OC Oerlikon verzeichnet Umsatz- und Margenanstieg

Michael Buscher

Michael Buscher, CEO OC Oerlikon.

Pfäffikon – Der Industriekonzern OC Oerlikon hat im ersten Semester 2012 einen höheren Umsatz, aber einen klar tieferen Auftragseingang erzielt. Der operative sowie der Reingewinn aus dem fortgeführten Geschäft lagen über der Markterwartung, wobei sich in den Segmenten Textile, Drive Systems und Coating die Marge insbesondere im zweiten Quartal deutlich verbessert hat. Für das Gesamtjahr gibt das Unternehmen einen etwas optimistischeren Ausblick.

Der Umsatz wuchs in der Berichtsperiode um 3% auf 1,95 Mrd CHF, dagegen sank der Bestellungseingang um 10% auf ebenfalls 1,95 Mrd CHF. Der Bestellungsbestand per Mitte Jahr betrug 1,32 Mrd nach 1,35 Mrd zum Ende des ersten Quartals 2012, wie OC Oerlikon mitteilte. Der EBIT erreichte 267 Mio CHF verglichen mit einem um die Solarsparte bereinigten Wert von 199 Mio im Vorjahr. Ein Teil fiel allerdings auf den Verkauf einer Liegenschaft in Arbon, ohne diesen Effek lag der diesjährige Wert bei 228 Mio CHF und die Marge verbesserte sich auf 11,7 von 10,5%. Und unter dem Strich erreichte der Konzernergebnis aus dem fortgeführten Geschäft 183 Mio CHF (VJ 98 Mio).

Fokus auf operational Excellence
«Unsere Anstrengungen zur Steigerung der Profitabilität haben Resultate gezeigt. Bei fast gleichem Volumen konnten wir die Margen insgesamt deutlich steigern», sagte CEO Michael Buscher gegenüber AWP. «Wir haben den Fokus auf die operational Excellence, Innovation und die Durchdringung des Marktes gelegt.» Zudem hätten sich Portfolioanpassungen positiv ausgewirkt.

In den ersten beiden Quartalen des Vorjahres habe man beim Bestellungseingang Nachholeffekte bei den Kunden gesehen. Insbesondere im Bereich Textil seien hier die Lager wieder aufgefüllt worden», begründete Buscher den Rückgang beim Auftragseingang. Ab dem zweiten Halbjahr 2011 habe sich dies wieder normalisiert.

Weiteres Wachstum in Nordamerika und China
Das Unternehmen verzeichnete weiteres Wachstum in Nordamerika und China. In der Volksrepublik betrug die Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr 17%, und der hier erzielte Anteil stieg im zweiten Quartal auf 31% des Konzernumsatzes. Asien insgesamt macht rund 41% aus.

Textile, Drive Systems und Coating mit höherer Marge
Der Bereich Textile profitierte den Angaben zufolge von der weiterhin hohen Nachfrage im Chemiefaserbereich. Der Umsatz im Segment wuchs in den ersten sechs Monaten um 4% und die EBIT-Marge verbesserte sich auf 10,4% von 7,8%. Bestellungseingang und -bestand waren jedoch rückläufig, was mit einer anhaltenden Abschwächung bei den Naturfasern begründet wird. Das Auftragsbuch bei Chemiefasern sei bis 2014 gefüllt, sagte Unternehmenschef Buscher. Sowohl in China als auch in Indien rechnet er mit einer stabilen Nachfrage.

Bei den Drive Systems stieg der Absatz um 8% und die EBIT-Marge auf 8,8% von 4,3%. Das Unternehmen sieht operationelle Massnahmen als Grund für die Verbesserung. Eine weitere Steigerung der Produktivität soll sich aus dem Verkauf des Standortes Porretta ergeben. Während sich Asien positiv entwickelte, ging der Absatz in den Regionen Nordamerika und EMEA (Europe, Middle East, Africa) zurück.

Eine Margenverschlechterung verzeichnete der Bereich Vacuum mit einem Wert von 12,7% nach 15,5% im Vorjahr. Mehrere Aufträge seien im schwierigen Umfeld zurückgestellt worden und der Solarmarkt entwickle sich weiter schwach. Das Segment Coating verzeichnete höhere Umsätze und Verbesserungen im operativen Geschäft. Die Märkte für Werkzeuge hätten sich aufgrund der Nachfrage aus dem Automobilbereich in Deutschland, Japan und Nordamerika erfreulich entwickelt, heisst es. Das Wachstum in Asien soll vorangetrieben werden. Im Bereich Advanced Technologies war der Umsatz um 20% rückläufig, während der Bestellungseingang um den gleichen Wert stieg.

Ausblick angehoben
Auf Basis der Halbjahres-Ergebnisse hat Oerlikon seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2012 angehoben und erwartet nun einen Umsatz auf dem Niveau von 2011 und eine EBIT-Marge von etwa 11,5%. Der Ausblick für den Bestellungseingang wird dagegen beibehalten. Bisher hatte das Unternehmen eine EBIT-Marge von 11% und einen Rückgang von Umsatz und Bestellungen von bis zu 5% in Aussicht gestellt.

Die Analysten sehen ihre Annahmen durchweg übertroffen und bezeichnen die Bilanz als solide. Die Oerlikon-Namenaktie steigt aktuell in einem freundlichen Gesamtmarkt knapp 1% auf 7,99 CHF. (awp/mc/pg)

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