Mikron verzeichnet 2015 Umsatz- und Gewinnrückgang

Bruno Cathomen
Mikron-CEO Bruno Cathomen. (Foto: Mikron)

Mikron-CEO Bruno Cathomen. (Foto: Mikron)

Biel – Der Maschinenhersteller Mikron hat im Geschäftsjahr 2015 unter der Frankenstärke gelitten, ein kleiner Gewinn wurde nur dank der Vermietung einer Immobilie geschrieben. Insbesondere im Bereich Automation war die Nachfrage schwach. Der steigende Bestellungseingang in der zweiten Jahreshälfte und der hohe Auftragsbestand lassen das Unternehmen zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr schauen. Die Aktien legen gegen den Trend zu.

«2015 war ein speziell schwieriges Jahr», sagte CEO Bruno Cathomen an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. «Wir konnten zum Glück in der zweiten Jahreshälfte wieder einiges gut machen und mehr Aufträge verbuchen.»

Der Umsatz sank 2015 um 8,2% auf 228,6 Mio CHF. Demgegenüber stieg der Bestellungseingang um 8,1% auf 264,6 Mio, wobei insbesondere das zweite Halbjahr einen deutlichen Zuwachs sah. Der Auftragsbestand lag per Ende Jahr bei 142,9 Mio, verglichen mit 124,1 Mio per Ende Juni 2015 und 117,4 Mio vor Jahresfrist.

Das Betriebsergebnis wies durch Liegenschaftseinkünfte einen knappen Gewinn aus, und nicht durch das operative Geschäft. Das EBIT des Segments Automation verbesserte sich zwar um rund 59% auf 4,3 Mio CHF. Demgegenüber wurde im Segment Machining ein EBIT-Fehlbetrag von ebenfalls 4,3 Mio verbucht.

Das Corporate EBIT enthalte ein Ergebnis aus der Renditeliegenschaft in Nidau, erklärte Finanzchef Martin Blom. Dieser belief sich auf 2,5 Mio CHF nach noch 4,6 Mio im Vorjahr; die EBIT-Marge reduzierte sich damit auf 1,1% nach 1,8%. Der Reingewinn ging um rund 60% auf 0,9 Mio zurück.

Auslastungsprobleme bei Machining
Im Bereich Machining hätten sich insbesondere die grossen Schwankungen beim Auftragseingang auf einem unbefriedigend tiefen Niveau bemerkbar gemacht. Dies habe zu Auslastungsproblemen geführt. Das Betriebsergebnis sei von der ungleichmässigen Arbeitsverteilung, tieferen Margen und Mehrkosten in der Endphase von Kundenprojekten belastet gewesen. Die gute Entwicklung im Werkzeug- und Servicegeschäft von Mikron Machining habe diese negativen Effekte nicht kompensieren können.

Der Bereich Automation habe in Europa seine führende Stellung in der Medizinalgeräte- und Pharmaindustrie weiter ausgebaut und das Auftragsvolumen gesteigert, betonte der CEO. Die Kunden aus der Automobilindustrie seien jedoch auch hier zurückhaltend gewesen. «Das Volumen in Asien blieb hinter den Erwartungen zurück», sagte Cathomen weiter.

Das Unternehmen will den Aktionären an der Generalversammlung trotz des Gewinnrückgangs die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,05 CHF je Aktie aus Reserven aus Kapitaleinlagen vorschlagen.

Steigerung bei Umsatz udn Marge erwartet – Aktie legt zu
Positiv stimme trotz des unverändert anspruchsvollen Marktumfeldes der Bestellungseingang. Im Geschäftssegment Machining war die Steigerung wegen des tiefen Vorjahreswerts etwas ausgeprägter als im Geschäftssegment Automation. In beiden Segmenten ist die Zunahme ausschliesslich auf die Entwicklung im zweiten Halbjahr zurückzuführen, und bei beiden Segmenten waren deutliche Unterschiede für die einzelnen Standorte zu verzeichnen.

Aufgrund der guten Bestellungseingänge im vierten Quartal 2015 blickt Mikron zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2016. Die Gruppe erwartet eine klare Steigerung des Umsatzes und eine Verbesserung der EBIT-Marge. Dabei rechnet sie mit einem deutlich stärkeren zweiten Halbjahr.

«Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,15% sind wir derzeit gut aufgestellt», betonte CFO Martin Blom. Der Bestellungseingang in Europa wuchs um 22% und macht insgesamt 66% aus. Nach Bereichen verzeichnete Pharma/Medical mit +23% das grösste Wachstum.

Aus der Pharma- und Medizinalgeräteindustrie wie auch aus der Konsumgüterindustrie rechnet die Gruppe weiterhin mit einer regen Nachfrage nach Automatisierungslösungen in Europa und den USA. Nach wie vor sehr ungewiss sei die Situation in der Automobilindustrie, die insbesondere für Mikron Machining von grosser Wichtigkeit sei, heisst es weiter.

Die Mikron-Aktien legen aktuell unter vergleichsweise hohen Volumen um 3,2% zu auf 6,10 CHF zu, während der Gesamtmarkt tiefer tendiert. Die Zahlen seien nicht so schlecht wie befürchtet, aber auf tiefem Niveau, kommentiert ein Analyst. (awp/mc/upd/ps)

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