Lonza plant Sekundär-Kotierung in Singapur

Stefan Borgas

Lonza-CEO Stefan Borgas.

Basel – Weil sich der Lifescience-Konzern Lonza stärker in Asien verankern will, hat er eine Zweitkotierung an der Börse von Singapur beantragt. Die Kotierung und der erste Handelstag seien im vierten Quartal zu erwarten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Mit diesem Schritt wollen die Basler ihre langfristige Bindung an diese Region signalisieren.

Zudem könnten die starken Kapitalflüsse in Asien erschlossen und der aktuelle Investorenkreis erweitert werden: «Dies stärkt unsere Position, in den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsstandorten neue Möglichkeiten ergreifen zu können. Dieser strategische Schachzug, in Singapur börsenkotiert zu sein, ermöglicht uns eine sichtbarere Präsenz in Asien sowie die Erschliessung der starken Kapitalflüsse, während unser derzeitiger Investorenkreis in dieser Region erweitert wird», lässt sich CEO Stefan Borgas in der Mitteilung zitieren.

Über 10 Jahre mehr als 1 Mrd CHF investiert
Der Konzern beschäftigt im asiatischen Raum mit über 1’400 Mitarbeitern 18% seiner gesamten Belegschaft. Die Region steuert 374 Mio CHF oder 14% zum Umsatz bei. Die Lonza-Investitionen in Asien hätten sich in den letzten zehn Jahren auf über 1 Mrd CHF belaufen. Lonza unterhält in Singapur einen guten Teil seiner Produktionsanlagen und investiert auch dort weiter. So sei just im Juni eine zusätzliche Investition von 10 Mio CHF in den Weiterausbau der biopharmazeutischen Entwicklungsdienstleistungsplattform beschlossen worden.

Arch-Finanzierung auf gutem Weg

Vontobel-Analystin Carla Bänziger kann sich vorstellen, dass es sich um einen vorsorglichen Schritt handelt mit Blick auf die geplante Übernahme der US-Firma Arch für 1,4 Mrd USD. Falls die Akquisition nicht wie geplant durch Anleihen finanziert werden könne, wäre eine potenzielle Kapitalaufstockung in Singapur möglich, mutmasst die Expertin. Das Unternehmen tritt diesen Spekulationen entgegen: Die Finanzierung des Deals sei auf gutem Wege und könne wie vorgesehen vollständig fremdfinanziert werden, sagte Lonza-Sprecher Dominik Werner am Freitag zu AWP. Eine Kapitalerhöhung sei nicht geplant, betonte er. Vielmehr wolle Lonza mehr Investoren aus dieser Region anlocken, führte er aus. Lonza habe heute bereits eine gewisse Zahl asiatischer Investoren, deren Gewicht im Aktionariat sei aber noch «verschwindend gering».

Akquisition vollständig fremdfinanziert
Lonza hatte im Juli mitgeteilt, die Akquisition werde vollständig fremdfinanziert. Nach einer Brückenfinanzierung sei die Ausgabe von Anleihen in Schweizer Franken sowie in Euro und unter Umständen eine Wandelanleihe vorgesehen, hiess es seinerzeit. Die Basler kommen bei dem geplanten Zukauf von Arch aber noch nicht so richtig voran: Weil gewisse regulatorische Bedingungen noch immer nicht erfüllt wurden, musste das Übernahmeangebot bereits zwei Mal verlängert werden. Bis dato wurden Lonza 44,2% der Arch-Anteile angedient, hiess es zu Wochenbeginn.

Aktien gesucht
Die Aktien von Lonza, sie werden am Berichtstag letztmals im Swiss Market Index (SMI) der 20 wichtigsten Schweizer Aktien gehandelt, notieren im frühen Handel mit plus 4,2% auf 56,15 CHF deutlich fester (Gesamtmarkt +0,50%). Stützend dürfte sich neben der Absage an eine Kapitalerhöhung auch eine neue Studie der vielbeachteten Analysten von Goldman Sachs auswirken. Die haben ihr Kursziel zwar auf 75 von 83 CHF gesenkt, es liegt aber immer noch deutlich über der aktuellen Notierung. An der Einstufung Neutral für Lonza hält Goldman Sachs fest. (awp/mc/upd/ps)

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