Panalpina 2011: Zurück in der Gewinnzone

Monika Ribar

Monika Ribar, CEO Panalpina.

Basel – Dem Transport- und Logistikkonzern Panalpina ist im Geschäftsjahr 2011 bei einem rückläufigen Umsatz die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Nachdem das Unternehmen dem Marktwachstum lange hinterhergehinkt ist, soll dies im laufenden Jahr anders werden. Und die Aktionäre, die während zweier Jahre auf eine Dividende verzichten mussten, kommen wieder in den Genuss einer Ausschüttung.

Der Konzerngewinn belief sich auf 126,3 Mio CHF, nach einem Verlust von 27,4 Mio im Vorjahr. Dieser war allerdings in erster Linie wegen diverser Sondereffekte aus Rechtsstreitigkeiten entstanden. Der Nettoumsatz sank im Berichtsjahr um 9,3% auf 6,50 Mrd CHF, währungsbereinigt wären die fakturierten Umsätze um 2% gewachsen. Die Zahlen widerspiegeln einer Mitteilung vom Mittwoch zufolge auch die niedrigen Frachtraten, die im Markt herrschten.

«Sehr gute Fortschritte»
«Wir haben 2011 sehr gute Fortschritte gemacht», lässt sich Konzernchefin Monika Ribar zitieren. Auch operativ hat sich Panalpina verbessert: Der Bruttogewinn blieb trotz weniger Umsatz mit 1,48 Mrd (-0,2%) praktisch stabil, währungsbereinigt wäre er um 12% gewachsen.

Alle Regionen und Produktdivisionen sind den Angaben zufolge beim Bruttogewinn zweistellig gewachsen, wobei das Gewinnwachstum bei den Kundengruppen Automobilindustrie, Healthcare, Hi-tech, Telekom und Mode überdurchschnittlich ausgefallen sei.

Erste Ausschüttung nach zwei Jahren Abstinenz
Der EBITDA wurde im Berichtsjahr mit 212,1 Mio mehr als verdreifacht, die Marge nahm auf 14,4% von 14,1% zu. Dieser Wert soll bis zum Jahr 2014 auf 20% steigen. Der EBIT erreichte 174 Mio, nach 15,4 Mio im Vorjahr. Mit den gezeigten Zahlen hat Panalpina die Markerwartungen knapp verfehlt.

Nachdem das Unternehmen in den letzten zwei Jahren keine Dividende bezahlt hat, wird nun der Generalversammlung wieder eine Ausschüttung von 2,00 CHF pro Aktie vorgeschlagen. Darüber hinaus soll eine Nennwertreduktion von 1,90 CHF je Aktie zur Auszahlung kommen.

Nicht alle Ziele auf der Volumenseite erreicht
In der Seefracht erreichten die von Panalpina beförderten Volumen 2011 einen neuen Höchststand. Das Wachstum habe mit 6% dem des Marktes entsprochen, heisst es. Der Bruttogewinn pro TEU Seefracht ging hingegen um 8% zurück. In der Luftfracht transportierte Panalpina 5% weniger als 2010. Margenverbesserungen führten aber zu einer Zunahme des Bruttogewinns pro Tonne Luftfracht um 9%.

«Auf der Volumenseite haben wir nicht alle unsere Ziele erreicht», sagte Konzernchefin Monika Ribar im Gespräch mit AWP. So habe beispielsweise in der Luftfracht der Rückstand zum Marktwachstum im letzten Jahresviertel nicht weiter verringert werden können. «Wir rechnen aber ab dem zweiten Quartal 2012 wieder mit Marktanteilsgewinnen», versprach sie.

Schwieriger Start ins Jahr
Der Jahresstart 2012 sei «ganz, ganz schwierig» ausgefallen, sagte Ribar vor allem mit Blick auf die stark rückläufige Luftfracht. Dieser dürfte in der ersten Jahreshälfte weiter schrumpfen, was in einem stagnierenden Mark für das ganze Jahr resultieren werde. In der Seefracht geht Panalpina von einem Marktwachstum von 4 bis 5% aus. Das Ziel der Gruppe sei es, schneller als der Markt zu wachsen.

In der Seefracht ist es Ribar zufolge zu einer lange erwarteten Erhöhung der Frachtraten durch die Reedereien gekommen. Nach einer ersten Preisrunde Anfang März ist eine weitere für den April angekündigt. Die Ratenerhöhungen sind gemäss Ribar nicht nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern nachhaltig. «Die Raten waren für die Carrier nicht mehr tragbar – da musste etwas geschehen», stellte sie fest.

«Wir haben diese Erhöhungen schon lange antizipiert und werden sie unseren Kunden weiterreichen», so Ribar. Dies sei aber nur mit einer Verzögerung von einem bis drei Monaten möglich, so dass es zwischenzeitlich zu einer Verengung der Marge kommen werde.  (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.