Oerlikon strukturiert Manmade Fibers und Drive Systems neu

Oerlikon strukturiert Manmade Fibers und Drive Systems neu
Brice Koch, CEO OC Oerlikon. (Foto: pd)

Brice Koch, CEO OC Oerlikon. (Foto: pd)

Pfäffikon SZ – Das Technologieunternehmen Oerlikon positioniert sich für die kommenden Jahre und richtet die verbleibenden drei Bereiche nach dem Verkauf der Sparte Vakuum neu aus. Dabei sind strukturelle und operative Massnahmen geplant, die auch Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl haben werden. Während das Segment Surface Solutions gestärkt werden soll, wird Manmade Fibers das Geschäftsmodell an die jüngsten Marktentwicklungen anpassen und Drive Systems sich auf ausgewählte Wachstumsmärkte fokussieren und reorganisieren.

Mit den geplanten Massnahmen fällt im laufenden Jahr eine Wertberichtigung des Goodwill um 470 Mio CHF an, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Die Schritte bei Manmade Fibers und Drive Systems werden zudem im Jahr 2015 zu einmaligen Kosten in der Höhe von 90 bis 100 Mio CHF und ab 2016 zu Bruttoeinsparungen von bis zu 100 Mio führen.

Operational-Excellence-Initiativen bei Manmade Fibers und Drive Systems
„Wir müssen diese Bereiche an die neuen Realitäten anpassen“, sagte CEO Brice Koch am Montag gegenüber AWP. „Im Bereich Manmade Fibers werden wir aufgrund des starken Marktrückgangs, insbesondere in China, die Struktur an die Marktverhältnisse anpassen.“ Eine Erholung des Markts wird vom Management nicht vor 2018 erwartet, wenn der Fünfjahresplan von China neue Investitionen in die Polymertechnologien unterstützen werde. Die fundamentalen Trends für Chemiefasern seien auf lange Sicht aber weiter attraktiv und werden durch eine nachhaltige strukturelle Nachfrage gestützt.

Hier soll die Kostenbasis bis Ende 2016 deutlich reduziert werden. Dabei werde es auch zu einer Reduktion der Mitarbeiterzahl kommen. Das soll über eine geringere Zahl an Temporärkräften, freiwilliges Ausscheiden und die normale Fluktuation erfolgen.

Auch bei Drive Systems sind entsprechende Massnahmen geplant. Zu der geplanten Reorganisation des Segments gehören die Anpassung der Organisationsgrösse, die Umverteilung der Vermögenswerte, die Optimierung der Logistikprozesse sowie fokussierte Investitionen in Produktionsprozesse. Zudem soll sich der Bereich auf die Hauptproduktelinien wie Getriebe, Gangschaltungen, Planetengetriebe und Kraftübertragungseinheiten (PTU) und Differenzialgetriebe sowie e-Getriebe/Hybride konzentrieren.

Stärkung von Surface Solutions
Surface Solutions soll sich den Plänen zufolge zum führenden Anbieter für Oberflächenlösungen und moderne Werkstoffe entwickeln und das Angebot ausbauen. Die „solide Bilanz“ soll für organische und anorganische Investitionen in neue Werkstoffe, Technologien, Services, Branchen und Märkte eingesetzt werden. Als vielversprechender Bereich wird etwa die metallbasierte additive Fertigung (Additive Manufacturing, AM) gesehen. Hier hat sich Oerlikon jüngst mit dem Kauf des US-Unternehmens Laser Cladding Services verstärkt.

Ausgenommen der einmaligen Kosten bleibt die Gesamtjahresprognose des Konzerns unverändert, so das Unternehmen weiter. Bei der Vorlage der Quartalszahlen war Oerlikon von einem Anstieg des Bestellungseingangs zu konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie einem Umsatz auf Vorjahresniveau ausgegangen.

Die Analysten sehen die Wertberichtigung und den pessimistischeren Ausblick in China als Belastung, auch wenn wenn es gut sei, dass proaktiv gehandelt werde. Die Oerlikon-Aktien verloren am Montag markant um 7,5% auf 9,90 CHF. (awp/mc/upd/ps)

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