Novartis Q1: Nettoumsatz sinkt um 2 %

Joe Jimenez
Joseph Jimenez, CEO Novartis (Bild: Novartis)

Joe Jimenez, CEO Novartis.

Basel – Die Entwicklung des Pharmakonzerns Novartis war im ersten Quartal 2012 von verschiedenen Herausforderungen geprägt. Während die Verkäufe der Pharma-Division etwas über den Erwartungen des Marktes ausfielen, belasteten vor allem der Umsatzrückgang bei Sandoz und ein Produktionsstopp in Lincoln/Nebraska die Entwicklung. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden vom Management indes bestätigt.

Der Konzern-Nettoumsatz sank in der Berichtsperiode im Vergleich mit dem Vorjahresquartal um 2% auf 13,74 Mrd USD. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) sei der Absatz um 1% gesunken, teilte Novartis am Dienstag mit. Das operative Ergebnis fiel um 17% auf 2,82 Mrd USD (-15% kWk) und die Marge um 3,8 Prozentpunkte auf 20,5%. Der Reingewinn ging um 18% (-15% kWk) auf 2,33 Mrd zurück. Der Free-Cash-Flow lag mit 2,06 Mrd indessen um 27% höher.

Das operative Kern-Ergebnis wird mit 3,69 Mrd (-8%; -6% kWk) und der Kern-Reingewinn mit 3,09 Mrd (-8%; -6% kWk) bzw. 1,27 USD je Aktie (-10%; -8%) ausgewiesen. Die «Kern»-Zahlen sind bereinigt um Akquisitions- und weitere bedeutende Sondereffekte. Mit den Q1-Zahlen hat der Konzern die Erwartungen des Marktes ausser beim Pharma-Umsatz unterschritten.

Starke Entwicklung bei Pharma und Alcon
«Die Divisionen Pharmaceuticals und Alcon erzielten im ersten Quartal ein starkes Wachstum und eine gute operative Leistungsfähigkeit. Die Nettoumsatzentwicklung des Konzerns war beeinträchtigt durch die Division Sandoz, die sich dem Vergleich mit dem starken Vorjahresquartal mit Exklusivrechten für Enoxaparin stellen musste, sowie durch das Consumer-Health-Geschäft, das durch die Aussetzung der Produktion am US-Standort in Lincoln belastet war», sagte Novartis-CEO Joseph Jimenez an einer Telefonkonferenz.

«Wir machen jedoch Fortschritte, die Qualitätsprobleme am Standort in Lincoln wie auch an den drei Produktionsstandorten von Sandoz zu beheben.» So soll die Produktion in Lincoln im Mai wieder aufgenommen werden, die Auslieferungen würden im zweiten Halbjahr wieder beginnen, hiess es weiter.

Pharma: Sehr starke Volumensteigerung
Die Pharma-Division steigerte laut Mitteilung den Umsatz um 2% (+3% kWk) auf 7,84 Mrd USD. Dabei hätten «sehr starke» Volumensteigerungen von neun Prozentpunkten die Auswirkungen der Einführung von Generika von sechs Prozentpunkten mehr als wettgemacht. Die seit 2007 eingeführten Produkte von Pharmaceuticals hätten einen Nettoumsatz von 2,6 Mrd erzielt. Diese seien auf einen Anteil am Divisionsumsatz von 33% gekommen, verglichen mit 26% im Vorjahreszeitraum. Für das laufende Geschäftsjahr sieht CEO Jimenez insgesamt neun Blockbuster – darunter Gilenya, das im Berichtsquartal trotz Sicherheitsüberprüfung in der EU und in den USA auf einen Umsatz von 247 Mio USD kam.

Alcon erzielte eine Umsatzsteigerung um 5% (+6% kWk) auf 2,54 Mrd USD. Sandoz verzeichnete hingegen einen Verkaufsrückgang um 10% (-8% kWk) auf 2,12 Mrd. Consumer Health trug 932 Mio (-20%; -18% kWk) und Vaccines and Diagnostics 299 Mio (-19%; -18% kWk) bei.

In den USA fast 2000 Stellen abgebaut
Im Weiteren habe die im Januar 2012 angekündigte Restrukturierung des US-Geschäfts im ersten Quartal Aufwendungen von 147 Mio USD zur Folge gehabt. Dabei seien 1’960 Stellen abgebaut worden. Das Management rechnet damit, dass diese Massnahme nach ihrem Abschluss im zweiten Quartal 2012 Einsparungen von 450 Mio bringen dürften.

Ausblick bestätigt
Das Management des Pharmakonzerns hat zudem den Ausblick bestätigt. So wird weiterhin davon ausgegangen, dass der Konzernumsatz 2012 bei konstanten Währungen – vorbehältlich unvorhergesehener Ereignisse – dem des Vorjahres entspricht. Die operative Kerngewinnmarge in konstanten Währungen dürfte voraussichtlich leicht unter den Wert von 2011 sinken.

Sollten sich die Wechselkurse im restlichen Jahresverlauf auf dem Niveau des Monats März halten, wird jedoch mit einem negativen Effekt von etwa 2-3% auf den Umsatz und das operative Ergebnis gerechnet.

Ergänzungsakquisitionen im Umfang von 1-3 Mrd Dollar möglich
Ferner hält CEO Jimenez an der bisherigen Akquisitionspolitik fest. Zwar brauche man keine Übernahmen, um zu wachsen. Allerdings könnten für alle Konzernbereiche Ergänzungsakquisitionen im Umfang von 1 – 3 Mrd USD erfolgen, hiess es. (awp/mc/pg)

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