Lindt will 2021 wieder mehr Schokolade verkaufen

Lindt will 2021 wieder mehr Schokolade verkaufen
Dieter Weisskopf, CEO Lindt & Sprüngli. (Foto: (PPR/Gaetan Bally)

Kilchberg – Lindt&Sprüngli will in diesem Jahr zur Aufholjagd ansetzen. Nach dem Umsatz- und Gewinnrückgang 2020 will das Unternehmen 2021 umso mehr Lindorkugeln, Schokoladentafeln und Pralinen verkaufen. Doch die Erholung hängt stark vom weiteren Pandemieverlauf ab.

Die Coronakrise hat Lindt&Sprüngli 2020 stark zu schaffen gemacht: Der Tourismus kam fast zum Erliegen und Läden, Restaurants sowie Hotels mussten zeitweise schliessen – und besonders stark wütete die Pandemie ausgerechnet vor wichtigen Geschenkgelegenheiten wie Ostern und Weihnachten.

Profitabilität so tief wie zuletzt 2009
In der Folge ging der Umsatz organisch um 6,1 Prozent auf noch 4 Milliarden Franken zurück. Besonders schwer wog, dass vor allem die margenstarken Geschenkpralinen und Verkäufe in eigenen Läden betroffen waren. Damit litt die Profitabilität überproportional stark.

Der operative Gewinn ging um knapp 30 Prozent auf 420,3 Millionen Franken zurück, was einer Marge von 10,5 Prozent entspricht. Zuletzt hatte die Profitabilität 2009 mit ebenfalls 10,5 Prozent gleich tief gelegen. Im Vorjahr hatte Lindt an seinen Schokoladeverkäufen Sonderkosten herausgerechnet noch 15,0 Prozent verdient. Unter dem Strich sackte der Gewinn um rund 37 Prozent ab auf noch 320,1 Millionen Franken, wie Lindt am Dienstag mitteilte.

Viele Unsicherheiten
Lindt hofft nun jedoch auf einen Aufholeffekt in diesem Jahr. Der Umsatz soll organisch mit 6 bis 8 Prozent etwas schneller wachsen als mittelfristig mit 5 bis 7 Prozent angepeilt. Und die Marge soll sich zunächst auf 13 bis 14 Prozent erholen und dann 2022 wieder das Niveau von 15 Prozent erreichen.

Mit dieser Prognose baue man auf kontinuierliche Fortschritte in der Pandemie-Bekämpfung, sei aber auch vorsichtig, sagte Lindt-Chef Dieter Weisskopf an der Online-Bilanzmedienkonferenz. Es gebe weiterhin viele Unsicherheiten. So hänge das Ostergeschäft stark von den Entscheidungen der einzelnen Regierungen bezüglich Ladenöffnungen ab, zum Beispiel in Deutschland. Dort sind viele Läden weiterhin geschlossen. Auch beim Reisedetailhandel sei noch unklar, wann genau sich das Geschäft erhole.

Weiteres Onlinewachstum
Immerhin machte Lindt auch einige Lichtblicke in Pandemiezeiten aus: So verdoppelte sich das Onlinegeschäft 2020, wenn auch noch auf tiefem Niveau. Es steuert inzwischen 5 Prozent zum Umsatz bei. In Zukunft sollen unter anderem weitere Investitionen ins Online-Geschäft das Wachstum weiter ankurbeln. So plant Lindt die Lancierung neuer eigener Onlineshops, Unternehmensgeschenk-Plattformen oder Aboprogramme in verschiedenen Ländern.

Auch neue Produkte wie die zuckerfreie Linie der US-Tochter Russell Stover oder die veganen Produkte in Deutschland seien gut angekommen. Dabei deutete Weisskopf an, dass die Nachfrage die Kapazitäten aktuell tendenziell noch übersteige.

Ein «Zückerli» hat Lindt zudem auch für die Aktionäre im Ärmel: Die ordentliche Dividende übertrifft mit 110 Franken je Partizipationsschein beziehungsweise 1100 Franken je Namenaktie selbst die kühnsten Erwartungen. Und ab Juni wird ein Aktienrückkaufprogramm von 750 Millionen Franken aufgelegt. An der Börse kam das gut an: Die Lindt-PS gewinnen am Dienstagmittag 3,3 Prozent, die Namenaktien 4,2 Prozent. (awp/mc/ps)

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