Meyer Burger 2017 mit deutlich mehr Aufträgen

Hans Brändle
Hans Brändle, CEO Meyer Burger. (Foto: Meyer Burger)

Thun – Meyer Burger hat erste ungeprüfte Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017 vorgelegt. Dabei zeigen sich Zeichen der Aufhellung: Der Solarzulieferer konnte die Auftragseingänge deutlich und den Umsatz leicht steigern. Unter dem Strich blieb zwar ein hoher Verlust, allerdings vor allem aufgrund von ausserordentliche Aufwendungen. Die Aktie reagiert mit einem Kursplus.

Das Berner Unternehmen konnte den Auftragseingang um 23% auf 560 Mio CHF steigern, was laut Mitteilung vom Donnerstag „mit deutlichem Abstand dem höchsten Niveau der vergangenen sechs Jahre“ entspricht. Der Auftragsbestand per Ende 2017 lag mit 343 Mio CHF rund 40% höher als ein Jahr davor und sei damit eine „solide Ausgangsbasis“ für das neu angelaufene Geschäftsjahr.

Umsatz legt 4% zu
Etwas weniger zugelegt haben im vergangenen Jahr die Umsatzzahlen. Der Nettoumsatz stieg um 4% auf rund 473 Mio zu. Damit habe man aber die frühere Umsatzguidance von 440-460 Mio CHF übertroffen, heisst es. Auf Stufe EBITDA bleibt das Unternehmen bei der früheren Guidance von 5 bis 15 Mio CHF, und unter dem Strich wird eine „leichte Reduktion des Verlusts“ (2016: 97,1 Mio) erwartet.

Ausserordentliche Aufwendungen
Das Ergebnis ist – wie bereits früher kommuniziert – durch verschiedene einmalige, nicht liquiditätswirksame ausserordentliche Aufwendungen belastet. Diese stehen den Angaben zufolge mehrheitlich im Zusammenhang mit den aufgegebenen Geschäftsaktivitäten bei Diamond Materials Tech (Goodwill Recycling) und dem Einstellen der Produktionsaktivitäten in Thun (insbesondere Wertberichtigungen für Warenvorräte und auf dem Gebäude in Thun, Abschreibungen von immateriellen Anlagen). Meyer Burger musste aufgrund der Schwierigkeiten auch bereits mehrmals Stellen abbauen.

Aktie nimmt viel vorweg
Die Aktie reagiert auf die heutigen News mit einem Gewinn zur Berichtszeit von 2,7% auf 2,13 CHF. Nach einem Plus von 150% im letzten Jahr hat die Aktie auch dieser Jahr bereits wieder rund ein Viertel zugelegt. Die ZKB gibt sich in ihren Kommentar denn auch etwas vorsichtig. Sie spricht zwar von einem dynamischen Auftragseingang. Und auch die Profitabilität müsste sich angesichts der Umsatzaussichten sowie der laufenden Portfoliobereinigung deutlich verbessern. Der Aktienkurs nehme aber ein sehr positives Szenario vorweg, auch in Anbetracht der Zyklizität des Geschäfts von Meyer Burger sowie der Volatilität der Aktie in der Vergangenheit, meint der zuständige Analyst.

Etwas optimistischer ist die Bank Vontobel. Sie erhöht das Kursziel für die Aktie auf 2,26 von 2,10 CHF, dies aufgrund der insgesamt gesunkenen Risikosituation.

Weitere Informationen zum Jahresabschluss 2017 sowie der vollständige Geschäftsbericht 2017 werden am 22. März veröffentlicht. (awp/mc/pg)

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