Leclanché steigert Umsatz in der ersten Jahreshälfte um 52 Prozent

Leclanché steigert Umsatz in der ersten Jahreshälfte um 52 Prozent
Leclanché-CEO Anil Srivastava.

Yverdon-les-Bains – Der Westschweizer Batterie-Hersteller Leclanché ist in der ersten Jahreshälfte 2020 kräftig gewachsen. Der Umsatz legte um über die Hälfte auf 10,7 Millionen Franken zu. Allerdings steckt das Unternehmen noch immer tief in der Verlustzone. Nun will das Unternehmen mindestens 10 Prozent seiner Betriebskosten einsparen.

Der Löwenanteil der Umsätze stammt mit 6,6 Millionen Franken von der Geschäftseinheit e-Transport. Diese befinde sich auf einem exponentiellen Wachstumskurs, teilte Leclanché am Dienstag mit. In der Geschäftseinheit Stationär dagegen sorgte die Verschiebung von zwei Projekten für einen Umsatz von nur 1,2 Millionen Franken. Mit Spezialbatterien setzte Leclanché 2,1 Millionen Franken um.

Leclanché rechnet mit Umsatzverschiebungen, da die Hochlaufphase der Produktion länger als erwartet dauert. Dennoch soll auch im Gesamtjahr ein klares Wachstum resultieren: Die Einnahmen 2020 sollen deutlich über 2019 liegen, schrieb das Unternehmen.

Betriebsverlust von 30,3 Millionen
Das Unternehmen steckt weiterhin in der Verlustzone: Der Betriebsverlust für das erste Halbjahr verringerte sich um 3,4 Prozent auf 30,3 Millionen Franken. Der Verlust sei teilweise auf Verzögerungen beim Hochfahren der Zellproduktionskapazität in Deutschland zurückzuführen, hiess es.

Unter dem Strich weitete Leclanché den Verlust um rund 11 Prozent auf 37,4 Millionen Franken aus. Dieser sei durch 7 Millionen Franken an Finanzaufwendungen beeinflusst. Alleine 3 Millionen Franken bezahlte das Unternehmen aufgrund seiner hohen Verschuldung an Zinsen. Dieser Situation sei jedoch seither durch die Umwandlung von Schulden in Höhe von 61,6 Millionen Franken in Eigenkapital begegnet worden, hiess es weiter. Damit sanken die Schulden auf etwa 30 Millionen Franken.

10 Prozent Einsparungen
Leclanché hat einen Plan erarbeitet, um mindestens 10 Prozent seiner kontrollierbaren Betriebskosten einzusparen. Diese Kostensenkungen sollten voraussichtlich 2021 ihre Wirkung entfalten. Zudem verspricht sich Leclanché zusätzliche Einsparungen bei der Gründung des Joint Ventures zur Herstellung von Grosszellen.

Für die Zukunft zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich: Der Gesamtauftragsbestand für Lieferungen in den Jahren 2020 bis 2022 belaufe sich auf über 90 Millionen Franken.

Und auch die Auswirkungen der Coronakrise seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt trotz der Neubewertung des Partnerschaftsabkommens mit der Eneris-Gruppe und der Verschiebung einiger Projekte begrenzt. Aufgrund der Coronakrise war das Abkommen mit Eneris, das ein Darlehen von über 40 Millionen Franken an Leclanché vorsah, ausgesetzt worden. Dafür erhielt Leclanché im Rahmen der Bund bereitgestellten Finanzierungsunterstützung ein Darlehen von 4,9 Millionen Franken. (awp/mc/ps)

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