Orell Füssli H1: Umsatz leicht rückläufig – EBIT legt zu

Martin Buyle
Martin Buyle, CEO Orell Füssli. (Foto: Orell Füssli)

Zürich – Die Orell Füssli Gruppe hat im ersten Semester 2016 einen Nettoerlös von CHF 139.5 Mio. und liegt knapp unter Vorjahresniveau (CHF 141.5 Mio.) erzielt. Das Halbjahresresultat auf Stufe Betriebsergebnis (EBIT) konnte gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert werden und beträgt CHF 7.9 Mio. (Vorjahresperiode CHF 7.5 Mio.), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Der Nettoerlös der Division Atlantic Zeiser liegt im ersten Halbjahr bei CHF 38.2 Mio. (Vor-jahresperiode CHF 27.1 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) beträgt CHF 1.8 Mio. und liegt  über dem Vorjahresniveau (CHF 1.1 Mio.). Im Betriebsergebnis ist ein Sondereffekt in Höhe von CHF -1.5 Mio. enthalten. Im Hinblick auf die erstmalige Konsolidierung der Verkaufsgesellschaft in China wurden Wertbereinigungen von vergangenen Aufbauaufwendungen vorgenommen. Ins-besondere in den Geschäftsfeldern Banknotenserialisierung und Kartenpersonalisierungssyste-me konnte der Nettoerlös gegenüber dem Vorjahr markant gesteigert werden. Das Geschäftsfeld Verpackung hat sich im ersten Halbjahr 2016 trotz einer Steigerung des Auftragsbestandes gegenüber dem Vorjahr unter den Erwartungen entwickelt. Es herrscht kundenseitig nach wie vor Zurückhaltung bei Investitionsentscheiden in Zusammenhang mit der im Februar 2016 in Kraft getretenen EU-Verordnung über die Erhöhung der Fälschungssicherheit und Serialisierung bei Medikamenten. Die Aktivitäten zur Stärkung der internationalen Verkaufsorganisation wurden planmässig fortgesetzt und weiteres Fachpersonal mit Erfahrung aus der Pharma-Zulieferindustrie rekrutiert. Im zweiten Halbjahr liegt der Fokus der Aktivitäten auf einer Steigerung der Nettoerlöse insbesondere im Geschäftsfeld Verpackung.

Im Sicherheitsdruck beträgt der Nettoerlös im ersten Halbjahr 2016 CHF 55.0 Mio. (Vorjahresperiode CHF 67.2 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt bei CHF 8.5 Mio. (Vorjahresperiode CHF 9.3 Mio.). Der Hauptgrund für den Rückgang im Nettoerlös im Vergleich zur Vorjahresperiode ist das Fehlen von Zusatzaufträgen, die im Verbund mit ausgewählten Partner-druckereien ausgeführt wurden und 2015 zu einem substantiellen Zusatzergebnis führten.  Durch eine deutliche Steigerung der Produktivität gegenüber der Vorjahresperiode verbesserte sich die EBIT-Marge von 13.8% auf 15.5%. Die Produktion von Banknoten verlief im ersten Halb-jahr 2016 gemäss Plan. Für zwei Hauptkunden ist die Herstellung weiterer Denominationen im Rahmen der Emission neuer Banknotenserien in vollem Gange. Die Anstrengungen zur Akquisition neuer Schlüsselkunden wurden im ersten Halbjahr 2016 intensiviert und entsprechendes Verkaufs- und Beratungspersonal aufgebaut. Seit der Emission der neuen Schweizer Bank-notenserie im April 2016 kann die Positionierung als Anbieter sicherer und qualitativ hochwertiger Banknoten noch konkreter unterstrichen werden. Die marktseitigen Aktivitäten werden im zweiten Halbjahr weiter ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2016 erfolgten ergänzende Umbauten und Er-weiterungen an den Prozessen und Anlagen. Damit wurden Voraussetzungen für eine weitere Steigerung der Qualität und Produktivität geschaffen.

Der Nettoerlös der Division Buchhandel hat sich im ersten Halbjahr 2016 leicht rückläufig  entwickelt und beträgt CHF 41.7 Mio. (Vorjahresperiode CHF 43.0 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich im ersten Halbjahr 2016 auf CHF -0.7 Mio. (Vorjahresperiode CHF -1.9 Mio.). Ein ausserordentlicher Ertrag in Höhe von CHF 1.1 Mio. resultierend aus Erträgen durch die Restrukturierung des Filialnetzes (CHF 1.7 Mio.) sowie Aufwänden für das Transformationsprogramm (CHF -0.6 Mio.) hat das Halbjahresergebnis insgesamt positiv beeinflusst. Der ge-samte Buchmarkt in der Schweiz schrumpfte im ersten Halbjahr 2016 kumuliert über alle Ver-kaufskanäle (stationärer Buchhandel, Online-Versand und E-Books) um ca. 4% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist unverändert die Abwanderung von Einkäufen in den Euro-Raum bedingt durch die Wechselkurssituation zwischen Franken und  Euro. Das Ende 2015 begonnene Transformationsprogramm wurde im ersten Halbjahr 2016 den Erwartungen entsprechend umgesetzt. Das Programm wird auch im zweiten Halbjahr konse-quent weitergeführt. Im Rahmen der Vereinheitlichung des Markenauftritts wurden im Mai 2016 die ehemaligen «Thalia»-Filialen in «Orell Füssli» umbenannt sowie www.orellfüssli.ch als  Online-Shop aufgeschaltet. Im Juni 2016 wurde der English Bookshop in den Kramhof an der Füsslistrasse in Zürich übersiedelt und erfolgreich integriert.

Der Nettoerlös der Orell Füssli Verlage lag im ersten Halbjahr 2016 um 11% über dem Vorjahr. Der Zuwachs ergibt sich aus dem guten Abschneiden des Programmbereichs «Kinderbuch», in dem sowohl die klassischen Reihen wie «Globi» und «Schellen-Ursli» als auch die neu entwickel-ten Programmteile zugelegt haben. Die übrigen drei Programmbereiche (Sachbuch, Juristische  Medien, Lernmedien) liegen in etwa auf Vorjahresniveau. Der Ausbau der Vertriebsaktivitäten  in Richtung Deutschland und Österreich ist insbesondere im Bereich Kinderbuch erfolgreich ver-laufen.

Aussichten 2016
Für die Orell Füssli Gruppe erwartet das Management gesamthaft ein leicht besseres Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. (Orell Füssli/mc/ps)

 

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