LifeWatch mit weniger Umsatz, aber verbesserter Profitabilität

Yacov Geva

Yacov Geva, CEO Lifewatch. (Copyright: LifeWatch)

Neuhausen am Rheinfall – Der Telemedizin-Anbieter LifeWatch hat im zweiten Quartal 2012 weniger umgesetzt, die Profitabilität konnte aber dank Personalabbau und anderen Kosteneinsparungen verbessert werden. Mit einer Prognose zum weiteren Verlauf des Geschäftsjahres hält sich die Gruppe zurück und verweist auf die vielen Unsicherheiten. Der Umsatz sank um 5,4% auf 19,1 Mio USD. Der Bruttogewinn stieg hingegen auf 10,5 Mio nach 8,8 Mio in der Vorjahresperiode. Die Marge verbesserte sich damit auf 55,1 von 43,8%. Der operative Gewinn auf Stufe EBIT kletterte mit 0,04 Mio knapp ins Plus, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 8,6 Mio resultiert hatte. Unter dem Strich verblieb ein Reinverlust von 1,4 Mio, verglichen mit einem Verlust von 10,1 Mio im Vorjahr.

Der Verlust sei hauptsächlich durch latente, bargeldlose Ertragssteuerausgaben bei LifeWatch Services Inc. hervorgerufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Gesamtbetriebsausgaben lagen noch bei 54,9% des Umsatzes nach 86,2% im Vorjahresquartal. Dabei sanken die Ausgaben für Marketing und Verkauf um 1,6 Mio USD und die Allgemeinen und Verwaltungskosten um 0,5 Mio. Weniger Geld gab das Unternehmen auch für Forschung und Entwicklung (-0,5 Mio) aus.

Interesse an «LifeWatch V»
Zudem informierte die Gruppe über neue Verträge für ihre ACT-Leistungen und für die Schlafanalyse. Je 17 neue Verträge seien für die ACT-Überwachungsleistungen und für die NiteWatch-Leistungen abgeschlossen worden, heisst es. Diese Verträge repräsentierten über 6 Mio versicherte Leben.

Mit Blick auf das im Juni erstmals präsentierte Gesundheits-Smartphone «LifeWatch V» berichtet die Gruppe von «grossem Interesse bei Pharmakonzernen, Mobilfunkanbietern, Distributoren und Konsumenten aus der ganzen Welt». Man sei mit einer Reihe von multinationalen Unternehmen im Gespräch. Eine partielle Zulassung werde auf Ende 2012 erwartet.

Neuigkeiten gibt es auch bei den Überwachungsleistungen. Bei der mit dem US-amerikanischen Entwicklungspartner Ansar angekündigten Plattform für das vegetative Nervensystem, die zusammen mit dem Herzüberwachungssystem «ACT III» verwendet werden kann, testen derzeit 8 Kliniken die Plattform und 20 weitere interessieren sich laut LifeWatch für Tests dieser Technologie.

Viele Unsicherheiten – Kein Ausblick
Für das Gesamtjahr 2012 will das Unternehmen keine Prognose abgeben. Das sehr herausfordernde Rückerstattungsumfeld im US-amerikanischen Gesundheitssystem und der unvorhersehbare Einfluss der Präsidentschaftswahlen im Herbst 2012 erlaubten keine präzise und verlässliche Prognose, so LifeWatch.

Zurzeit würden neue Dienstleistungs- und Technologieangebote als auch neue strategische Partnerschaften evaluiert, um servicemässig und geografisch diversifizieren zu können. Dadurch will die Gesellschaft die Zahlungsströme verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit vom rückerstattungsabhängigen Geschäft verringern.

Anlässlich der Quartalszahlen im Mai hatte sich das Unternehmen noch zuversichtlich geäussert. Damals hiess es, es würde mit einem steigenden Umsatz im Gesamtjahr und einer «klar höheren» Profitabilität gerechnet. (awp/mc/ps)

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