Novartis Q3: Umsatz sinkt um 7% auf 13,81 Mrd USD

Joe Jimenez
Joseph Jimenez, CEO Novartis (Bild: Novartis)

Joseph Jimenez, CEO Novartis (Bild: Novartis)

Basel – Der Pharmakonzern Novartis hat im dritten Quartal 2012 den negativen Einfluss von Patentabläufen dank jungen Produkten weitgehend kompensieren können. Darüber hinaus hat er weitere Fortschritte in der Forschung und Entwicklung erzielt. Auch die Produktivitätssteigerungen kommen schneller voran als erwartet. Demgegenüber dürfte sich die Konkurrenz für den Blutdrucksenker Diovan in den USA verstärken, und die Produktion im US-Werk Lincoln steht immer noch still. Alles in allem sieht das Management den Konzern auf Kurs und hat die Guidance für 2012 bestätigt.

Der Konzern-Nettoumsatz sank im Vergleich zu der Vorjahresperiode um 7% auf 13,81 Mrd USD. Zu konstanten Wechselkursen betrug der Rückgang 2%. Neben dem negativen Wechselkurseinfluss haben sich Patentverluste, insbesondere für den Blutdrucksenker Diovan, sowie Umsatzrückgänge bei Sandoz und Consumer Health negativ ausgewirkt, teilt der Pharma-Konzern am Donnerstag mit.

Das operative Ergebnis stieg indessen um 3% auf 3,03 Mrd USD (+5% zu konstanten Wechselkursen, kWk); der Reingewinn verharrte auf 2,48 Mrd (+2% zu kWk). Der Free-Cash-Flow sank um 5% auf 3,50 Mrd. Das operative Kern-Ergebnis wird mit 3,89 Mrd (-5%; -3% zu kWk) ausgewiesen. Der Kern-Reingewinn erreichte 3,26 Mrd (-8%, -6% zu kWk). Die «Kern»-Zahlen sind bereinigt um Akquisitions- und weitere bedeutende Sondereffekte. Mit dem ausgewiesenen Zahlenset hat Novartis die Markterwartungen ausser beim Umsatz übertroffen bzw. erfüllt.

In den ersten neun Monaten sank der Konzern-Nettoumsatz um 4% auf 41,85 Mrd USD (-1% zu kWk). Das operative Kern-Ergebnis und der Kerngewinn verringerten sich um je 7% in USD oder je 4% zu kWk auf 11,49 Mrd bzw. 9,71 Mrd.

Erfolgreiche neu eingeführte Pharma-Produkte
Einerseits begegnet der Konzern Patentabläufen und Preisdruck durch neue Produkte, andererseits durch Produktivitätssteigerungen. «Der Nettoumsatz war vom Ablauf des Patentschutzes für Diovan sowie einem Umsatzrückgang bei Sandoz und Consumer Health beeinträchtigt, aber unsere neu eingeführten Produkte entwickeln sich gut und erwirtschaften heute 29% des Konzernumsatzes», wird CEO Joseph Jimenez in der Mitteilung zitiert.

Im Berichtsquartal erreichten die jüngeren Produkte einen Umsatz von 2,8 Mrd USD bzw. 36% des Pharma-Umsatzes; demgegenüber sanken die Diovan-Verkäufe um 31% zu kWk auf 969 Mio USD. Dabei sind die Exklusivrechte am Blutdrucksenker in den USA erst Ende September ausgelaufen und es sind noch nicht alle Generika-Konkurrenten im Markt.

Mit Blick auf die Fortschritte in der Produktpipeline sagte CEO Joseph Jimenez an einer Telefonkonferenz: «Ich bin davon überzeugt, dass sich diese positiv auf die langfristigen Wachstumsaussichten des Unternehmens auswirken.» In der Berichtsperiode wurde acht regulatorische Meilensteine erreicht, darunter die US- und EU-Zulassung für Afinitor bei fortgeschrittenem Brustkrebs, die EU-Zulassung für Jakavi zur Myelofibrose-Behandlung und die EU-Zulassung für Seebri Breezhaler gegen chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Weitere Produktivitätssteigerungen
Die Pharma-Division verzeichnete in der Berichtsperiode einen Umsatzrückgang um 5% auf 7,78 Mrd, zu konstanten Wechselkursen konnte der Umsatz indessen gehalten werden. Die Marge stieg um 5,3 Prozentpunkte (PP) auf 32,5%. In den ersten neun Monaten erreichten die Pharma-Verkäufe 23,88 Mrd (-1%; +2% zu kWk), und die operative Marge konnte auf 32,1% (+1,2 PP) verbessert werden.

Das Management konzentriert sich weiterhin auf die Steigerung der Produktivität in den Bereichen Beschaffung, Herstellung sowie Marketing und Verkauf. Im laufenden Jahr dürfte das jährliche Produktivitätsziel von 3,5-4,0% des Umsatzes voraussichtlich übertroffen werden. Insgesamt wurden im Q3 durch Produktivitätssteigerung Bruttoeinsparungen von mehr als 750 Mio USD erzielt.

Ausblick bestätigt
Im Weiteren hat das Management den Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 bestätigt. Auf Konzernebene rechnet Novartis so bei konstanten Wechselkursen mit einem Nettoumsatz auf dem Niveau des Jahres 2011. Die operative Kerngewinnmarge werde dagegen leicht unter dem Wert des Vorjahres ausfallen.

An den fünf Unternehmensbereichen wird festgehalten, wie weiter zu erfahren war. CEO Jimenez will diese Bereiche weiterhin durch Ergänzungsakquisitionen stärken. Noch keinen Termin konnte der CEO hingegen für die Wiederaufnahme der Produktion in Lincoln nennen; ein Teil der Produkte wird derzeit durch Dritte hergestellt. (awp/mc/upd/ps)

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