Orior büsst 2020 wegen Corona an Profitabilität ein

Daniel Lutz
Orior-CEO Daniel Lutz. (Foto: Orior)

Zürich – Der Lebensmittelhersteller Orior hat im vergangenen Jahr als Folge der Coronapandemie trotz deutlich gesteigertem Umsatz knapp ein Drittel an Gewinn eingebüsst. Gelitten hat unter den Einschränkungen der Pandemie besonders das margenstarke Geschäft mit Verkaufsstellen an Bahnhöfen oder Flughäfen und mit Gastrobetrieben.

Der Umsatz wuchs um 0,7 Prozent auf 600,3 Millionen Franken, wie die für Marken wie Rapelli oder Biotta bekannte Gesellschaft am Mittwoch mitteilte. Die Umsatzentwicklung setze sich zusammen aus einem negativen organischen Wachstum von -0,9 Prozent, einem Wechselkurseffekt von -0,9 Prozent und einem Akquisitionseffekt aus der Vollkonsolidierung von Casualfood seit September 2019 von 2,5 Prozent.

Auf Stufe EBITDA resultierte ein betrieblicher Gewinn von 52,8 Millionen Franken, was einem Rückgang um 13,5 Prozent entspricht. Die EBITDA-Marge schmolz in der Folge von 10,4 Prozent im Vorjahr auf 8,8 Prozent und lag innerhalb der Prognosen des Unternehmens. Diese habe insbesondere dank eines guten Dezembers erreicht werden können, heisst es in der Mitteilung.

Mit dem vorgelegten Zahlenkranz übertraf Orior die Erwartungen der Finanzgemeinde sowohl beim Umsatz als auch bei EBITDA und Reingewinn.

«Dieses Resultat ist gegenüber unseren ursprünglichen Erwartungen und Zielen für das Jahr 2020 natürlich ernüchternd», wird Orior-Chef Daniel Lutz in der Mitteilung zitiert. Im Gesamtkontext von Corona sowie im Wissen um die ausserordentlichen Einflussfaktoren, welche in diesem Geschäftsjahr eingewirkt hätten, sei er mit der Gesamtleistung trotzdem zufrieden.

Geschäft an Flughäfen und Bahnhöfen bremst
Gut gelaufen ist das Geschäft laut der Mitteilung vor allem im Heimmarkt Schweiz. Einerseits hätten die Grenzschliessungen – und damit die Erhöhung des inländischen Konsums -, aber auch eine generell gute Entwicklung der Schweizer Kompetenzzentren zu diesem Resultat beigetragen.

Das Segment Convenient, zu dem etwa die Marken Le Patron oder auch Biotta gehören, erreichte knapp das Umsatz-Vorjahresniveau. Während der Detailhandel stark von der Coronakrise profitierte, gab es im Bereich Food-Service starke Einbrüche. Das Segment Refinement mit den Marken Rapelli, Albert Spiess und Möfag hatte ein von hohen Fleischpreisen und grossen Produkt- und Kanalmixverschiebungen geprägtes, sehr gutes Geschäftsjahr.

Weniger rosig sah es im Segment International aus. Dort ist unter anderem die 2019 übernommene deutsche Casualfood vertreten, die etwa an Flughäfen und Bahnhöfen Imbisse und Restaurants betreibt. Dieses Geschäft war sehr stark von der Coronakrise betroffen und habe die Ergebnisse der Gruppe deshalb stark belastet.

Bei der belgischen Culinor, die den Detailhandel und Restaurants mit Fertiggerichten beliefert, war die Entwicklung ähnlich wie in der Schweiz: Gute Geschäfte im Detailhandel, während der Food-Service seine Leistung unter der geschlossenen Gastronomie litt.

Ausblick
Für das neu gestartete Jahr erwartet Orior ein organisches Umsatzwachstum von 0,8 bis 2,4 Prozent sowie eine deutliche Steigerung der operativen Rentabilität. Diese Erwartungen gründen auf der Annahme, dass die Gesamtsituation rund um Corona und die damit verbundenen Einflüsse noch weitere Monate anhalten und ab Sommer eine langsame Erholung eintreffen werde. Im zweiten Halbjahr dürfte auch Casualfood in Deutschland wieder zum Umsatzwachstum beitragen.

Die Dividende pro Aktie wird um einen Rappen auf 2,33 Franken erhöht. (awp/mc/pg)

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