OC Oerlikon 2011: Profitabilität gesteigert

Michael Buscher

Oerlikon-CEO Michael Buscher.

Zürich – OC Oerlikon hat im Geschäftsjahr 2011 ein deutlich besseres Ergebnis verbucht und damit die Analystenerwartungen klar übertroffen. CEO Michael Buscher will weiter den Fokus auf die Marge legen und rechnet mit einem leichern Volumenrückgang im laufenden Jahr. Das Unternehmen plant das erste Mal seit Jahren wieder die Zahlung einer Dividende.

Der Reingewinn beläuft sich auf 224 Mio CHF nach 5 Mio im Jahr 2010, der EBIT auf 419 Mio CHF nach 51 Mio. Der Umsatz des Industriekonzerns stieg um 16% auf 4,18 Mrd CHF, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Bereinigt um Wechselkurseffekte wäre er um 30% auf 4,7 Mrd gestiegen. Der Auftragseingang sank gegenüber dem Vorjahr allerdings um 11% auf 4,04 Mrd CHF, der Auftragsbestand verzeichnete ausserdem ein Minus von 13% auf 1,48 Mrd CHF.

Erwartungen deutlich übertroffen
Damit wurden die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Die Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Auftragseingang von 4,01 Mrd CHF und einen Umsatz von 4,03 Mrd CHF erwartet. Für den EBIT rechneten die Experten mit 374 Mio CHF, für den Reingewinn mit 169 Mio CHF. «Das Jahr 2011 war eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg der Transformation in strategischer und operativer Hinsicht,» sagte CEO Michael Buscher gegenüber AWP. «Wir haben mit einer EBIT-Marge von 10% letztes Jahr einen Rekordwert erreicht. Das ist das Ergebnis einer tiefgreifenden Verbesserungen.»

Dividende von 0,20 CHF geplant
Nachdem das Unternehmen in den letzten Jahren nie Dividende gezahlt hat, wird nun der Generalversammlung wieder eine Ausschüttung von 0,20 CHF pro Aktie (aus der Reserve aus Kapitaleinlagen) vorgeschlagen. Der Verwaltungsrat hat eine Dividendenpolitik verabschiedet, die eine Ausschüttung von bis zu 40% des Reingewinns vorsieht, so das Unternehmen in den Communiqué. Oerlikon sieht die eigene Finanzposition gestärkt. «Die deutliche Verringerung unserer Nettoverschuldung sowie ein anhaltend hoher operativer Geldfluss führten 2011 zu einer weiteren Verbesserung unserer Bonität,» wird CFO Jürg Fedier in der Mitteilung zitiert.

2012: Profitabilitätsniveau soll weiter erhöht werden
Für 2012 rechnet Oerlikon mit einer Erhöhung des Profitabilitätsniveaus und einer EBIT-Marge von rund 11%. Demgegenüber dürften sich Bestellungseingang und Umsatz leicht abschwächen. «Auch in Zukunft werden wir den Fokus auf die Profitabilität legen, allerdings rechnen wir mit einem leichten Volumenrückgang von bis zu 5%», so Buscher. «Wir gehen aber nicht von einem Rezessionsszenario aus. In Asien insgesamt, unserem wichtigsten Markt, rechnen wir mit weiterem Wachstum. Mittelfristig wollen wir auch Märkte wie Indien, Brasilien oder Russland stärker entwickeln.»

Asien gewinnt weiter an Gewicht
Um die bedeutenden Wachstumschancen zu erschliessen, habe der Konzern geografisch seinen Fokus auf Asien gestärkt. China wurde 2011 zum grössten Markt für Oerlikon und hat im Bereich Textil einen Anteil von 40% des Umsatzes. Auf Konzernebene stieg der Asien-Anteil auf 49%, während Nordamerika und Europa 15% bzw. 28% am Umsatz verbuchten. Die sonstigen Regionen machen nur 8% aus.

Entwicklung der Segmente
Das Unternehmen hatte am Freitagabend den Verkauf der defizitären Solar-Sparte an die japanische Tokyo Electron bekannt gegeben. Auf Stufe EBIT verringerte sich das Minus auf 10 Mio CHF, von -59 Mio im Vorjahr. Der Bestellungseingang in diesem Bereichs sank 2011 um 12% auf 202 Mio CHF, und auch der Bestellungsbestand war rückläufig.

Der grösste Konzernbereich Textile verzeichnete ein EBIT von 183 Mio CHF und eine EBIT-Marge von 9%. Weiterhin sei die Nachfrage nach Maschinen zur Verarbeitung von Naturfasern schwächer, was unter anderem auf die höheren Rohstoffpreise zurückzuführen sei. Im zweiten Halbjahr habe man aber eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau verzeichnet. Der Bestellungseingang sank um 21% auf 1,98 Mrd CHF und der Bestellungsbestand um 12%. Das starke Auftragsbuch habe 2011 für einen kräftigen Anstieg des Umsatzes um 23% auf 2,04 Mrd CHF geführt, so das Unternehmen.

Deutlich verbessern konnte DriveSystems 2011 seine Profitabilität mit einem EBIT von 49 Mio (VJ -27). Der Auftragseingang wuchs um 13% und der -bestand um 55%. Auch im Segment Vaccum erreichte das EBIT mit 59 Mio CHF eine Rekordhöhe, war einer Marge von 14% entspricht. Oerlikon will auch hier den Fokus weiter auf Asien legen und der Bereich hat die Kapazität 2011 in China um 30% ausgeweitet. Hier wird mit einer weiteren Verbesserung der Marge und stabilen Umsätzen gerechnet.

Der Unternehmensbereich Advanced Technologies verzeichnet weiter eine geringe Nachfrage nach Produktionsanlagen für Blue-Ray-Discs. Trotz des um 9% niedrigeren Umsatzes stieg das EBIT auf 11 Mio CHF bei einer Marge von 10%. Auch die Überkapazitäten der Solarindustrie hatte negative Auswirkungen. Neue Technologische Lösungen für die Halbleiterindustrie würden derzeit bei den Kunden qualifiziert und würden grosses Potenzial bieten.

Das profitabelste Geschäftsfeld war mit einer EBIT-Marge von 20% der Bereich Coating, der Umsatz wuchs um 15%. Insbesondere die Erholung in der Autoindustrie wirkte positiv, vor allem in Asien. 2012 ist hier weiteres Wachstum geplant. (awp/mc/upd/ps)

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