Nestlé wächst organisch knapp 3%

Mark Schneider
Nestlé-CEO Mark Schneider. (Foto: Nestlé)

Vevey – Nestlé ist in den ersten neun Monaten 2018 knapp im Rahmen der Erwartungen gewachsen. Vor allem mit der Entwicklung in Nordamerika und im Bereich Säuglingsnahrung zeigte sich das Management zufrieden. Für das Gesamtjahr hält der Westschweizer Konzern an seinen bisherigen Prognosen fest.

Das organische Wachstum lag in der Berichtsperiode laut Mitteilung vom Donnerstag bei 2,8 Prozent, bestehend aus einem Mengenwachstum (RIG) von 2,3 Prozent und Preissteigerungen von 0,5 Prozent. Damit verblieb die wichtigste Umsatzkenngrösse in der Nahrungsmittel-Industrie, bei der Wechselkursverschiebungen und Zukäufe/Verkäufe heraus gerechnet werden, im Rahmen der Halbjahreszahlen (ebenfalls 2,8%).

Verbesserungen in Nordamerika
Der Gesamtumsatz stieg derweil um 2,0 Prozent auf 66,4 Milliarden Franken. Gewinnzahlen werden zu den ungeraden Quartalen keine veröffentlicht. Die Schätzungen der Analysten wurden mit den Zahlen zwar nur knapp erreicht, trotzdem legte die Aktie leicht zu (+0,7 zum Handelsschluss). Dies wurde vor allem mit den starken Abgaben am Vortag begründet.

Das Wachstum im dritten Quartal allein war mit 2,9 Prozent etwas höher und hat sich gegenüber dem zweiten Quartal damit leicht beschleunigt. Vor allem konnte Nestlé die Preise wieder etwas stärker anheben als in den letzten Quartalen.

Lange war der Konzern als grosser Multi bekannt für seine Fähigkeit, die Preise für die eigenen Produkte dank den starken Marken immer wieder zu erhöhen. In den letzten Jahren war dies allerdings kaum mehr gelungen – einerseits wegen zunehmender lokaler Konkurrenz und E-Commerce, aber auch wegen deflationärer Tendenzen in vielen (westlichen) Ländern.

CEO sieht sich auf Kurs
Der Umsatz in den ersten neun Monaten sei über die meisten Regionen und Produktkategorien hinweg solide gewachsen, so CEO Mark Schneider in der Mitteilung. Ausserdem beobachte man eine verbesserte Wachstumsdynamik in Nordamerika sowie weltweit im Geschäft mit Säuglingsnahrung. Das China-Geschäft habe derweil weiterhin im mittleren einstelligen Prozentbereich zugelegt. Ein langsameres Wachstum verzeichnete die Zone EMENA (Europa, mittlerer Osten, Nordafrika), was Nestlé aber vor allem auf die hohen Vergleichswerte im Vorjahr zurückführt.

In Bezug auf die Produkt-Kategorien wiesen alle ein positives Vorzeichen aus: Die höchsten Wachstumsraten gab es für Gesundheitsprodukte und Haustiernahrung, die tiefsten für Fertig- bzw. Milchprodukte.

Nestlé-CEO Mark Schneider zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis und bestätigte entsprechend den Ausblick für das Gesamtjahr. Er rechnet demnach weiterhin mit einem organischen Wachstum von rund 3 Prozent und einer Verbesserung der (bereinigten) operativen Ergebnismarge entsprechend der Zielvorgabe für 2020.

Schneider, der seit rund zwei Jahren bei Nestlé ist, hat bekanntlich einen grösseren Umbau des Konzerns angestossen. So werden wenig wachsende Bereiche veräussert und neue Kategorien dazugekauft. Man habe in dieser Beziehung „wichtige Meilensteine“ erreicht, so der Konzernchef, wobei ihn der frühe Abschluss des Abkommens mit Starbucks besonders gefreut habe. Vor kurzem hat Nestlé ausserdem den Bereich der Hautpflegeprodukte zum Verkauf gestellt.

Frühere Finanzchefinn verlässt Nestlé
Einen Rückschlag muss Schneider allerdings verkraften: Die frühere Finanz- und aktuelle Asienchefin Wan Ling Martello wird Nestlé per Ende Jahr verlassen und durch den langjährigen Nestlé-Manager Chris Johnson ersetzt.

Ganz überraschend kommt der Schritt allerdings nicht: Aufgrund ihrer guten Performance in ihrer aktuellen und früheren Position war sie eigentlich die Kronfavoritin für die Übernahme des CEO-Postens bei Nestlé vor gut zwei Jahren. Ihr wurde dann aber – und das erstmals seit 1922 – ein externer Kandidat vorgezogen, nämlich Mark Schneider vom deutschen Fresenius-Konzern. Dem Nachfolger auf dem Asien-Posten wird von Analysten ein weniger gutes Zeugnis ausgestellt. (awp/mc/ps)

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