Lem prüft strategische Optionen – Profitabilität im 2025/26 gesteigert
Meyrin – Der Elektronikkomponenten-Hersteller Lem ist zum Übernahmeziel geworden, und der Verwaltungsrat prüft daher «strategische Optionen». Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen zwar währungsbedingt weniger umgesetzt, den Betriebs- und Reingewinn aber deutlich gesteigert. Dennoch gibt es keine Dividende.
«Aufgrund der verbesserten Geschäftsentwicklung hat Lem das Interesse einiger Interessengruppen geweckt», heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Namen werden allerdings keine genannt.
Gemäss seinen Treuepflichten prüfe der Verwaltungsrat derzeit mögliche strategische Optionen, um die langfristige Wertschöpfung zu steigern. Der Prozess befinde sich noch in einem frühen Stadium und es sei noch keine Entscheidung gefallen. «Es kann nicht garantiert werden, dass die Prüfung zu einer Transaktion oder zu einem anderen bestimmten Ergebnis führen wird», schreibt Lem.
Negativer Währungseffekt
Die Zahlen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025/26 unterschiedlich. So fiel der Umsatz um 6,3 Prozent auf 287,7 Millionen Franken. Anfang Februar hatte das Management einen Wert zwischen 275 und 290 Millionen in Aussicht gestellt.
Zum Rückgang trugen vor allem die Abwertung des chinesischen Renminbi und des US-Dollars bei. Zu konstanten Wechselkursen hätte sich laut der Mitteilung nur ein minimales Minus von 0,2 Prozent ergeben.
Der Bestellungseingang fiel derweil um 8,2 Prozent auf 295,9 Millionen Franken. Allerdings habe sich ab dem zweiten Quartal weiterhin eine sequentielle Verbesserung gezeigt, getrieben vor allem durch die Nachfrage von Rechenzentren und Hochspannungsinfrastruktur, heisst es.
Profitabilität klar verbessert
Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich deutlich um 29,2 Prozent auf 24,4 Millionen Franken. Die entsprechende Marge stieg auf 8,5 Prozent von 6,1 Prozent im Vorjahr.
Unter dem Strich verblieb ein um knapp ein Viertel höherer Reingewinn von 9,9 Millionen Franken. Auf eine Dividende wird aber aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage dennoch erneut verzichtet.
Mit den Zahlen hat Lem die Erwartungen der von AWP befragten Analysten bei Umsatz und EBIT erreicht, beim Reingewinn leicht verfehlt und beim Auftragseingang übertroffen.
Vorsichtiger Ausblick
Mit Blick nach vorn zeigt sich das Management vorsichtig optimistisch. So sehe man «ermutigende Anzeichen für eine sequenzielle Verbesserung der Auftragslage». Allerdings bleibt Lem aufgrund der unsicheren globalen makroökonomischen Lage bei der allgemeinen Geschäftsentwicklung weiterhin vorsichtig. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird nicht abgegeben.
Die Mittelfristziele werden allerdings bestätigt. Ausserdem laufe das Effizienzprogramm «Fit for Growth» wie geplant. Ab 2026/27 werden daraus Einsparungen von jährlich rund 35 Millionen Franken erwartet. (awp/mc/ps)