Metall Zug H1: Gewinn sinkt um knapp 13% auf 21,1 Mio CHF

Stephan Wintsch, CEO Metall Zug.

Zug – Die Industriegruppe Metall Zug hat das schwierige wirtschaftliche Umfeld zu spüren bekommen. Sie musste im ersten Halbjahr 2012 eine deutlich verminderte operative Marge hinnehmen. Auch unter dem Strich verblieb weniger in der Kasse. Dennoch rechnet das Unternehmen zumindest bei den Verkäufen mit einer stabilen Entwicklung. Weniger optimistisch sind die Erwartungen beim operativen Gewinn, der für das Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahreswert ausfallen soll.

Metall Zug hat im ersten Halbjahr 2012 den Umsatz in etwa gehalten. Die Verkäufe fielen minim um 0,6% auf 407 Mio CHF. Zwar habe sich die Situation an den Devisenmärkten mit der Erstarkung des US-Dollars gegenüber dem Franken etwas entschärft, jedoch lägen ausländische Marktteilnehmer mit einer Euro-Kostenstruktur weiterhin im Vorteil, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung am Montag zur Umsatzentwicklung.

Der EBIT ist um gut 39% auf 25,1 Mio erodiert, die EBIT-Marge auf 6,2% (VJ 10,1%). Der Reingewinn korrigierte um fast 13% auf 21,1 Mio CHF, wie es weiter hiess. Die Gruppe erwähnt das schwierige Marktumfeld und den Preisdruck, der in allen drei Bereichen Spuren hinterlassen habe.

Preisdruck bei Haushaltsapparaten
Im Geschäftsbereich Haushaltapparate spricht die Gruppe von einem «hart umkämpften» Schweizer Markt. Zwar sei der Markt hierzulande gemessen an der Stückzahl wegen der gut laufenden Bauwirtschaft gewachsen, doch der allgemeine Preisdruck lasse das Absatzgebiet – gemessen in Franken – schrumpfen. Die wichtigste Sparte erzielte einen Umsatz von 269,3 Mio CHF (-0,6%). Der operative Gewinn sank hingegen deutlich um 38% auf 18,7 Mio CHF.

Die Sparte Infection Control (Belimed Gruppe) stand ebenfalls unter hohen Preis- und Kostendruck. Der Unternehmensteil konnte den Umsatz mit einem zaghaften Plus von 0,5% auf 88 Mio CHF behaupten, hingegen weitete sich der operative Verlust um 2,7 Mio auf 5,7 Mio CHF aus. Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahr um 7% auf CHF 107,1 Mio CHF.

Die Schleuniger Gruppe innerhalb des Geschäftsfeldes Wire Processing verbuchte einen Umsatzrückgang von 2,7% auf 51,2 Mio CHF. Das Betriebsergebnis brach um 35% ein auf 4,6 Mio CHF. Der Auftragseingang liegt mit 52,1 Mio CHF 5% unter dem Vorjahr. Trotz des anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds investiere die Schleuniger Gruppe weiterhin auf hohem Niveau in ihre Marktstärke. Für das zweite Halbjahr 2012 rechnet die Schleuniger Gruppe auch wegen der guten Positionierung in Nordamerika mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Zug Estates erfolgreich abgespaltet
Das frühere Immobiliensegment (heute: Zug Estates AG) hatte noch einen Einfluss auf die Erfolgsrechnung des ersten Semesters und wurde als «andere betriebliche Erträge» verbucht: Die Einnahmen stiegen auf 26 Mio gegenüber 24,7 Mio CHF im Vorjahr. Das Betriebsergebnis legte leicht zu auf 7,5 Mio. Zug Estates ist seit dem 2. Juli an der Schweizer Börse kotiert. Damit konnte die Abspaltung des Geschäftsbereichs Immobilien vom industriellen Bereich erfolgreich abgeschlossen werden, schreibt Metall Zug.

Verhalten zuversichtlicher Ausblick
Beim Ausblick für das Gesamtjahr gibt sich das Unternehmen verhalten zuversichtlich. Das Unternehmen bestätigt für das Gesamtjahr die Einschätzung einer stabilen Umsatzentwicklung und ein Betriebsergebnis in der Grössenordnung von 64 Mio CHF (2011: 96,4). Ende Juli noch stellte die Industriegruppe für das zweite Halbjahr einen EBIT von rund 25 Mio CHF in Aussicht.

Zug Estates im ersten Halbjahr mit tieferen Neubewertungen
Die Immobiliengesellschaft Zug Estates hat im ersten Halbjahr 2012 einen Konzerngewinn von 17,5 Mio CHF erwirtschaftet, nach 24,6 Mio im Vorjahr. Der Liegenschaftsertrag stieg auf 13,9 Mio von 12,6 Mio CHF und das Betriebsergebnis (EBIT) vor Neubewertungen stieg um 4,1% auf 13,9 Mio, teilte die Immobiliengesellschaft am Montag mit. Es handelt sich dabei um Pro-Forma-Werte. Der Erfolg aus Neubewertung lag mit 10,4 Mio deutlich unter dem Vorjahreswert von 20,3 Mio CHF. Der EBIT nach Neubewertung sank deshalb auf 22,4 Mio von 31,8 Mio CHF.

Höhere Leerstandsquote
Die Leerstandsquote lag bei 1,7% (Ende 2011: 1,0%). Die Gruppe verfügt per Stichtag über eine Eigenkapitalquote von 62,9%, entsprechend einem Eigenkapital von 561,5 Mio CHF (557,1 Mio). Das verzinsliche Fremdkapital lag per Ende Juni unverändert bei 250 Mio CHF und entspricht 28% der Bilanzsumme.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Zug Estates für die Region Zug eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und kommerziellen Flächen. Die Mehreinnahmen aus Portfolioerweiterungen dürften die durch Senkung des Referenzzinssatzes bedingten Mindereinnahmen im Wohnbereich mehr als wettmachen, so Zug Estates. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet das Management mit einer Steigerung der Erträge sowie des operativen Ergebnisses vor Neubewertung. (awp/mc/ps)

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