«Obwalden und Nidwalden Zeitung» wird eingestellt

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Alpnach Dorf – Die ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung erscheint am Freitag, 2. März, zum letzten Mal als gedruckte Ausgabe, danach werden auch die Online-Kanäle abgeschaltet. Den 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ONZ wurde auf Ende Februar gekündigt.

Publizistisch habe die ONZ ihre Ziele in den vergangenen fast zwei Jahren erreicht und den Medienplatz Unterwalden «enorm belebt», schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Im Inserate- und Abonnentenmarkt hingegen verlief die Entwicklung zu langsam, als dass die Zeitung wirtschaftlich hätte überleben können. Der Verwaltungsrat der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung AG habe deshalb entschieden, das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen zu schliessen und eine geordnete Liquidation einzuleiten.

Keine weiteren Investitionen mehr
Mehr als 400 Aktionärinnen und Aktionäre der ONZ hatten Anfang 2010 innerhalb weniger Wochen Aktien im Wert von 3 Millionen Franken gekauft und den Start der ONZ überhaupt erst ermöglicht. Durch die Liquidation des Unternehmens gehen sämtliche geleisteten Einlagen verloren. Dass das Aktienkapital nach zwei Jahren aufgebraucht sein wird, wurde bereits im Zeichnungsprospekt 2010 festgehalten, so die Verantwortlichen. Da sich auf der Einnahmeseite eine Trendumkehr zum Positiven trotz zahlreicher Massnahmen in den Bereichen Marketing, Preissetzung, Werbung und Personal nicht abgezeichnet habe, halte es der Verwaltungsrat nicht mehr für zielführend, weiterhin in die ONZ zu investieren, heisst es weiter.

Abonnementszahlen deutlich unter den Erwartungen
Die Zeitung zählte rund 3000 Abonnentinnen und Abonnenten, welche die Berichterstattung zweimal in der Woche in der gedruckten Ausgabe mitverfolgten. Zusätzlich erreichte die ONZ jeden Monat mehr als 30’000 Online-Nutzerinnen und -Nutzer, die sich auf den verschiedenen Kanälen über das Geschehen in den beiden Urkantonen informierten. Die im vergangenen Spätherbst lancierten Apps wurden bereits mehr als 1500 Mal heruntergeladen. Gerade bei den Abonnementszahlen blieb man deutlich unter den Erwartungen: Gemäss dem Businessplan war es das Ziel, im ersten Geschäftsjahr rund 4000 Abonnenten zu gewinnen und diese Zahl bis ins dritte Geschäftsjahr auf 8000 zu steigern. Im Inseratebereich lagen die Einnahmen stets rund ein Drittel unter den Erwartungen. (mc/pg)

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