Novartis wächst dank Pharma und erhöht Gewinnausblick

Novartis wächst dank Pharma und erhöht Gewinnausblick
Novartis-CEO Vasant Narasimhan. (Foto: Novartis)

Basel – Novartis hat vor allem dank seines Pharmageschäftes im ersten Quartal 2019 gut abgeschnitten. Mit der Abspaltung der Augensparte Alcon im April ist der Wandel zu einem fokussierten Unternehmen erst einmal vollzogen. In dieser Struktur verspricht Novartis für das Gesamtjahr ein stärkeres Gewinnwachstum als bisher.

Vor allem mit seiner Pharmasparte Innovative Medicines ist Novartis ein positive Überraschung gelungen. Die Sparte hat 8,8 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz beigesteuert. Damit ist sie um 5 Prozent gegenüber 2018 gewachsen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Anstieg von 10 Prozent.

Absatz von Cosentyx und Entresto markant gesteigert
Dabei konnte der Konzern mit all seinen zuletzt zugelassenen Mitteln punkten. Das Schuppenflechtemittel Cosentyx etwa hat 41 Prozent mehr Umsatz generiert als noch im Vorjahreszeitraum. Dies sei wegen der erhöhten Konkurrenz in dem Bereich ein Erfolg, meldeten sich verschiedene Experten zu Wort.

Für eine positive Überraschung hat auch das Herzmittel Entresto gesorgt, das 85 Prozent mehr umgesetzt hat. Zur Erinnerung: Entresto galt bei seiner Lancierung als einer der grossen Hoffnungsträger, sorgte in der Folge aber wegen eines holprigen Marktstarts für Unsicherheit. Diese sollte mit den Zahlen sinken.

Aber auch die Krebsmittel wie Lutathera, Promacta und Kisqali haben mit ihren Umsätzen in den ersten drei Monaten teilweise deutlich besser als im Schnitt erwartet abgeschnitten.

Konzernumsatz von Pharmageschäft getrieben
Es ist denn vor allem dem Pharmageschäft zu verdanken, dass Novartis auch auf Konzernebene den Umsatz gesteigert hat. Der Nettoumsatz aller fortgeführten Konzern-Bereiche stieg in den ersten drei Monaten um 2 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar (+7% kWk).

Preisdruck in den USA belastet Generikasparte
Dagegen hat die Generikasparte Sandoz weiter unter dem Preisdruck auf dem US-Markt gelitten und für das erste Quartal einen Umsatzrückgang um 8 Prozent auf 2,3 Milliarden verzeichnet. Auf den neuen Sandoz-Chef Richard Saynor wartet also einiges an Arbeit. Saynor kommt vom Konkurrenten GSK und wird sein Amt spätestens zum 1. August 2019 antreten, wie ebenfalls am Mittwoch mitgeteilt wurde. Die laufende Transformation von Sandoz werde einige Jahre brauchen, erklärte CEO Vas Narasimhan an einer Telefonkonferenz. Ziel sei weiterhin, die Eigenständigkeit von Sandoz innerhalb des Konzerns zu stärken.

Operatives Kernergebnis steigt um 9%
Noch deutlichere Steigerungsraten hat Novartis beim operativen Kernergebnis, das die tatsächliche operative Leistung ohne Sonderfaktoren misst, erzielt. Es nahm um 9 Prozent zu auf 3,3 Milliarden US-Dollar. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus gar 18 Prozent. Unter dem Strich wies Novartis einen Konzerngewinn von 1,9 Milliarden aus.

Nicht zuletzt dank dieser guten Entwicklung hat Novartis denn auch seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr erhöht. Neu rechnet der Konzern mit einem Gewinnplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte er eine Spanne von mittlerer bis hoher einstelliger Prozentbereich angegeben. Der Umsatz soll weiter im mittleren einstelligen Bereich zulegen.

Vier Blockbuster 2019 möglich
Diese Zuversicht ist vor allem der eigenen Pipeline geschuldet. So kündigte CEO Narasimhan vor Journalisten an, Novartis könne alleine im laufenden Jahr bis zu vier potenzielle Blockbuster auf den Markt bringen. Neben dem MS-Mittel Mayzent, das erst kürzlich in den USA zugelassen wurde, zählt Novartis auch die Gentherapie Zolgensma, das Krebsmittel BYL719 und den Augenkandidaten RTH258 dazu.

Für die Gentherapie Zolgensma steht die Entscheidung der US-Behörde schon in wenigen Wochen an. Sie wird bei der Behandlung von SMA, einer progressiven neuromuskulären Erkrankung, eingesetzt. Zolgensma gilt als erste Therapie, in der eine seltene, monogene Krankheit mit Hilfe der Genersatztherapie – einer Technologie, die ein fehlendes oder defektes Gen durch eine funktionelle Kopie ersetzt – behandelt wird.

Zuletzt hatte es aber Schlagzeilen über einen Todesfall eines behandelten Kindes gegeben. Bei den verschiedenen Fragen hierzu stellt der Novartis-CEO klar, dass es hierbei bestimmte spezielle Aspekte zu beachten gebe und die Ergebnisse der Auswertung zu diesem Fall noch nicht vorlägen.

Novartis-Aktien ziehen deutlich an
Die guten Zahlen und eine höhere Prognosen für den Konzerngewinn verhelfen den Novartis-Aktien am Mittwoch zu einem deutlichen Kursplus. Bis Börsenschluss legen die Titel 2,4 Prozent auf 79,82 Franken hinzu. (awp/mc/pg)

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