LeShop.ch 2011: Umsatz knapp gehalten

Christian Wanner

LeShop-CEO Christian Wanner.

Zürich/Basel – Beim Einkauf per Mausklick und Touchscreen ist Coop mit dem Portal coop-at-home im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent gewachsen. Konkurrent und Marktleader Migros mit LeShop.ch muss hingegen einen leichten Rückgang des Umsatzes um 0,7 Prozent bekanntgeben. Coop-at-home erzielte 85 Mio. Fr. Umsatz und gewann rund 30’000 Neukunden, wie der Handelskonzern am Dienstag mitteilte. LeShop.ch gab einen Umsatz von 150 Mio. Fr. bekannt und zählte im Lauf des Jahres knapp 31’000 Neukunden.

LeShop.ch ist allerdings mit dem Verkauf in erster Linie von Lebensmitteln über das Netz mittlerweile so gross geworden, dass das Geschäft einen Gewinn abwirft. Wie gross dieser ist, will der «orange Riese» nicht bekannt geben. Coop macht überhaupt keine Angaben darüber, ob coop-at-home Geld verdiene oder nicht. Dass die Migros online weniger gewachsen ist als die Konkurrentin, bringt LeShop-Marketing-Chef Dominique Locher nicht aus der Ruhe. LeShop.ch befinde sich ein einem anderen Stadium des Wachstums als der Mitbewerber aus Basel: «Als wir im Online-Handel so gross waren wie Coop, wuchsen wir um 43 Prozent», sagte er der Nachrichtenagentur sda.

Coop will aufholen

Coop wähnt sich in einer stetigen Aufholjagd gegenüber dem Konkurrenten und will Kunden mit einer auf die Stunde genaue Lieferung überzeugen. LeShop.ch liefert die Produkte über die Post aus, wodurch der Liefertermin in der Regel nicht auf die Stunde genau möglich ist. Laut Coop-Sprecherin Denise Stadler kommt auch das grosse Sortiment an Weinen und Spirituosen im Internet bei den Kunden gut an. Allerdings sind bei der ansonsten alkoholfreien Migros über LeShop.ch auch edle Tropfen erhältlich, die unter anderem aus den umfangreichen Regalen der Tochter Denner kommen.

LeShop glaubt nicht an Abflachen
An ein Abflachen des Trends zum Lebensmittelkauf im Netz glaubt LeShop-Marketingchef Locher nicht. Der leicht rückläufige Umsatz liege am zweiten Halbjahr und der konjunkturellen Lage. Bis Mitte Jahr habe LeShop.ch beim Umsatz noch 7 Prozent zugelegt, sagte Locher. Dann habe man unter anderem den Einkaufstourismus im grenznahen Ausland mit den für Konsumenten günstigen Euro-Kursen gespürt: «Wir sehen das direkt an den Postleitzahlen bei den Bestellungen.»

Einkauf mit «klugem» Handy
Um nutzerfreundlicher zu werden, lassen sich Coop und Migros einiges einfallen. Die Pionierleistung, Apps für die Alleskönnerhandys und Tablets eingeführt zu haben, nimmt Coop für sich in Anspruch. Seit November unterhält Coop auch eine Drive-In Abholstation in Zürich. «Coop-at-home ist heute noch eine Nische und macht nur etwa 1 Prozent unseres Umsatzes aus», sagte Sprecherin Stadler. Dies sei etwa so viel, wie ein grosser Supermarkt im Jahr einnehme. Coop will das Sortiment weiter ausbauen. LeShop.ch erwartet für die nächsten Jahre «eine weiterhin deutliche Entwicklung der Umsatzzahlen».

Deutlich mehr Bestellungen über mobile Geräte
Auch die Migros-Tocher prüft neue Kundenbedürfnisse, neue Wege des Bestellens und den Ausbau des Sortiments laufend. Bei LeShop.ch haben sich die Bestellungen via Smartphone und Tabletcomputer mehr als verdoppelt. 2011 hätten bereits 11 Prozent der Kunden ihre Aufträge über mobile Geräte aufgegeben, sagte Marketingchef Locher. Sowohl Coop als auch Migros glauben, das der Trend zum Online-Einkauf weiter geht. Das Wachstum ist für beide Anbieter ein erklärtes Ziel, auch wenn Lebensmittel auf elektronischem Weg zu kaufen noch längst nicht so etabliert ist, wie das bei elektronischen Geräten, Reisen oder Tickets der Fall ist. (awp/mc/upd/ps)

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