Nestlé 9 Mte: Organisches Wachstum bei 4,4% – Ausblick bestätigt

Paul Bulcke
Paul Bulcke, ehemaliger Nestlé-CEO. (Foto: Nestlé/Flickr)

Paul Bulcke, CEO Nestlé. (Bild: Nestlé)

Vevey – Nestlé hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2013 bezüglich Wachstumsdynamik im Vergleich zum Halbjahr etwas zugelegt. Eine Erholung erlebte der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern auch in Asien, wenn auch die Wachstumsraten deutlich hinter früher erreichten Werten zurückliegen. Bei den Produktgruppen waren u.a. Tiernahrung und Süsswaren gefragt. Der Ausblick für das Gesamtjahr zu Wachstum und Gewinnentwicklung wurde denn auch bestätigt.

Von Januar bis September erzielte Nestlé bei dem für die Nahrungsmittelindustrie wichtigsten Wert, dem organischen Wachstum, ein Plus von 4,4%. Dabei waren 3,0% auf Mengenwachstum (internes Realwachstum RIG) und 1,4% auf Preisanpassungen zurückzuführen. Der Gesamt-Umsatz stieg derweil um 4,0% auf 68,4 Mrd CHF (VJ revidiert), wobei sich die Wechselkurse per Saldo mit -2,5% und die Devestitionen/Akquisitionen mit +2,1% auswirkten, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Nestlé die Markterwartungen (AWP-Konsens) nur knapp erreicht. Von AWP befragte Analysten hatten das organische Wachstum bei 4,5% (Bandbreite +4,4 bis +4,6%) und das interne Realwachstum bei 3,1% (+2,8 bis +3,4%) geschätzt. Der von Nestlé selbst mit 25-Analystenschätzungen berechnete Konsensus lag bei 4,4% und entspricht damit genau dem erzielten Wert. Zuletzt hatte Nestlé die Umsatz-Schätzungen vier Quartale in Folge zum Teil sehr deutlich verfehlt, nachdem sie davor viele Quartale zumeist (deutlich) übertroffen worden waren.

Drittes Quartal deutlich besser als zweites
Die Dynamik hat im dritten Quartal etwas zugelegt, war Nestlé im Halbjahr organisch doch lediglich 4,1% gewachsen (Q1: 4,3%). Nestlé gibt zwar keinen detaillierten Wert für das dritte Quartal bekannt, er dürfte aber ziemlich genau bei 5,0% gelegen haben, während im zweiten Quartal lediglich knapp 4% resultiert hatten.

Das Wachstum von Januar bis September betrug 5,1% in Nord- und Südamerika, 0,9% in Europa und 6,9% in Asien, Ozeanien und Afrika. Weltweit wuchs das Geschäft 1,1% in Industrieländern und 8,8% in aufstrebenden Märkten. Das interne Realwachstum lag derweil bei 2,0% in Nord- und Südamerika, 1,9% in Europa und 5,8% in Asien, Ozeanien und Afrika.

Bei der zuletzt etwas zurückgebliebene Region AOA (Wasser- und Nutritionsgeschäft ausgenommen) kann eine leichte Beschleunigung beim organischen Wachstum auf 5,6% von 5,1% im Halbjahr vermeldet werden. Bei den Produktgruppen war Tiernahrung bezüglich Wachstum vorne mit einem Plus von 6,9%, und auch Nutrition und Healthcare sowie Süsswaren legten über 6% zu.

Der Bereich Professional, zu dem unter anderem Nespresso gehört, legte organisch um 5,6% zu, wobei für letzteres keine genauen Zahlen genannt werden. Es heisst dort lediglich, das Geschäft habe seine Dynamik behalten. Die frühere Paradesparte Nespresso mit Wachstumsraten von 20% und mehr über Jahre leidet seit einiger Zeit unter einer grossen Zahl von Nachahmern. Nestlé versucht sich gerichtlich dagegen zu wehren, hat aber Mühe, seine Patente zu verteidigen. Erst letzte Woche hatte Nestlé eine Niederlage beim europäischen Patentamt einstecken müssen.

«Breit abgestütztes Wachstum»
Konzernchef Paul Bulcke meinte zum Ergebnis: «Unser internes Realwachstum hat wieder an Dynamik gewonnen und ist breit abgestützt über alle Kategorien, Preissegmente und Zonen hinweg. Insbesondere Europa verzeichnet weiterhin Wachstum und Asien und Afrika haben an Geschwindigkeit zugenommen.» Das momentan herausfordernde Umfeld biete die richtige Gelegenheit, die Grundlagen des Geschäfts weiter zu stärken.

Bulcke bestätigt entsprechend den Ausblick für das Gesamtjahr, wobei die Formulierungen relativ vage sind: «Wir erwarten, dass die sich fortsetzende Wachstumsdynamik uns ermöglichen wird, für das Gesamtjahr ein organisches Wachstum um die 5% sowie eine Verbesserung der Marge und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen zu erzielen.» Angestrebt wird auch eine Verbesserung der Kapitaleffizienz, wie Nestlé vor kurzem anlässlich eines Investorentages detailliert darlegte. Bereiche etwa, die zu wenig zum Ergebnis beitragen, sollen entweder restrukturiert oder verkauft werden. Spekulationen gibt es aber auch über weitere Zukäufe. So soll laut der italienischen Zeitung Repubblica Nestlé am Schokoladenhersteller Ferrero interessiert sein. Nestlé-Medienchef Robert Tickle wollte entsprechende Gerüchte allerdings nicht kommentieren.

Vorbörslich wirft der Abschluss keine allzu grossen Wellen, dürfte aber in der Tendenz nicht allzu gut aufgenommen werden. Die Aktie verliert in einem knapp höheren Gesamtmarkt leicht an Wert. (awp/mc/upd/ps)

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