Nobel Biocare erhöht Margen-Guidance nach Halbjahres-Zahlen

Richard Laube

Nobel Biocare-CEO Richard Laube. (Foto: Nobel Biocare)

Glattbrugg – Der Dentalimplantat-Hersteller Nobel Biocare hat im zweiten Quartal 2014 und im ersten Halbjahr deutliche betriebliche Fortschritte gemacht. Der Umsatz ging indessen in der Berichtswährung Euro leicht zurück, zog aber zu konstanten Wechselkursen an. Angesichts der betrieblichen Verbesserungen hat das Management die EBIT-Guidance für das laufende Jahr sowie die mittelfristigen Zielsetzungen erhöht. Dazu soll auch die Schliessung der Produktionsstätte in Quebec beitragen. Keine News gibt es hingegen zu den Übernahmegesprächen, die mit einigen Interessenten derzeit geführt werden.

Im Berichtsquartal sank der Umsatz gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 2,4% auf 144,3 Mio EUR. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) sei hingegen ein Wachstum um 2,2% erreicht worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der EBIT wird mit 23,4 Mio um 93% höher ausgewiesen. In den 12,1 Mio des Vorjahres waren allerdings Einmalkosten von 6,2 Mio für die Reorganisation in Göteborg enthalten. Die EBIT-Marge verdoppelte sich knapp auf 16,2%. Der Reingewinn sich fast auf 15,9 Mio. Mit den vorgelegten Quartalszahlen hat Nobel Biocare die Prognosen der Analysten beim EBIT und Reingewinn übertroffen, der Umsatz lag indessen leicht unter den Erwartungen.

Im Halbjahr stieg sank Umsatz um 2,2% auf 283,1 Mio EUR, legte zu kWk aber um 2,5% zu. Der EBIT wuchs um 36% auf 42,4 Mio, die Marge verbesserte sich um 4,3 Prozentpunkte auf 15,0%. Und der Reingewinn erreichte 28,5 Mio (+34%).

Americas weiterhin als Haupttreiber
Unter den einzelnen Marktregionen stieg der Umsatz in Europa, Mittlerer Osten und Afrika zu kWk um 0,8% (Umsatzanteil 43%). Die Region Americas war mit +3,2% wiederum Zugpferd, bei einem unveränderten Umsatzanteil von 40%. In Asien/Pazifik nahm der Absatz um 5,9% zu, wobei Japan im tiefen mittleren einstelligen Prozentbereich wuchs. Aber auch das beschleunigte Wachstum in China und Indien sowie eine verbesserte Performance in Australien waren die Treiber.

Bei den Produktkategorien wuchsen die Implantatsysteme (85% des Umsatzes) um 3,1% (kWk) im Halbjahr. Die individualisierten Produkte schrumpften hingegen um 0,9%. Die im Value-Segment aktive Alpha-Bio Tec legte im mittleren einstelligen Bereich zu.

«Nobel Biocare befindet sich sehr gut in Form. Das Geschäft hat derzeit die beste Basis seit den vergangenen fünf bis sechs Jahren», sagte der zufriedene CEO Richard Laube am Donnerstag im Gespräch mit AWP. «Zu konstanten Wechselkursen haben wir den Umsatz stärker gesteigert als die Konkurrenten, die bisher berichtet haben.»

Fokus auf Margen- und Qualitätsverbesserungen
Nachdem nun wieder ein nachhaltiges Umsatzwachstum erreicht worden sei, richte sich der Fokus vermehrt hin zur Margen- und Qualitätsverbesserung, hiess es weiter. Im Rahmen der getroffenen Massnahmen soll aber auch die Produktionsstätte in Quebec/Kanada geschlossen werden. «Dadurch werden ab 2015 jährliche Kosteneinsparungen in der Höhe von 4,4 Mio EUR erzielt, wobei die damit verbundenen einmaligen Restrukturierungskosten von 6,6 Mio im dritten Quartal 2014 verbucht werden», hiess es dazu. Weiter Betriebsschliessungen seien aber nicht geplant, sagte CEO Laube.

Zu den Massnahmen gehörten Programme wie «NobelQuality», die Neuausrichtung der Gruppenfunktionen, «Order-to-Cash» und die Optimierung der indirekten Käufe. Im Laufe der kommenden zwei Jahre soll auch das «NobelProcera»-Portfolio weiter gestrafft werden.

EBIT-Margenziel erhöht
Für das Gesamtjahr bekräftigt das Management die Umsatzguidance. So wird weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 4% (zu kWk) gerechnet. Die EBIT-Guidance wird jedoch für das Gesamtjahr 2014 sowie in den mittelfristigen Zielsetzungen deutlich angehoben. Neu soll die EBIT-Marge unter Ausschluss der Kosten für die Neuorganisation um rund 150 bis 200 Basispunkte (kWk) im Vergleich zum Vorjahr (2013: 12,1%) steigen. Bisher wurde eine Steigerung um 100 Basispunkte (kWk) prognostiziert.

Für die nächsten 3 bis 5 Jahre werde neu die erwartete EBIT-Margenverbesserung auf 100 bis 150 Basispunkte (kWk) erhöht von bisher 50 bis 100 Basispunkten, so die Mitteilung weiter.

Zu den laufenden Übernahmegesprächen gebe es keine Neuigkeiten, sagt der CEO gegenüber AWP. Das Unternehmen hatte vor drei Wochen über Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten in einer frühen Phase informiert. (awp/mc/upd/ps)

 

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