LafargeHolcim mit erneutem Umsatzrückgang

Eric Olsen
Eric Olsen, ehemaliger LafargeHolcim-CEO. (Foto: LafargeHolcim Foundation for Sustainable Construction)

LafargeHolcim-CEO Eric Olsen. (Foto: LafargeHolcim)

Jona – Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat im vierten Quartal 2015 erneut einen Umsatzrückgang verbucht und aufgrund von Wertberichtigungen und Einmalkosten einen hohen Verlust ausgewiesen. Die selbstgesetzten Fusionsziele wurden teilweise übererfüllt und das Management erwartet auch im laufenden Jahr das Erreichen weiterer wichtige Meilensteine. Die Aktie ist inzwischen mit dem Markt ins Minus gedreht.

Der Umsatz im Zeitraum September bis Dezember sank auf 7,44 Mrd CHF, das sind 5,9% weniger als die pro forma Vergleichszahlen der Vorjahresperiode. Auf vergleichbarer Basis (like for like) wurde hingegen ein leichtes Plus von 1,7% ausgewiesen. Die Verkaufsvolumen waren allesamt positiv. Der konsolidierte Zement- und Klinkerabsatz stieg um 4,8% auf 66,5 Mio Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen nahmen um 2,9% auf 75,8 Mio Tonnen und die Transportbetonvolumen um 0,8% auf 14,3 Mio Kubikmeter zu.

Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA sank gegenüber den Vergleichszahlen um rund 15% (vergl. -8,4%) auf 1,40 Mrd CHF und die entsprechende Marge auf 18,8% von 20,8% im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust im Quartal beträgt 2,86 Mrd CHF und schliesst Wertminderungen und andere Kosten von 3,0 Mrd CHF mit ein. Im vierten Quartal beliefen sich die Merger- und Restrukturierungskosten sowie die anderen Einmaleffekte auf 407 Mio CHF. Dabei entfielen insgesamt 182 Mio auf die Umsetzung von Synergiemassnahmen einschliesslich Restrukturierungsaktivitäten.

Management sieht Jahresziele erreicht
«Nach acht Monaten ist die Integration in weiten Teilen vollzogen und wir können uns auf die Optimierungen und Erschliessung der Synergien konzentrieren», sagte CEO Eric Olson. Die geplanten Devestitionen mit einem Wert von insgesamt 3,5 Mrd CHF seien inzwischen zu mehr als einem Drittel gesichert.

Hier meldet der Konzern den Abschluss von drei Transaktionen. So wird das Geschäft in Südkorea an ein Konsortium aus den Private-Equity-Fonds Glenwood und Baring Asia verkauft. Dabei wird Lafarge Halla Cement mit 560 Mrd KWR (rund 465 Mio CHF) bewertet. In Saudi Arabien wird die 25%-Beteiligung an der Al Safwa Cement Company an die El-Khayyat Group für einen Gesamterlös von 131 Mio CHF verkauft.

In Marokko schliesslich baut LafargeHolcim das Joint Venture mit seinem Partner SNI aus. Dabei ist der Zusammenschluss von Lafarge Ciments Maroc und Holcim Maroc zu LafargeHolcim Maroc geplant. Nach Abschluss dieser Fusion werden LafargeHolcim und SNI eine Beteiligung von 64,7% am neuen Marktführer für Baustoffe in Marokko halten, wie es weiter heisst.

Nettoverschuldung gesenkt
Bei der Nettoverschuldung hat das Unternehmen mit 17,3 Mrd CHF die Zielmarke einer Senkung auf 17,5 Mrd per Ende Jahr übererfüllt, wie das Unternehmen schreibt. Bis Ende 2016 soll die Verschuldung nun auf 13 Mrd sinken, wobei die Effekte des Veräusserungsprogramms enthalten sind.

Positiver Nachfragetrend
Der Konzern erwartet, sich 2016 seinen Zielen weiter nähern zu können. Die Nachfrage dürfte um 2 bis 4% zunehmen, so die Prognose. CEO Olsen rechnet nicht damit, dass der Konzern den Markt übertreffen kann. Der konjunkturelle Gegenwind in einigen aufstrebenden Märkten werde dabei anhalten. Insgesamt sei ein positiver Nachfragetrend zu beobachten, sagte Olsen weiter. Es gebe jedoch auch Märkte mit herausfordernden Bedingungen, wie etwa Brasilien, China oder auch Frankreich. Hier will das Unternehmen die Kosten senken und auch mit Werkschliessungen und Entlassungen reagieren. Bei den Kosten und Preisen sieht Olsen weitere Opportunitäten, die über die Vorteile der Fusion hinausgehen.

«Wir werden an den strategischen Zielen festhalten und uns auf die Steigerung des Free Cash Flow und operativen EBITDA konzentrieren», sagte CEO Eric Olson. Für das laufende Jahr erwarten wir zusätzliche EBITDA-Synergien von deutlich über 450 Mio CHF, heisst es weiter. Die Mittelfristziele wurden bekräftigt. LafargeHolcim will innerhalb von drei Jahren mindestens 10 Mrd CHF freien Cash Flow generieren. Als Eckpunkte werden dabei Synergien, Kostenführerschaft und schlanke Kapitalausgaben als Richtschnur genannt.

Die Analysten sehen die verhaltenen Erwartungen im Grossen und Ganzen erfüllt. Nur von den hohen Wertberichtigungen zeigen sich einige Experten überrascht. Die LafargeHolcim-Aktien reagierten mit einem klaren Anstieg von 1,9% auf die Zahlenpublikation. (awp/mc/upd/pg)

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