Novartis schliesst 2014 im Rahmen der Erwartungen ab

Joe Jimenez
Novartis-CEO Joe Jimenez. (Foto: Novartis)

Novartis-CEO Joe Jimenez. (Foto: Novartis)

Basel – Der Pharmakonzern Novartis hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 im Rahmen der Prognosen des Managements entwickelt. Der Umsatz in Lokalwährungen legte leicht zu, das operative Ergebnis etwas stärker. Die eingeleitete Transformation des Portfolios schreitet wie geplant voran und das Management gibt sich überzeugt, damit für den zukünftigen Erfolg positioniert zu sein. Die Aktionäre kommen in den Genuss einer um 6% höheren Dividende von 2,60 CHF.

In der Konzernwährung US-Dollar weist Novartis für 2014 einem um 1% höheren Umsatz von 58,0 Mrd USD aus. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug das Wachstum 3% und lag damit im Rahmen der Guidance des Managements.

Reingewinn steigt um 12 % auf 10,3 Mrd Franken
Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls um 1% (+7% zu konstanten Wechselkursen) auf 10,7 Mrd USD. Der ausserordentliche Gewinn von 0,9 Mrd aus der Veräusserung der Einheit für Bluttransfusionsdiagnostik im ersten Quartal wurde dabei durch eine ausserordentliche Wertminderung von 1,1 Mrd im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veräusserung des Grippeimpfstoffgeschäfts an CSL im vierten Quartal mehr als kompensiert. Den negativen Wechselkurseffekt beziffert Novartis auf 6 Prozentpunkte.

Der Reingewinn nahm insbesondere dank höheren Erträgen aus assoziierten Gesellschaften überproportional um 12% auf 10,3 Mrd zu, wie der der Pharmakonzern am Dienstag mitteilt.

Erwartungen erfüllt
Das operative Kernergebnis wird mit 14,6 Mrd USD ausgewiesen (+3%). Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einer im Vergleich zum Umsatz überproportionalen Zunahme um 8%, womit Novartis auch hier im Rahmen der eigenen Prognosen liegt. Mit den ausgewiesenen Zahlen erfüllt der Konzern insgesamt auch die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

«Jahr der Transformation»
2014 war für Novartis ein Jahr der Transformation gewesen, erklärte CEO Joseph Jimenez. «Wir haben unsere Umsetzungsfähigkeit verbessert und zugleich Schritte unternommen, um das Unternehmen auf unsere drei führenden Geschäftsbereiche mit globaler Reichweite zu fokussieren», so der Konzernchef.

Wachstumsprodukte treiben den Umsatz
Stark haben sich 2014 erneut die Wachstumsprodukte entwickelt. Diese steuerten 18,6 Mrd USD bzw. 32% zum Nettoumsatz des Konzerns bei und legten gegenüber dem Vorjahr um 18% zu. Mit 2,4 Mrd USD schlug auf der anderen Seite der Verlust von Exklusivrechten, insbesondere Diovan, negativ zu Buche.

Der Umsatz im Hauptgeschäft Pharma erreichte insgesamt 31,8 Mrd, was einem Minus in USD von 1% entspricht; zu konstanten Wechselkursen stieg der Umsatz der grössten Division um 1%. Volumensteigerungen um 7 Prozentpunkte sowie höhere Preise im Umfang von einem Prozentpunkt wurden durch die Einbussen durch Generikakonkurrenz (-7 Prozentpunkte) grösstenteils aufgehoben. Als Folge höherer Restrukturierungskosten sowie gestiegener Wertminderungen reduzierte sich das operative Ergebnis um 10% auf 8,5 Mrd.

Alcon und Sandoz steigern Umsatz und Ergebnis
Die Augenheildivision Alcon steigerte ihren Umsatz um 3% auf 10,8 Mrd USD, das operative Ergebnis erhöhte sich überproportional um 30% auf 1,6 Mrd. Die kleinste Divisionen Sandoz schliesslich legte umsatzmässig um 4% auf 9,6 Mrd zu, das operative Ergebnis verbesserte sich um 6%.

Weitere Fortschritte machte der Konzern in der Berichtsperiode hinsichtlich höherer Produktivität. Insgesamt wurden mit den Initiativen zur Produktivitätssteigerung Einsparungen von rund 2,9 Mrd bzw. 5% des Nettoumsatzes erzielt. Das vierte Quartal trug dazu 881 Mio USD bei.

Weitere Margenverbesserungen angestrebt
Auch im laufenden Jahr will das Management die Margen weiter verbessern. Auf Konzernebene wird so eine Umsatzsteigerung (zu kWk) im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt, während das operative Kernergebnis stärker zunehmen soll, und zwar im hohen einstelligen Prozentbereich. Realisiert werden soll die Margenausweitung dank der Portfolio-Umgestaltung und unter anderem der Umsetzung der Dienstleistungseinheit Business Services sowie weiteren Massnahmen zur Produktivitätssteigerungen.

Wechselkurse belasten
Den Umsatz weiter beeinträchtigen wird die Konkurrenz durch Generika. Die daraus zu erwartenden Umsatzeinbussen werden für das laufende Jahr auf 2,5 Mrd USD geschätzt. Ebenfalls belastend wirken die Wechselkurse. Ausgehend von den Verhältnissen per Mitte Januar rechnet das Novartis-Management mit negativen Auswirkungen von 7 Prozentpunkten (PP) auf den Umsatz und 12 Prozentpunkten auf das operative Kernergebnis.

Kostenbasis in der Schweiz ein Thema
Vor dem Hintergrund der aktuellen Wechselkursverhältnisse ist auch die Kostenbasis in der Schweiz ein Thema. «Wir schauen uns die Kostenbasis in der Schweiz an», sagte CEO Joseph Jimenez dazu. Es sei aber noch zu früh, um über konkrete Massnahmen zu sprechen.

Jimenez mit Jahresgehalt von 12,6 Mio Franken
CEO Joseph Jimenez hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 leicht weniger verdient als im Vorjahr. Seine Gesamtentschädigung wird mit 12,6 Mio CHF nach 13,2 Mio im Jahr 2013 ausgewiesen. Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt wurde für 2014 mit knapp 4 Mio CHF entschädigt. Seine Gesamtentschädigung für das Vorjahr wurde im neuesten Geschäftsbericht angepasst und wird neu mit 5,2 Mio CHF ausgewiesen. (awp/mc/pg)

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