Novartis erneut mit zweistelligem Umsatzwachstum

Novartis-CEO Joe Jimenez.

Basel – Der Pharmakonzern Novartis ist im zweiten Quartal des laufenden Jahres erneut stark gewachsen. Gegenüber dem ersten Jahresviertel hat sich die Expansion dabei gar noch beschleunigt. Unterstützung erhielt der in US-Dollar bilanzierende Konzern von der Dollarschwäche. Die Gewinnzahlen legten etwas weniger stark zu, hier wirkte die Frankenstärke bremsend. Mit Blick auf das Gesamtjahr wurden der Ausblick für den Konzern sowie den wichtigsten Geschäftsbereich Pharma bekräftigt.

Der Nettoumsatz der Gruppe stieg im zweiten Quartal um 27% auf 14,9 Mrd USD. Währungseffekte trugen dazu 8 Prozentpunkte bei. Mit neu eingeführten Produkten löste Novartis 3,8 Mrd USD (+46%), wie der Medienmitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist.

Gewinn durch Elidel-Verkauf überkompensiert
Das operative Ergebnis wuchs um 12% auf 3,3 Mrd USD. Hier hatten die Wechselkursveränderungen einen negativen Effekt von insgesamt 3 Prozentpunkten. Im Betriebsergebnis enthalten ist ein Veräusserungsgewinn in Höhe von 324 Mio aus dem Verkauf von Elidel, der indes durch verschiedene Wertminderungen, Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bei Sandoz sowie Restrukturierungs- und Integrationskosten überkompensiert wurde.

Konzerngewinn steigt um 12 Prozent
Der Konzerngewinn schliesslich verbesserte sich ebenfalls um 12% auf 2,7 Mrd USD; je Aktie ergab sich ein Plus von 7% auf 1,13 USD. Der Free-Cash-Flow lag mit 3,3 Mrd USD um 39% über dem Vorjahr.

Jimenez erfreut über verbesserte Kerngewinnmarge
Die Novartis-Führung zeigt sich gemäss Mitteilung mit dem Quartalsausweis zufrieden: «Novartis konnte dank der hervorragenden Umsetzung einer soliden Strategie erneut ein erfolgreiches Quartal abschliessen», wird CEO Joseph Jimenez zitiert. Erfreut gab sich der Konzernchef nicht zuletzt über die um 0,4 Prozentpunkte verbesserte Kerngewinnmarge von 28,4%. Das diversifiziertes und auf wachstumsstarke Segmente fokussierte Gesundheitsportfolio verhelfe zu `überlegenen Ergebnissen`, so Jimenez weiter.

Über den Erwartungen
Insgesamt übertrafen die Zweitquartalszahlen von Novartis die durchschnittlichen Prognosen der Analysten sowohl auf der Umsatz- wie auch auf der operativen Kernergebnisebene. Bezüglich Konzern-EBIT und Reingewinn blieb Novartis indes hinter den Konsens-Schätzungen zurück.

Pharma-Bereich steigert Umsatz um 10 Prozent
Im wichtigsten Konzernbereich Pharma stieg der Umsatz im zweiten Jahresviertel um 10% (+2% zu konstanten Wechselkursen) auf 8,3 Mrd USD. Dabei seien Volumensteigerungen von 8 Prozentpunkten durch einen negativen Preiseffekt von einem Prozentpunkt sowie einen negativen Effekt von fünf Prozentpunkten durch Generikakonkurrenz und die Veräusserung von Produkten geschmälert worden. Das operative Ergebnis der Sparte legte um 23% auf 2,8 Mrd USD zu, die entsprechende Marge verbesserte sich auf 33,5% von 29,7%.

Sandoz legt deutlich zu
Die neue Division Alcon steigerte den Umsatz auf pro forma Basis um 12% auf 2,6 Mrd USD, Sandoz legte um 25% auf 2,5 Mrd zu und Consumer Health um 13% auf 1,2 Mrd USD. Rückläufige Verkäufe verzeichnete dagegen die Sparte Vaccines und Diagnostics. Der Umsatz verminderte sich hier um 47% auf noch knapp 300 Mio. Die in der Vorjahresperiode erzielten A(H1N1)-Pandemie-Impfstoffe-Verkäufe in Höhe von rund 200 Mio konnten nicht kompensiert werden. Operativ resultierte zudem ein Verlust von 214 Mio USD.

Ausblick bestätigt
Mit Blick auf das Gesamtjahr bekräftigte das Management den bisherigen Ausblick für den Konzern sowie die Pharma-Division. So erwartet die Gruppe im laufenden Jahr weiter ein Umsatzwachstum um den zweistelligen Prozentbereich und eine Verbesserung der operativen Kerngewinnmarge bei konstanten Wechselkursen. In der Division Pharmaceuticals rechnet Novartis weiter mit einem Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich. Volumensteigerungen würden den Einfluss der Generikakonkurrenz mehr als wettmachen.

Auf Basis der neuen Divisionsstruktur präzisierte Novartis den Ausblick für Alcon und Sandoz. So sollen beide Divisionen ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erzielen.

Bezüglich Währungen veranschlagt Novartis auf Basis des US-Dollar Durchschnittsniveau vom Juni im Gesamtjahr einen positiven Umsatzeffekt von 5% sowie einen negativen Einfluss auf das operative Ergebnis im Umfang von 3%.  (awp/mc/pg)

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