OC Oerlikon erzielt höheren Halbjahresumsatz

Brice Koch

Brice Koch, CEO OC Oerlikon. (Foto: OC Oerlikon)

Pfäffikon – Der Industriekonzern OC Oerlikon hat im ersten Semester 2014 einen höheren Umsatz erzielt, der Bestellungseingang ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch niedriger ausgefallen. Trotz gegenläufiger Währungseffekte und Einmalbelastungen durch den Metco-Kauf resultierte im fortgeführten Geschäft ein höherer Gewinn. Der jüngst angepasste Ausblick für das Gesamtjahr wird bekräftigt.

Der Konzern-Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 5,8% auf 1,53 Mrd CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Bestellungseingang sank hingegen um 2,3% und erreichte 1,44 Mrd. Der Bestellungsbestand per Mitte Jahr betrug 799 Mio nach 790 Mio zum Ende des ersten Quartals 2014.

Der EBIT verbesserte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 2,3% und erreichte 178 Mio CHF. Die entsprechende Marge betrug 11,7% nach 12,1%. Das Konzernergebnis aus den fortgeführten Aktivitäten stieg um 12,8% auf 123 Mio. Der Konzerngewinn verringerte sich auf 122 Mio verglichen zu 146 Mio im Vorjahr, worin jedoch 37 Mio aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten sind.

Prognosen leicht übertroffen
Die ausgewiesenen Zahlen liegen auf oder leicht über den Prognosen der Experten. Analysten hatten gemessen am AWP-Konsens einen Auftragseingang von 1,44 Mrd CHF, einen Umsatz von 1,51 Mrd und einen EBIT von 173 Mio prognostiziert.

Hohe Profitabilität
Die Profitabilität sei im zweiten Quartal trotz erheblicher Einmalkosten und Rechnungslegungseffekte durch die Metco-Akquisition weiter hoch geblieben, schreibt das Unternehmen weiter. Damit sei das zehnte Quartal in Folge eine zweistellige EBIT-Marge erreicht worden.

Bereiche mit uneinheitlicher Entwicklung
Im Segment Manmade Fibers stieg der Umsatz leicht um 1,2% auf 570 Mio CHF, während der EBIT mit 27% auf 113 Mio deutlich stieg. Der hohe Bestellungsbestand mit anhaltend hoher Profitabilität habe hier das Geschäft geprägt. Bei den Neuaufträgen wurde im zweiten Quartal ein Rückgang um 8,8% verzeichnet, was als Normalisierung gewertet wird.

Drive Systems steigerte den Absatz mit 3,3% ebenfalls leicht, der EBIT wuchs um 82% auf 20 Mio. Im zweiten Quartal habe der Bereich erneut mit einem ungünstigen Marktumfeld zu kämpfen gehabt, heisst es. Wichtigste Wachstumstreiber waren die leichte Erholung im US-Bausektor und die Ausführung von Aufträgen im Energiesektor. Die Nachfrageschwäche im europäischen Agrargeschäft und die anhaltend schwache globale Nachfrage nach Bergbaumaschinen habe jedoch belastet.

Rückläufig war der Umsatz mit 2% auf 192 Mio bei Vacuum, während das Betriebsergebnis um 48% auf 12 Mio rückläufig war. Während sich die allgemeine Prozessindustrie stabil zeigte und der Solarmarkt erste Erholungsanzeichen aufwies, führten Verzögerungen bei Investitionen in Grossprojekte im Bereich der Analytik- und Glasbeschichtungsanwendungen zu einer insgesamt schwächeren Nachfrage.

Mit +31% Umsatz auf 328 Mio entwickelte sich das Geschäft im neu gegründeten Bereich Surface Solutions deutlich besser, auch aufgrund der Konsolidierung des Metco-Kaufs für einen Monat. Aber auch organisch sei Wachstum erreicht worden, betont das Unternehmen. Aufgrund der hohen Nachfrage aus der Auto- und Werkzeugindustrie in Europa, Asien und den USA konnte der Beschichtungsservice von Oerlikon Balzers stark zulegen. Oerlikon Metco berichtete eine höhere Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie sowie steigende Investitionen in den Bereichen Stromerzeugung und Öl & Gas. Der EBIT wurde durch Transaktions- und Integrationskosten negativ belastet und sank um 35% auf 33 Mio.

Advanced Technologies schliesslich setzte um 21% (35 Mio) weniger ab, beim EBIT resultierte ein Minus von 8 Mio nach zuvor -3 Mio. Hier wirkten sich nach Unternehmensangabe vor allem Projektterminierungen in der Halbleiterausrüstungsbranche aus. In den Bereichen Advanced Packaging, MEMS (Microelectromechanical systems) und Power Devices bestehe jedoch weiter ein positiver Ausblick. Verzögerte Investitionsentscheidungen in den Advanced Nanotechnology-Märkten würden belasten.

Ausblick bestätigt
Auf Basis der Halbjahres-Ergebnisse hat Oerlikon den Ausblick für das Gesamtjahr 2014 bestätigt. Das Management rechnet im laufenden Jahr weiter mit einem Zuwachs beim Bestellungseingang von mehr als 10% und mit einem Umsatzwachstum von mehr als 15%. Die Marge beim EBIT soll rund 10% betragen, beim EBITDA rund 15%. (awp/mc/pg)

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