Lage der MEM-Industrie 2017 so gut wie lange nicht mehr

MEM-Industrie
(Foto: Swissmem)

Zürich – Die Lage der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) hat sich im vergangenen Jahr 2017 so gut wie schon lange nicht mehr präsentiert. Die Unternehmen verzeichneten steigende Umsätze und auch die Auftragseinägne legten zu. Einzig die Ertragslage sei für viele Betriebe noch unbefriedigend, teilt der Industrieverband Swissmem am Donnerstag mit. Insgesamt deute aber vieles auf eine positive Geschäftsentwicklung 2018 hin. Entsprechend rechnen auch 53% der Unternehmer mit steigenden Aufträgen für 2018.

Die MEM-Betriebe verzeichneten laut Swissmem bei den Auftragseingängen 2017 ein Plus von 7,5%. Bei den Umsätzen lag der Zuwachs gar bei 9,4%. Im vierten Quartal kletterten die Auftragseingänge gar um gut 29% – was aber einem kräftigen Basiseffekt geschuldet sei, da die Vorjahresperiode sehr schwach ausgefallen sei. Dennoch wurde im vierten Quartal bei den Aufträgen der höchste Indexstand seit 2008 erreicht.

Auslastung und Mitarbeiterzahl hoch – Ertragslage unbefriedigend
Die hohen Auftragseingänge wirkten sich auch auf die Kapazitätsauslastung aus – im Januar 2018 lag sie mit 90,6% deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 86,4%. Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg an. Im Jahr 2017 wurden mit insgesamt 322’100 Personen 4’500 mehr beschäftigt als im Vorjahr. Gemäss dem Branchenverband wurden in den zwei Vorjahren noch 12’600 Stellen gestrichen.

Grund für Euphorie sieht Swissmem aber nicht. Gemäss Umfrage vom Januar ist die Ertragslage bei 44% (Vorjahr: 51%) der MEM-Firmen nach wie vor ungenügend. Davon befanden sich 15% der Firmen auf Stufe Betriebsgewinn (EBIT) in der Verlustzone.

Die Umfrageergebnisse zeigten, dass ein paar Monate Aufschwung nicht ausreichten, um die teils massiven Margen- und Substanzverlust der vergangenen Jahre auszugleichen, heisst es weiter. Die MEM-Industrie brauche nun eine längere Wachstumsphase mit deutlich besseren Margen, um in die Zukunft zu investieren.

Exporte steigen
Swissmem betonte die Bedeutung des EU-Marktes für die Exporte. Trotz geografischer Diversifizierung und starken Frankens ist der Exportanteil in die EU seit 2015 von 57,7 auf 59,6% angestiegen. Die Ausfuhren in die USA (plus 7,4%) legten 2017 zwar stärker zu als in die EU (plus 5,9%). Aber absolut exportierte die Branche das Vierfache der US-Ausführen in die EU.

Um die Beziehungen zur EU auf eine neue, langfristige Basis zu stellen, befürwortet Swissmem deshalb ein Rahmenabkommen mit der EU. «Aus demselben Grund wird Swissmem die «Kündigungsinitiative» der SVP vehement bekämpfen», heisst es. Diese stelle den heute nahezu diskriminierungsfreien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt unnötig in Frage. (awp/mc/ps)

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