aktionäre mit einer höheren Dividende profitieren. Für das laufende Jahr gibt sich Kuoni zuversichtlich und setzt sich zudem mittelfristige Ziele. Der Umsatz kletterte um 28% auf 5,11 Mrd CHF. Der Underlying EBIT stieg um 33% auf 168,9 Mio, der den Aktionären zurechenbare Reingewinn kletterte um fast 50% auf 31,8 Mio, wie der Reisekonzern mitteilte.

Es werde eine Dividende von 3,00 CHF pro Namenaktie B beantragt, nachdem die Ausschüttung im Vorjahr 2,50 CHF pro Anteil betragen hatte.

Erwartungen der Analysten übertroffen
Mit den Ergebnissen hat Kuoni die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) durchwegs übertroffen. Diese hatten mit einem Umsatz von 5’059 Mio CHF, einem Underlying EBIT von 165,1 Mio und einem Reingewinn nach Minderheiten von 27,3 Mio gerechnet.

Neue Struktur sorgt für Ergebnisschub
Die positive Entwicklung sei der neuen globalen Ausrichtung der Gruppe und der Stärkung der Aktivitäten in den Wachstumsmärkten Asiens zu verdanken, heisst es weiter. Die Division Destinations und die Akquisition von GTA hätten dazu wesentlich beigetragen. So sorgte insbesondere GTA für den erstmaligen Sprung des Bruttogewinns über die Schwelle von 1 Mrd CHF. Die Marge ging allerdings auf 20,1% von zuvor 21,9% zurück. Das Eigenkapital der Gruppe stieg per Ende 2011 auf 775 Mio von 562 Mio.

Auch die Expansion des Visa-Geschäfts VFS und das Ferienreisegeschäft in Asien seien mit für die positive Ergebnissteigerung verantwortlich. 2011 erfolgte die Berichterstattung noch nach der alten Konzernstruktur. Seit Oktober ist das Unternehmen aber neu in drei Divisionen gegliedert: Outbound Europe, Global Travel Services und Emerging Markets & Specialists.

Arabischer Frühling und europäische Schuldenkrise belasten
Belastend für das Reiseveranstaltergeschäft in Europa wirkten sich hingegen die Unruhen in Nordafrika und die europäische Schuldenkrise aus. Zudem habe der starke Franken die Ergebnisse negativ beeinflusst. So wurde der Umsatz um 329 Mio CHF belastet, der EBIT um rund 10 Mio.

Positiver Ausblick
Für das laufende Jahr gibt sich Kuoni positiv. «Der aktuelle Geschäftsverlauf der ersten Wochen des laufenden Jahres stimmt uns zuversichtlich für 2012», wird CEO Peter Rothwell in der Mitteilung zitiert. Kuoni dürfte besonders vom erwarteten Wachstum in Asien profitieren. Das anhaltende Wirtschaftswachstum führe zur weiteren Erhöhung des verfügbaren Einkommens – besonders in den asiatischen Märkten. Das wirke sich positiv aus. Die Folgen der europäischen Schuldenkrise auf die Konsumentenstimmung für das europäische Reiseveranstaltergeschäft seien hingegen noch nicht abzuschätzen.

Zudem gab der Konzern mittelfristige Ziele bekannt. Bis 2014 solle eine Kapitalrendite erzielt werden, die höher ist als die durchschnittlichen Kapitalkosten von derzeit 8,5%. Die durchschnittliche organische Wachstumsrate soll über dem BIP-Wachstum der wichtigen Märkte liegen.

Zwei neue VR-Mitglieder vorgeschlagen
Kuoni hat ausserdem zwei neue Mitglieder für den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Anlässlich der Generalversammlung vom 17. April sollen Jae Hyun (Jay) Lee und Adrianus (Adriaan) Nühn neu in das Germium gewählt werden. Wolfgang Beeser seinerseits wird an der GV nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Der Verwaltungsrat werde somit mit den neuen globalen Fokus und der Expansion der Geschäftsaktivitäten in den Wachstumsmärkten Asiens auf acht von zuvor sieben Mitglieder erweitert. (awp/mc/pg)

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