Nestlé gewinnt bei Absatzmengen an Schwung und bekräftigt Ausblick
Vevey – Nestlé hat im ersten Halbjahr 2026 bei den Absatzmengen weiter an Schwung gewonnen. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern profitierte von einem starken Wachstum in aufstrebenden Märkten und einer grösseren Nachfrage nach Kaffee und Tierfutter. Für das Gesamtjahr präzisierte das Management den Wachstumsausblick innerhalb der bisherigen Prognose.
Im zweiten Quartal erreichte der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Maggi-Würze und Purina-Tierfutter ein organisches Wachstum von 3,7 Prozent, nach 3,5 Prozent im ersten Quartal, wie er am Donnerstag mitteilte. Die Steigerung der verkauften Mengen (RIG) trug 1,8 Prozent zu diesem Wachstum bei, nach 1,2 Prozent im Vorquartal. Preisanpassungen machten 1,9 Prozent aus.
Über das gesamte erste Halbjahr erzielte Nestlé von Januar bis Juni damit ein organisches Wachstum von 3,6 Prozent. Das RIG verbesserte sich auf 1,5 Prozent. Der Preisbeitrag lag bei 2,1 Prozent.
Die Entwicklung der Absatzmengen gilt als wichtiger Gradmesser für die operative Erholung des Konzerns. Nach mehreren Jahren, in denen das Wachstum stagnierte und vor allem von Preiserhöhungen getragen wurde, erklärte der seit September 2025 amtierende CEO Philipp Navratil nachhaltiges Mengenwachstum zur obersten Maxime. Mit den Zahlen erfüllte Nestlé die Erwartungen der Analysten.
Profitabilität bleibt unter Druck
Der ausgewiesene Umsatz sank wegen negativer Währungseffekte leicht auf 43,109 Milliarden Franken. Diese Kennzahl ist für Anleger allerdings zweitrangig, da sie auch durch Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen beeinflusst wird.
Bei der Profitabilität machten sich die anhaltend hohen Kosten für Kaffee und Kakao bemerkbar. Belastet wurde das Ergebnis zudem durch US-Zölle sowie höhere Investitionen in Werbung, Innovationen und die Stärkung wichtiger Marken. Der bereinigte operative Gewinn (Underlying Trading Operating Profit) sank leicht auf 7,081 Milliarden Franken. Die entsprechende Marge lag bei 16,4 Prozent nach 16,5 Prozent im Vorjahr.
Unter dem Strich verdiente Nestlé 3,472 Milliarden Franken. Belastet wurde das Ergebnis durch Wertberichtigungen von rund 1,4 Milliarden Franken im Zusammenhang mit als zum Verkauf gehalten klassifizierten Vermögenswerten, darunter Teile des Eiscreme- und Vitamin- beziehungsweise Nahrungsergänzungsgeschäfts.
Für das Gesamtjahr sieht sich der Konzern aus Vevey auf Kurs. Neu erwartet das Management ein organisches Wachstum von sicher 3 bis 4 Prozent, bisher war lediglich von rund 3 bis 4 Prozent die Rede. Zudem soll das Wachstum der Absatzmengen gegenüber 2025 zunehmen. Für die operative Marge rechnet Nestlé weiterhin mit einer Verbesserung gegenüber den 16,1 Prozent des Vorjahres.
Parallel zu den Halbjahreszahlen kündigte Nestlé den bereits erwarteten Teilverkauf des europäischen Wassergeschäfts an. Der Konzern gründet dafür mit der US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity das Gemeinschaftsunternehmen Peranel, an dem beide Partner je 50 Prozent halten. Das Geschäft wird mit 4,5 Milliarden Franken bewertet. Nestlé fliessen daraus 2,8 Milliarden Franken zu. (awp/mc/ps)