MCH Group mit kleinem Verlust im Halbjahr – Umbau belastet

Hans-Kristian Hoejsgaard
Hans-Kristian Hoejsgaard, Verwaltungsratsmitglied der MCH Group. (Foto: Messe Schweiz)

Basel – Die Messebetreiberin MCH Group hat schreibt nach zwei äusserst schwierigen Jahren auch in der ersten Jahreshälfte 2019 rote Zahlen. Die vor einem Jahr eingeleitete Restrukturierung belastet. Immerhin fallen keine weiteren Wertberichtigungen auf den Messegebäuden an.

MCH weist für die Monate Januar bis Juni unter dem Strich ein Minus von 1,0 Millionen Franken aus nach einem Gewinn im Vorjahr von 21,5 Millionen, wie es am Dienstag in einer Mitteilung hiess. Der operative Gewinn nahm auf 3,1 von zuvor 25,7 Millionen ab.

Einen einschneidenden Rückgang verzeichnete die Messebetreiberin auch beim Umsatz: Der Ertrag fiel um 24 Prozent auf 272,1 Millionen Franken. Dem stand ein ebenfalls zum Vorjahr tieferer Betriebsaufwand von 252,7 Millionen nach 303,2 Millionen gegenüber.

Der Ertragsrückgang sei vor allem auf den schwächeren Messezyklus zurückzuführen. In diesem Jahr fand beispielsweise die Baumesse Swissbau nicht statt. Gleichzeitig drückten auch strukturelle Veränderungen wie der Verkauf der Tochter Winkler Livecom auf den Umsatz.

Mit Umbau auf Kurs
Auf den Ergebnissen lastet derweil der im vergangenen Sommer eingeleitete Umbau. Dieser sei in der ersten Hälfte 2019 stark vorangetrieben worden und sollte Ende des Jahres zu einem Abschluss kommen, schreibt MCH. Erste positive Effekte aus der Restrukturierung seien aber bereits heute zu sehen. Details dazu will MCH am 19. September präsentieren.

MCH sah sich vor einem Jahr gezwungen, einen tiefgreifenden Umbau einzuleiten. Mit einem hohen Abschreiber auf den 2013 neu gebauten Messegebäuden resultierte 2018 ein hoher Verlust von 190 Millionen Franken. Der Auslöser waren die Probleme mit der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, nachdem der wichtigste Aussteller, die Swatch Group, und weitere Marken ihren Rückzug angekündigt hatten.

Zuletzt hatte etwa auch Breitling der Messe im kommenden Jahr eine Absage erteilt, während LVMH mit Marken wie Hublot oder Tag Heuer sowie Rolex der Baselworld treu bleiben. Die Messe wird aber ein neues Gesicht erhalten, mit weniger Ausstellern dafür aber mehr Platz für die Besucher. Zudem findet die Baselworld 2020 vom 30. April bis am 5. Mai unmittelbar nach der Uhrenmesse in Genf statt.

Erneut Verluste erwartet
Im Gesamtjahr 2019 rechnet die von Restrukturierungskosten belastete MCH Gruppe sowohl im operativen Ergebnis als auch unter dem Strich mit roten Zahlen. Immerhin würden die Erträge des zweiten Halbjahres dank der Durchführung der Zweijahresmesse Igeho und den Dreijahresmessen Ilmac und Holz über Vorjahr liegen und die Sparmassnahmen sich kostendämpfend auswirken, hiess es.

Ohne Sonderaufwendungen sei dennoch mit einem operativen Verlust in der Grössenordnung des vergangenen Jahres zu rechnen. Die Kosten für den Umbau liessen sich derzeit noch nicht genau beziffern. Von weiteren Wertberichtigungen auf den Messegebäuden sei dagegen nicht auszugehen. Daher werde das Konzernergebnis deutlich besser ausfallen als in den beiden letzten Jahren.

In Indien verkauft die Gruppe derweil ihre Anteile an der Art Fair. Die 65-prozentige Beteiligung an der Seventh Plane Networks Private Limited in Neu Delhi übernimmt Angus Montgomery mit Sitz in Hong Kong. (awp/mc/ps)

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