Marco Weber: «Ich bereue nicht, mich in dieser Form für die Arktis eingesetzt zu haben»

Marco Weber

Zurück in der Schweiz: Umweltschützer Marco Weber. (© Greenpeace/Ex-Press/Gutenberg)

Zürich – Der drei Monate in Russland festgehaltene Schweizer Greenpeace-Aktivist Marco Weber ist nach einer dreitägigen Reise mit dem Zug in Zürich angekommen. Anlässlich eines Point de Presse von Greenpeace schilderte der 28-Jährige am Dienstag seine Sicht der Dinge.

Marco Weber ist zurück in der Schweiz. Nach strapaziösen drei Monaten konnte er am Montag am Bahnhof Zürich seine Familie und seine Freunde in die Arme schliessen.

Herzensangelegenheit
«Bei der Aktion in der Arktis habe ich aus tiefster Überzeugung mitgemacht. Der Schutz dieses einzigartigen Ökosystems ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe sie auch als Mandat der Millionen von Menschen verstanden, die weltweit die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis unterzeichnet haben», sagte der Arktisschützer nach seiner Ankunft in der Schweiz. «Ich würde es wieder machen. Ich bereue es ganz und gar nicht, mich in dieser Form für die Arktis eingesetzt zu haben. Für mich persönlich macht es aus juristischen Gründen jedoch keinen Sinn, jetzt wieder nach Russland zu gehen».

Engagierter Aktivismus
Markus Allemann, Co-Geschäftsleiter, von Greenpeace Schweiz würdigte Marco Weber: «Sein Name steht für den Schutz der Arktis, für Greenpeace, für friedliche Aktionen und engagierten Aktivismus. Sein selbstloser Einsatz ist keine Selbstverständlichkeit. Wie jede grosse Tat, wäre sie ohne seine grosse Überzeugung und Mut nicht passiert. Mit dem Besteigen einer Ölplattform in der Barents-See hat er weltweit auf die akute Bedrohung der Arktis durch Ölkonzerne aufmerksam gemacht.»

DNA der Organisation
Zur Frage, wie wichtig die Freiwilligen für die Umweltorganisation sind, sagte Allemann weiter: «Greenpeace ist deshalb Greenpeace, weil Freiwillige wie Marco Weber mit Haut und Haaren zusammen mit uns für eine friedliche und umweltfreundliche Welt kämpfen. Die Aktivistinnen und Aktivisten gehören zur DNA der Organisation – mit ihrem engagierten Mut machen sie den Unterschied. Die Arctic30 haben den Schutz der Arktis höher gewichtet als das Risiko, das mit dieser Aktion verbunden war», so Allemann. «Ich und wir alle sind ihm dankbar für sein Herzblut, seine Tatkraft und seine Wahrhaftigkeit.»

Erschreckende Umweltbilanz
Greenpeace machte erneut klar, wie fahrlässig Gazproms vorletzte Woche aufgenommenen Ölbohrungen in der Arktis sind: «Es ist unmöglich, sicher in der Arktis Öl zu fördern. Umso mehr da die Bohrinsel Prirazlomnaya teilweise aus Komponenten stillgelegter Plattformen aus der Nordsee besteht und jahrelang in einer Werft in Murmansk vor sich hin rostete.», sagt Nadine Berthel, Leiterin der Arktis-Kampagne von Greenpeace Schweiz. «Eine Umweltkatastrophe mit verheerenden Folgen für das einmalige Ökosystem ist folglich nur eine Frage der Zeit. Der Konzern hat eine erschreckende Umweltbilanz in Russland: Allein in diesem Jahr verursachte er hunderte Ölunfälle.» Gazprom verstösst mit seinem Bohrstart gegen zahlreiche Gesetze. Unter anderem konnte der Konzern bisher nicht die im Bundesgesetz vorgeschriebenen finanziellen Reserven für den Fall einer Ölkatastrophe vorweisen. Greenpeace wird nicht locker lassen und sich weiterhin friedlich und hartnäckig – nicht nur in Russland – dafür einzusetzen, dass die Arktis dauerhaft unter Schutz gestellt wird. (Greenpeace/mc/ps)

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