Mobilezone steigert Umsatz und Gewinn im Halbjahr

Mobilezone steigert Umsatz und Gewinn im Halbjahr
Mobilezone-CEO Markus Bernhard. (Foto: Mobilezone)

Regensdorf – Der Handyverkäufer Mobilezone hat im ersten Halbjahr 2016 den Umsatz und den Gewinn deutlich gesteigert. Ein Grossteil des Anstiegs ist wiederum auf den Kauf der deutschen einsAmobile zurückführen. Aber auch auf vergleichbarer Basis ist die Gruppe überraschend kräftig gewachsen. Im zweiten Halbjahr könnte die Lancierung eines neuen iPhone-Modells das Geschäft zusätzlich beleben.

Den Umsatz steigerte Mobilezone in der ersten Jahreshälfte deutlich um 71% auf 523,4 Mio CHF, der Betriebsgewinn EBIT kletterte um 28% auf 18,3 Mio in die Höhe und der Reingewinn von 12,3 Mio liegt mit 17% über Vorjahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit wurden die Erwartungen von Analysten klar übertroffen – die Bank Vontobel schätzte den Umsatz auf 495 Mio und den Gewinn auf 11,8 Mio.

Wie bereits im Vorjahr beeinflusste die Integration der Anfang April 2015 übernommenen einsAmobile die Rechnung. Die Zahlen des ebenfalls in der Vermittlung von Handyabos und dem Verkauf von Mobiltelefonen und Accessoires tätigen Unternehmens wurden 2016 für das ganze Halbjahr konsolidiert gegenüber drei Monaten in der Vorjahresperiode. Mobilezone wäre aber auch in der Pro-forma-Betrachtung (Umsatz +18%; Reingewinn +17%) gut gewachsen.

Kündigung mit Salt – Deutsches Online-Wachstum
Im Segment Handel, wo nebst den Schweizer Filialen, dem Online- und dem B2B-Geschäft seit April 2015 auch die Aktivitäten von einsAmobile untergebracht sind, stieg der Umsatz im Halbjahr um 82% auf 489 Mio CHF; pro-forma wäre der Bereich um knapp einen Fünftel gewachsen. Den Segments-EBIT steigerte Mobilezone um 40% auf 12,9 Mio.

Das Marktumfeld im Retailgeschäft und auch im B2B-Markt in der Schweiz bleibe weiterhin «sehr anspruchsvoll», schreibt Mobilezone dazu. Man habe sich daher entschieden, verstärkt auf das Geschäft mit den Partnern Swisscom, Sunrise, UPC und TalkTalk zu setzen und keine Produkte mehr von Salt anzubieten. Es habe sich gezeigt, dass die Geschäftsstrategien von Mobilezone und Salt zu unterschiedlich seien, so Begründung.

In den Filialen setzt Mobilezone derzeit auf ein neues Ladenbaukonzept. Nach Oftringen, Solothurn und Wil im zweiten Halbjahr 2015, seien im laufenden Jahr die Standorte am Luzerner Bahnhof, im Berner Waaghaus, in Hinwil sowie in der Rue de Carouge in Genf mit dem neuen Konzept entweder neu eröffnet oder umgebaut worden. Mit Spreitenbach, Emmen, Zug und Zürich Löwenstrasse sollen noch bis Ende Jahr vier weitere Filialen im neuen Design erstrahlen.

Eine gute Entwicklung habe das Onlinegeschäft in Deutschland zu verzeichnen: Insgesamt wurden im Halbjahr 90’000 (VJ 50’000) Mobilfunkverträge online abgeschlossen. Mit den Erfahrungen am deutschen Markt hat Mobilezone im Mai 2016 in der Schweiz die Website deinhandy.ch lanciert.

Weniger gut lief es im Segment Service Providing, wo der Umsatz um 7% auf 34,3 Mio CHF und der EBIT um beinahe 13% auf 3,1 Mio zurückgegangen ist. Umsatz und EBIT fielen bei TalkTalk leicht hinter die Vorjahreszahlen zurück und im Reparaturbereich in der Schweiz und in Österreich nahmen die Auftragsvolumen im ersten Halbjahr um 14% ab.

Zuversicht fürs zweite Halbjahr
Für das zweite Halbjahr und somit fürs Gesamtjahr 2016 ist die Gesellschaft zuversichtlich. Mobilezone rechnet im weiteren Jahresverlauf mit der Lancierung eines neuen iPhone-Modells, womit bei guter Verfügbarkeit erfahrungsgemäss die Vertragsabschlüsse angekurbelt würden. Zudem dürften die Online-Aktivitäten die Geschäftsentwicklung weiter unterstützen, heisst es. Im Reparaturbereich werde das Auftragsvolumen stabil bleiben und die Profitabilität sich verbessern.

An der Börse gab es für den Ausweis viel Beifall und die Aktien kletterten bis in einem schwächer tendierenden Gesamtmarkt um 3,0% auf 13,90 CHF in die Höhe. Mobilezone habe im Halbjahr klar besser als erwartet abgeschnitten, so die Bank Vontobel. Dabei streicht der zuständige Analyst das gut laufende deutsche Geschäft hervor: Während der Schweizer Telekommarkt äusserst umkämpft bleibe, zeichne sich das deutsche Online-Geschäft durch überdurchschnittliches Wachstum aus. (awp/mc/upd/ps)

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