Migros macht online Einbussen im stationären Verkauf wett

Fabrice Zumbrunnen
Fabrice Zumbrunnen, Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes. (Foto: MGB)

Zürich – Die Migros hat ihre Position als grösste Schweizer Detailhändlerin verteidigt. Ihr Umsatzwachstum fiel letztes Jahr allerdings mit plus 0,9% schwächer aus als bei Coop mit 1,4%. Während der Onlinehandel floriert, leiden die Non-Foodbereiche unter sinkenden Preisen.

Das erste Jahrsresultat, das der neue Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen am Mittwoch bekannt gab, ist von anhaltendem Preisdruck und der Verlagerung in den Onlinehandel geprägt. Das bescheidene Wachstum von 0,9% auf 23,5 Mrd CHF ist vor dem Hintergrund eines stagnierenden Schweizer Detailhandelsmarktes zu sehen.

Die Migros sieht keinen merklichen Einfluss des schwächeren Frankens. Über allfällige Veränderungen im Einkaufstourismus konnte sie keine Angaben machen. Auch weil man nicht erheben könne, ob die Konsumenten statt ennet der Grenze vermehrt online einkauften, sagte Migros-Sprecher Luzi Weber.

Online-Kanäle immer wichtiger
Fakt ist: Vor allem im Non-Foodbereich erodierten die Preise weiter. In den Migros-Fachmärkten Micasa, SportXX, Melectronics, Do it + Garden und OBI wurden die Preise durchschnittlich um 2,7% gesenkt. Es ist dem Ausbau der Fachmarkt-Online-Shops und deren Umsatzplus von 25% zu verdanken, dass das nominale Wachstum der Fachmärkte insgesamt 0,9% erreichte. Insgesamt setzte diese Sparte 1,6 Mrd CHF um.

Der E-Commerce ist denn auch der wichtigste Umsatztreiber der Migros-Gruppe. Die Gruppe legte 1% auf 28 Mrd CHF zu. Sie wird damit zwar auf Gruppen-Ebene zum zweiten Mal in Folge von Konkurrentin Coop (Umsatz 2017: 29,2 Mrd CHF) abgehängt. Doch im Online-Handel bleibt Migros mit einem Umsatzzuwachs von 5,1% auf 1,95 Mrd CHF die Marktführerin.

Den grösstem Umsatzanteil steuern die zehn Migros-Genossenschaften im In- und Ausland mit 15,5 Mrd CHF (minus 0,5%) bei. Die Auslandgenossenschaften schnitten dank dem deutlichen Wachstum der deutschen Supermarktkette Tegut von 3,7% insgesamt mit einem Plus von 2,6% ab. Dies, obwohl der Umsatz von Migros France 6,4% schrumpfte.

Denner überschreitet 3 Milliarden-Grenze
Deutlich über dem Markt wuchs Discounter-Tochter Denner (3,1%). Sie überschritt erstmals die 3 Mrd-CHF-Grenze (exakt: 3,05 Mrd CHF). Zu den wachsenden Töchtern zählen zudem Migrol (+9,3%), Migrolino (+11,3%) und Onlinehändler Digitec Galaxus (+18,5%) mit bereits 834 Mio CHF Umsatz.

Sorgentöchter bleiben die von Restrukturierungen betroffene Globus (minus 2,5%) und Ex Libris (minus 3%) sowie Interio (minus 8%). Dass der Onlinehändler LeShop um 0,5% schrumpfte, ist auf die Schliessung der beiden Drive-Standorte zurückzuführen.

Zuverlässig und mit 3,6% überdurchschnittlich zugelegt haben die Umwelt- und Regionallabels. Sie steuerten 4 Mrd CHF zum Umsatz bei. Das Verkaufsnetz der Migros wuchs um 16 auf 701 Standorte.

Migros-Produktion auf Expansionskurs
Die M-Industrie konnte ihre Marktstellung im In- und Ausland weiter ausbauen, wie es heisst. Der Umsatz erhöhte sich um 2,1% auf 6,522 Mrd CHF.

Die Reisetochter Hotelplan wuchs trotz negativen Währungseffekten und schwierigen Ereignissen in einigen Kerndestinationen bereinigt um 1,2% (1,2 Mrd CHF). Allerdings lag der Nettoumsatz der Gruppe wegen dem Verkauf von Hotelplan Italia und dem schwächeren britischen Pfund 5,6% unter dem Vorjahr. (awp/mc/pg)

Migros Gruppe

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