Looser hält 2014 Umsatz knapp bei 487 Mio CHF

Tim Talaat

Tim Talaat, CEO Looser Holding. (Foto: Looser Holding)

Arbon – Das Industrieunternehmen Looser hat im Geschäftsjahr 2014 einen knappen Rückgang des Umsatzes erlitten. Dies im Gegensatz zu den Aussichten vom vergangenen November, als für das Gesamtjahr noch eine Zunahme der Verkäufe in Aussicht gestellt wurde. Offenbar ist das vierte Quartal weniger gut gelaufen als gedacht, die bisherigen Gewinnprognosen für das Gesamtjahr wurden dennoch bestätigt. Für das Geschäftsjahr 2015 zeigt sich Finanzchef Christoph Fierz zuversichtlich, auch wenn es wegen des starken Frankens herausfordernd werden dürfte.

Der Umsatz von Looser reduzierte sich 2014 um 0,5% auf 487,4 Mio CHF. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte resultierte ein Minus von 0,8%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Die eigene Prognose eines Anstiegs des Umsatzes im Gesamtjahr wurde damit nicht erfüllt. Das vierte Quartal ist schwächer ausgefallen als erwartet, wie Finanzchef Christoph Fierz gegenüber AWP bestätigte.

Im grössten Segment Türen resultierte 2014 ein Plus von gut 13% auf 228,5 Mio CHF. Ohne Währungs- und Akquisitionseffekte, vor allem bereinigt um die Akquisition von Invado in Polen, resultierte eine Zunahme um 4,3%.

Im mittlerweile zweitgrössten Bereich Beschichtungen gingen die Verkäufe um 16% (bereinigt: -7,6%) auf 166,7 Mio CHF zurück und bei den Industriedienstleistungen um 1,1% (-1,0%) auf 59,2 Mio CHF. «Im Segment Beschichtungen ist es in den Geschäftsfeldern Verpackungs- und Holzlacke in den Monaten November und Dezember zu Verschiebungen von Bestellungen in den Januar gekommen», so Fierz. Entsprechend habe dafür das Geschäftsjahr 2015 «nicht schlecht» angefangen.

Dagegen zog der Umsatz im kleinsten Segment Temperierung um 7,7% (+8,8%) auf 37,8 Mio CHF an.

Mit Blick auf die Gewinnzahlen erwartet das Unternehmen für 2014 ein operatives Ergebnis (EBITDA) über Vorjahr und eine «signifikante» Steigerung des Konzerngewinns. Dies entspricht den Prognosen vom vergangenen November.

CFO sieht 2015 als herausfordernd, dennoch positiv
Für 2015 stellt Fierz ein «herausforderndes Jahr» in Aussicht, «allein schon wegen des Einflusses durch den starken Franken», nimmt er dabei Bezug auf den Entscheid der SNB zur Aufhebung der Euroanbindung des Frankens. Es sei indes noch etwas früh, diesen Entscheid oder dessen Auswirkungen zu kommentieren, fügte er an.

Grösstenteils werde Looser von nicht cashwirksamen Translationseffekten betroffen, da Looser «einiges an Umsatz in Euro» erziele. Bei zwei Gesellschaften im Segment Beschichtungen kommt es laut Fierz aber auch zu Transaktionseffekten, da dort der Umsatz mehrheitlich in Euro anfalle, die Personalkosten aber in Franken. «Wir haben deswegen schon Produktivitätssteigerungen durchgeführt, müssen aber in dieser Hinsicht noch aktiver werden», sagte Fierz.

Mit Blick auf die Segmente Türen, Industriedienstleistungen und Temperierung zeigte sich Fierz für 2015 aber «grundsätzlich positiv».

Die Zürcher Kantonalbank geht davon aus, dass der Umsatzausweis an der Börse leicht negativ aufgenommen wird. Dass die Zahlen etwas unter den Erwartungen ausgefallenen sind, sei auf das Beschichtungsgeschäft zurückzuführen und dort insbesondere auf das Holzlackgeschäft, welches einen schwachen Monat Dezember verzeichnet habe, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Zudem sei im Türengeschäft die Entwicklung am ostdeutschen Standort weiterhin etwas verhalten. Die Bank reduziert deshalb ihre Prognose für den EBITDA im Gesamtjahr um 3 Mio auf rund 58 Mio CHF, dies «nach Rücksprache mit dem Management».

Weiter erachtet die ZKB die Aktien innerhalb des Bausektors als unterdurchschnittlich bewertet und führt sie entsprechend mit dem Rating «Übergewichten».

An der Börse geben Looser in einem freundlichen Gesamtmarkt um 1% auf 61,40 CHF nach. Gehandelt ist bis anhin rund ein halbes Tagesvolumen.

Die detaillierten Geschäftsergebnisse wird Looser am 18. März publizieren. (awp/mc/upd/ps)

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