Luzern ist für Neugründer top – Zürich verliert

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(lassedesignen - Fotolia.com)

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Winterthur – Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 39‘369 Firmen neu in das Handelsregister eingetragen. Das sind etwas weniger als im Vorjahr (-0,75%). Im vierten Quartal 2012 nahm die Zahl der Neueintragungen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,4 Prozent auf 10‘410 zu. Zu den Gewinnern gehören die Kantone Luzern und das Tessin – Verlierer sind Zürich und Zug. Dies zeigt die jüngste Erhebung der auf Online-Firmengründungen spezialisierten STARTUPS.CH.

Grund für die insgesamt harzige Entwicklung über das gesamte Jahr dürfte nach wie vor die Wirtschaftskrise in Europa gewesen sein. Viele, die den Schritt in die Selbständigkeit erwägen, wagten ihn wegen der unsicheren Wirtschaftslage (noch) nicht. „Hinzu kommt der starke Franken, der Jungunternehmen, die auf ein grenzüberschreitendes Geschäft bauen wollen, zu sehr belasten würde“, sagt Michele Blasucci, CEO STARTUPS.CH. Diese Faktoren dürften gemäss Blasucci auch im laufenden Jahr für Zurückhaltung sorgen. Er rechnet für 2013 weiterhin mit einer stagnierenden Entwicklung bei Neueintragungen und Neugründungen.

Höhe der Steuern macht den Unterschied
Unter den Kantonen ist das Tessin der grosse Gewinner. 2‘797 Unternehmen wurden dort 2012 neu in das Handelsregister eingetragen, entsprechend einem Plus von 445 bzw. 18,9% gegenüber 2011. Kein anderer Kanton zählte absolut einen höheren Anstieg an Neueintragungen. Die Entwicklung ist der harten italienischen Steuerpolitik unter Ministerpräsident Mario Monti zu verdanken, die viele Italiener ins Tessin lockte. Sollte Silvio Berlusconi oder einer seiner Vertrauten an die Macht kommen und die Steuerpolitik würde gelockert, käme es wohl zu einem Gegentrend.

Verlierer ist Zürich. Zwar verzeichnete der Kanton dank seiner hohen Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft mit 6‘674 auch im 2012 mit Abstand am meisten Neueintragungen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl aber um 4,5 Prozent bzw. absolut um 312. Auch in Zug ging sie zurück (-5,5%). Grund ist die Konkurrenz. Seit Anfang 2012 bietet Luzern das steuergünstigste Domizil für Unternehmen in der Schweiz. Der Kanton zählte 1‘765 Neueintragungen (+8,0%).

Schwierige Situation für Amerikaner
Während in der Deutschschweiz insgesamt 25‘955 Firmen eingetragen worden sind (-1,3%), waren es in der Romandie 10‘617 (-3,5%). Dabei gehören Genf und Waadt zu den Verlierern. „Für die historisch mit dieser Region verbundenen US-Amerikaner ist es schwierig, eine Firma in der Schweiz zu gründen – und dies einfach nur deshalb, weil viele Schweizer Banken kein Kapitaleinzahlungskonto mehr für Amerikaner eröffnen. Ein solches braucht es aber zwingend für die Gründung eines Unternehmens“, führt Blasucci aus.

Von den ausländischen Firmengründern waren 33 Prozent Deutsche, 11 Prozent Italiener und knapp 6 Prozent Franzosen. Die meisten Unternehmen werden nach wie vor als Einzelfirma oder GmbH eingetragen (31 bzw. 34,7%). Auf Aktiengesellschaften fielen 24,7 Prozent.

1‘500 Neugründungen über STARTUPS.CH
2012 wurden rund 1‘500 Unternehmen über die Gründerplattform STARTUPS.CH gegründet, 480 davon im vierten Quartal 2012. Auf Basis der von STARTUPS.CH erhobenen Daten zeigt sich, dass der typische Unternehmensgründer im Durchschnitt etwa 37 Jahre alt und männlich ist. 2012 wurden 23,8 Prozent der Unternehmen von Frauen gegründet, im Vorjahr waren es noch 22 Prozent. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass auch Frauen vermehrt unternehmerisch tätig sind. (STARTUPS.CH/mc/pg)

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