Migros schrumpft im Jubiläumsjahr nach Verkauf von Fachmärkten
Zürich – Die Migros hat ihr 100-jähriges Jubiläumsjahr mit einer stabilen Entwicklung im Kerngschäft abgeschlossen. Trotz kräftigem Wachstum bei Digitec Galaxus und im Gesundheitsbereich ging der Umsatz infolge der zahlreichen Veräusserungen jedoch zurück.
Im Jahr 2025 erzielte die Migros-Gruppe einen Gesamtumsatz von 31,9 Milliarden Franken und damit 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Detailhändler am Freitag mitteilte. Um die im Jahresverlauf veräusserten Unternehmen bereinigt gelang indes ein Plus von 1,1 Prozent von 29,4 Milliarden.
Damit kommt die Migros nicht an die Nummer 1 im Schweizer Detailhandel heran. Coop steigerte den Gesamtumsatz 2025 währungsbereinigt um 2,1 Prozent auf 35,4 Milliarden Franken und baute damit seine Position als umsatzstärkster Detailhändler weiter aus.
Der Rückgang bei der Migros ist allerdings in erster Linie strategisch bedingt. Unter Migros-Chef Mario Irminger vollzog die Migros den wohl grössten Umbau ihrer Geschichte.
Verlustbringende oder nicht mehr zum Kerngeschäft passende Unternehmen wurden abgestossen. Mit dem Verkauf von Mibelle, Hotelplan, Micasa, SportX oder OBI konzentriert sich die Migros künftig auf die Bereiche Detailhandel, Finanzdienstleistungen und Gesundheit.
Supermärkte leicht rückläufig
Der Bereich Food Retail entwickelte sich im vergangenen Jahr weitgehend stabil und erreichte 24,3 Milliarden Franken. Dazu zählen der genossenschaftliche Detailhandel inklusive Migros Online, die Migros Industrie, Denner, Migrolino sowie Migrol.
Der Umsatz der Migros-Supermärkte inklusive Migros Online sank leicht um 0,5 Prozent auf 12,7 Milliarden. Der Konkurrent Coop sitzt im Nacken: Die Basler steigerten in ihren Supermärkten und der dazugehörigen Onlineplattform den Nettoerlös um 2,6 Prozent auf 12,4 Milliarden Franken.
Die Migros begründet den Rückgang bei sich einerseits mit der Tiefpreis-Offensive, die 500 Millionen Franken kostet. Der orange Riese hatte 2025 Preise von mehr als 1000 Artikeln gesenkt.
Gleichzeitig will die Migros bei den Filialen zum Konkurrenten Coop aufholen. Sie investiert zwei Milliarden Franken, um 140 neue Filialen zu eröffnen sowie 350 bestehende zu modernisieren. Die temporären Schliessungen von Filialen während ihrer Renovation kostete ebenfalls Umsatz.
Nicht vom Fleck kam Denner. Der Discounter stagnierte bei 3,8 Milliarden Franken (+0,2 Prozent). Beim Treibstofflieferanten Migrol fiel der Umsatz um 6,5 Prozent auf 1,3 Milliarden. Migrolino-Läden legten dagegen um 4,8 Prozent auf 0,8 Milliarden zu.
Galaxus als Umsatztreiber
Deutliches Wachstum verzeichnete der Non-Food-Bereich mit einem Plus von 13,6 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken. Angetrieben wurde der Anstieg durch den Onlinehändler Digitec Galaxus, der unaufhaltsam wächst.
Auch die Gesundheitsdienstleistungen waren erfolgreich, insbesondere dank der Medbase-Gruppe, zu der über 170 Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Apotheken wie die Kette Zur Rose gehören. Das Geschäftsfeld legte um 4,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken zu.
Den Gewinn veröffentlicht die Migros-Gruppe am 24. März 2026. 2024 hatte sie trotz Konzernumbau einen Reingewinn von 419 Millionen Franken erwirtschaftet und übertraf damit das Vorjahresergebnis von 175 Millionen deutlich. Einen grossen Teil des Gewinns stammte dabei von der Migros Bank. Diese wird ihr Ergebnis am 11. Februar publizieren. (awp/mc/pg)