Lonza: Umsatz stagniert – Starker Franken belastet

Stefan Borgas

Lonza-CEO Stefan Borgas.

Basel – Der Lifesciencekonzern Lonza hat im Geschäftsjahr 2010 die Stärke des Frankens zu spüren bekommen und weniger umgesetzt. Wechselkursbereinigt profitierte der Pharmazulieferer jedoch von vermehrten Auslagerungen der Produktions- und Entwicklungs-Aktivitäten pharmazeutischer und biotechnologischer Unternehmen.

Unter dem Strich verdiente Lonza mehr als im Vorjahr und die Aktionäre sollen denn auch eine höhere Dividende erhalten. Der Umsatz im Jahr 2010 sank um 0,4% auf 2’680 Mio CHF. Währungseffekte ausgerechnet hätten sich die Verkäufe jedoch um 3,3% erhöht. Der negative Wechselkurseffekt schlug sich auf Ebene EBIT mit minus 28 Mio CHF zu Buche. In der Folge ging dieser um 1,6% auf 374 Mio CHF zurück und lag damit etwas unter den vom Unternehmen in Aussicht gestellten 380 Mio CHF.

Tieferer Verschuldungsgrad

Der Reingewinn stieg um 1,8% auf 284 Mio CHF. Der Freie Cash Flow wurde auf 336 Mio CHF erhöht, was den Verschuldungsgrad auf 46% reduzierte. Die Investitionen wurden auf 300 Mio CHF zurückkgeschraubt. Nach diesen Zahlen schlägt der Verwaltungsrat eine deutlich höheren Dividende von 2,15 (1,75) CHF je Aktie vor. Künftig darf der Konzern bis zu 40% des Jahresgewinnes ausschütten, sagte CEO Stefan Borgas bei einer Telefonkonferenz am Morgen. Mit diesem Schritt sollen der positive Ausblick der Gruppe sowie die starke Cash-Generierung reflektiert werden.

Kapazitätsauslastung verbessert
Die Dienste des Pharmazulieferer wurden 2010 verstärkt in Anspruch genommen, was zu einer verbesserten Kapazitätsauslastung insbesondere bei Biological Manufacturing im zweiten Halbjahr geführt habe. Das Microbial Control-Geschäft habe starkes Wachstum generieret und die Projektpipeline sei infolge neuer Vertragsunterzeichnungen und Multiproduktabkommen vor allem bei Chemical und Biological Manufacturing und Cell Therapy signifikant erweitert worden. Belastungsfaktor für das Betriebsergebnis waren neben der Frankenstärke, langsamere pharmazeutische Produktzulassungen aufgrund des strengeren regulatorischen Umfelds und steigende Rohmaterialkosten.

Restrukturierungs-Programm

Bei dem Ende 2009 gestartete Restrukturierungs-Programm werden die gezielten Kostensenkungen Ende des ersten Quartals 2011 abgeschlossen sein. Von den angestrebten Einsparungen wurden 55 Mio CHF (rund 75%) im abgelaufenen Jahr realisiert. Der geplante Personalabbau von 470 Beschäftigten wurde Ende 2010 abgeschlossen. In der Sparte Custom Manufacturing belief sich der Umsatz auf 1’445 Mio CHF (+1,9%), das Betriebsergebnis erreichte 253 Mio CHF (+5,9%), die Betriebsmarge stieg auf 17,5 (16,9)%. Die insbesondere im zweiten Halbjahr verbesserte Kapazitätsauslastung bei der Produktion im Grossmassstab von Biological Manufacturing sei der Grund für die positive Entwicklung. Hintergrund seien neuen Produkteinführungen.

Life Science Ingrediens: Höhere Rohstoffkosten
Der Umsatz des Geschäftsbereiches Life Science Ingrediens nahm um 1,7% auf 1’020 Mio CHF ab. Das Betriebsergebnis sank auf 131 (137) Mio CHF, entsprechend einer auf 12,8 (13,2)% geschmälerten Marge. Negative Währungseinflüsse und gestiegene Rohmaterialkosten hätten durch das Kostenmanagement und den niedrigeren Sonderkosten zumindest teilweise kompensiert werden können. Die Kapazitätsauslastung bewegte sich wieder auf „normalem“ Niveau. Die Sparte Bioscience erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von 211 (231) Mio CHF und einen EBIT von 14 (26) Mio CHF. Die Marge sank auf 6,6 (11,3)%. Der niedrigere Umsatz bei Cell Therapy und die negativen Währungseffekte werden dafür verantwortlich gemacht.

Optimistischer Ausblick

Lonza blickt positiv in die Zukunft und erwartet weiterhin vom Outsourcingtrend pharmazeutischer und biotechnologischer Unternehmen profitieren zu können. Die Kombination von erweiterten Produktpipelines, einer höheren Kapazitätsauslastung und einer angepassten Kostenbasis, stellt aus Sicht von Lonza eine gute Plattform für ein solides Ergebnis im Jahr 2011 dar. Negativ könnte sich hingegen die Stärke des Schweizer Frankens, steigenden Rohmaterialkosten und strengeren Zulassungsverfahren für neue Pharmazeutika auswirken.

Ziele bis 2013 auf Kurs

Die EBIT-Ziele bis 2013 seien auf Kurs (auf Basis von konstanten Wechselkursen), so Lonza weiter. Für die Periode von Ende 2009 bis 2013 veranschlagte das Unternehmen zuletzt eine EBIT-Steigerung im Bereich von 180 bis 260 Mio CHF. (awp/mc/ps/02)

Lonza

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