Neuwagenverkäufe auf tiefstem Stand seit Jahrhundertwende
Bern – Die Schweizer Autobranche hat einen Fehlstart ins neue Jahr hingelegt: Die Zulassungen von neuen Autos sind im Januar auf den tiefsten Stand seit mindestens der Jahrhundertwende gefallen.
Gerade einmal 14’027 neue Autos seien im ersten Monat in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein immatrikuliert worden. Dies sei ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Januar 2024, teilte die Importeurvereinigung Auto-Schweiz am Dienstag in einem Communiqué mit.
Damit haben die Auto-Zulassungen ihre Talfahrt beschleunigt. Im vergangenen Jahr hatte es einen Taucher von 2,4 Prozent gegeben, trotz eines Schlussspurts im Dezember, als das Jahresendgeschäft die Absatzzahlen um 5,5 Prozent auf gut 26’700 Neuwagen nach oben getrieben hatte.
Denn die Schweizer Autoimporteure, die Händler und Garagisten hatten im Dezember alles unternommen, um CO2-Sanktionen zu vermeiden oder zu minimieren. Dadurch kam es im Jahresendgeschäft zu unnatürlichen Effekten, wie Auto-Schweiz schrieb. So waren die Zulassungen von Steckerautos im Dezember um knapp die Hälfte geklettert.
Scharfe Wende
Nun kam die scharfe Wende: Im Januar wurden nur noch rund halb so viele Neuwagen zugelassen wie im Vormonat Dezember.
«Rückläufige Januarzahlen bei den Personenwagen sind zwar eine typische Gegenbewegung zum Jahresendgeschäft, aber die CO2-Überregulierung verstärkt diese Marktverzerrung markant», erklärte Auto-Schweiz.
Das lasse sich an den reinen Batterie-Autos (BEV) gut ablesen: Im Januar 2026 wurden zwei Drittel weniger BEV in Verkehr gesetzt als im Dezember 2025. Bei den Plug-in-Hybriden betrug das Minus 43 Prozent.
Scharfe Kritik an CO2-Vorschriften
Auto-Schweiz kritisierte die CO2-Vorschriften erneut scharf: Bundesrat und Parlament seien angesichts dieser Zahlen mehr denn je gefordert, die CO2-Rahmenbedingungen rasch anzupassen und an der Marktrealität auszurichten, um weitere Schäden zulasten der Autowirtschaft abzuwenden. Ansonsten setze sich die Überalterung des Schweizer Fahrzeugbestands unvermindert fort, und die Klimaziele würden unerreichbar.
Die Nationalratskommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek-N) hatte in der letzten Woche ihre Initiative zur Flexibilisierung der CO2-Emissionsvorschriften für die Jahre 2025 bis 2027 zurückgezogen. Damit verzichtete sie laut Auto-Schweiz darauf, das CO2-Gesetz im Gleichschritt mit der EU anzupassen. Die EU hatte den Herstellern eine dreijährige Übergangsfrist zur Erreichung der CO2-Ziele gewährt. (awp/mc/ps)