Lifewatch beziffert Schadenersatz im Highmark-Schiedsspruch auf 18,7 Mio USD

Dr. Stephan Rietiker

Lifewatch-CEO Stephan Rietiker. (Foto: stephanrietiker.ch)

Neuhausen – Lifewatch beziffert erstmals die Schadenersatzsumme, die der Telemedizin-Anbieter der US-Krankenkasse Highmark Blue Cross Blue Shield im Rahmen eines kürzlich erfolgten Schiedsspruches zahlen soll: Das US-Schiedsgericht habe Lifewatch für eine Summe in Höhe von 18,7 Mio USD plus Zinsen haftbar gemacht, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Zinszahlungen werden dabei auf 6% pro Jahr ab Januar 2013 veranschlagt. Die Aktien reagieren klar negativ.

Der Anbieter von Herzüberwachungs-Dienstleistungen will das aber so nicht akzeptieren. «Lifewatch ist der Meinung, dass der Schiedsrichter bei der Entscheidungsfindung wesentliche Tatsachen ignoriert hat und dass Lifewatch ungerecht behandelt wurde», heisst es weiter. Man werde daher Schritte einleiten, um alle nach dem Schiedsgerichtentscheid offenstehenden Optionen «rigoros» zu verfolgen. «Diese umfassen u.a. den Versuch, das Schiedsurteil aufzuheben und Ersatzansprüche durch einen verbundenen Antitrust-Fall geltend zu machen», kündigt das Unternehmen an.

Verschiedene Fälle offen
So habe Lifewatch gegenwärtig gegen Highmark, verschiedene andere Blue Cross Blue Shield Einheiten und die Blue Cross Blue Shield National Association einen Antitrust-Fall offen, um Schadenersatz für ihre gemeinschaftliche Weigerung, ACT Überwachungsdienstleistungen zu entschädigen, geltend zu machen. Die Schadenersatzansprüche im Antitrust-Fall übersteigen den Angaben zufolge die Highmark in diesem Rechtsstreit zugesprochen Schadenersatzansprüche.

Lifewatch will laut Mitteilung die möglichen Auswirkungen dieses abschlägigen Schiedsgerichtentscheids weiter evaluieren und falls erforderlich, weitere Informationen bekannt geben, heisst es in der heutigen Mitteilung.

Der Entscheid gegen Lifewatch wurde vergangenen Mittwoch von einem Schiedsrichter des International Centre for Dispute Resolution gefällt. Er steht im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit der privaten Krankenkasse Highmark über Abrechnungs- und Zahlungspraktiken. Dabei handle es sich um eine Altlast des ehemaligen Managements aus den Jahren 2009 und 2010, hatte Lifewatch vergangenen Woche in der Mitteilung erklärt.

An der Börse kommen die Nachrichten nicht gut an: In einem insgesamt freundlichen Markt (SPI +0,51%) fallen die Aktien gegen 10.15 Uhr um 3,6% auf 14,95 CHF zurück. Damit haben sie sich von ihrem bisherigen Tagestief bei 14,60 CHF immerhin etwas erholt. (awp/mc/upd/ps)

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