Pferde ackern für den Klimaschutz

David Michel

David Michel beim Pflügen. (Foto: Klimastiftung Schweiz)

Krauchthal  – David Michel bewirtschaftet seinen Bauernhof vorwiegend mit Pferden. Was nostalgisch aussieht, ist aber keineswegs von gestern: Der Biobauer entwickelt moderne Geräte für seine Pferde und wird dabei von der Klimastiftung Schweiz finanziell unterstützt. Bereits zwei weitere Bauern setzen auf ihren Betrieben diese Entwicklungen ein. Am 31. Mai zeigt der junge Landwirt seine Innovationen bei einer Veranstaltung im Berner Jura.

2’000 Liter Diesel spart der Biobauer David Michel jedes Jahr. Und dies, weil er in der täglichen Arbeit statt gängigen Landwirtschaftsmaschinen seine vier Pferde Jurek, Princesse, Eugen und Leo einsetzt. Vorteile bringe dies viele, schwärmt der 27-Jährige: «Der Boden wird massiv weniger belastet, Tiere und Pflanzen in der Umgebung profitieren und wir Menschen haben weniger Lärm und Abgase.» Damit die Bewirtschaftung des Hofs mit Pferden erledigt werden kann, muss David Michel diverse Maschinen zuerst selbst entwickeln. Denn nicht für alle Arbeiten sind moderne Geräte auf dem Markt erhältlich. Zusammen mit dem Maschinenbauer Christoph Schmitz und dem gelernten Schmied Fritz Hadorn entwickelt David Michel zeitgemässe Geräte, die für Mensch und Tier Komfort und Sicherheit bieten. Finanzielle Unterstützung erhält er dabei von der Klimastiftung Schweiz. Gemäss dem Motto «Klima schützen. KMU stärken.» unterstützt die Stiftung kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein, die mit gezielten Massnahmen zur Verminderung des Stromverbrauchs und CO2-Ausstosses und somit zum Klimaschutz beitragen.

Gipfeltreffen der Mähmaschinen
Einige ihrer Entwicklungen zeigen David Michel und seine Kollegen am 31. Mai auf dem Mont Crosin, einem Pass zwischen Biel und La Chaux-de-Fonds auf dem Hof «Sur la Côte». Die Veranstaltung wird von einer Projektgruppe von vier Pferdefachleuten durchgeführt, darunter auch Christoph Schmitz und David Michel. Im Fokus stehen Pferde-Mähwerke von verschiedenen Herstellern. Sie werden vorgezeigt und miteinander verglichen. «Das Mähen ist eine der wichtigsten Arbeiten auf Bauernbetrieben mit Futterbau», erklärt David Michel. Die Zugmaschinen für Pferde haben sich in diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt. «Früher waren sie für ihre Leistung viel zu schwer und hatten oft Störungen. Mit dem heutigen Stand der Technik ist es nun möglich, solche Geräte leichtzügiger und komfortabler für Mensch und Tier zu gestalten.» Neben Mähmaschinen werden auch Geräte für andere Arbeitsschritte wie das Zetten (Verteilen von gemähtem Gras), Schwaden (Zusammenfügen des Heus in Reihen) und Rundballen Pressen vorgeführt.

Ausweitung auf weitere Höfe
Das Ziel von David Michel ist, dass seine modernen Geräte auch auf weiteren Bauernhöfen eingesetzt werden. Bereits haben sich zwei weitere Bauern im Raum Bern und Graubünden für die Umstellung auf den Pferdezug entschieden. Dies freut auch die Klimastiftung Schweiz, die das Projekt mitfinanziert. «Insbesondere für kleinere Bauernbetriebe kann der Ersatz von Landwirtschaftsmaschinen wie Traktoren durch zeitgemässe Pferdezugtechnik eine gute Alternative sein», erklärt Vincent Eckert, Geschäftsführer der Stiftung. «Dadurch kann in der Schweiz und in Liechtenstein zudem eine bedeutende Menge an fossilen Brennstoffen eingespart werden.»

Die Klimastiftung Schweiz versteht sich als Stiftung von der Wirtschaft für die Wirtschaft. Hinter ihr stehen 24 renommierte Dienstleistungsunternehmen wie Banken, Versicherungen und Beratungsfirmen aus der Schweiz und aus Liechtenstein. Diese Partnerfirmen benötigen für ihre Bürogebäude nur wenig Brennstoffe und stossen somit auch wenig CO2 aus. Mit der Rückvergütung aus der CO2-Lenkungsabgabe, die sich über die Lohnsumme der Angestellten berechnet, erhalten sie deshalb mehr Geld zurück, als sie einbezahlt haben. Diese Netto-Rückvergütung spenden die Partnerfirmen freiwillig der gemeinsamen Stiftung. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 2008 rund 550 KMU in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 10 Millionen Franken unterstützt. (Klimastiftung Schweiz/mc/ps)

Informationen zur Veranstaltung:
Datum: Samstag, 31. Mai 2014
Uhrzeit: Besucher werden ab 10.00 Uhr erwartet, die Vorführung beginnt um 10.30 Uhr
Ort: Mont Crosin (Pass zwischen Biel und La Chaux-de-Fonds im Berner Jura), auf dem Hof «Sur la Côte»
Anmeldung bei: David Michel, Email: [email protected]

Über die Klimastiftung Schweiz
Klima schützen. KMU stärken. Nach diesem Motto unterstützt die Klimastiftung Schweiz Projekte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung 2008 rund 550 KMU in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit 10 Millionen Franken unterstützt.
Die Klimastiftung Schweiz wurde als gemeinnützige, unabhängige Stiftung gegründet. Sie ist unter Bundesaufsicht und steht interessierten Firmen offen, die durch einen effizienten und gezielten Einsatz der Rückverteilung aus der CO2-Lenkungsabgabe den Klimaschutz verstärken wollen.
Seit Januar 2008 verlangt das CO2-Gesetz eine Abgabe auf Brennstoffen. Ein Teil der Abgaben fliesst zurück an die Wirtschaft. Vor allem grosse Dienstleistungsunternehmen erhalten mehr zurück, als sie bezahlt haben. Diese «Netto-Rückvergütung» setzen die Partnerfirmen der Klimastiftung Schweiz für Klimaschutzmassnahmen von Schweizer und Liechtensteiner KMU ein.

Die Partner der Klimastiftung Schweiz
Die Schweizer und Liechtensteiner Dienstleister Allianz Suisse, Alternative Bank Schweiz, AXA Winterthur, Bank J. Safra Sarasin, Bank Vontobel, Gebäudeversicherung Bern, Gebäudeversicherung Kanton Zürich, Glarner Kantonalbank, LGT, Liechtensteinische Landesbank, Man Investments, PartnerRe, Pictet & Cie, PwC, Raiffeisen Schweiz, Sanitas Krankenversicherung, SAP (Schweiz) AG, SCOR Services Switzerland AG, Swisscanto Asset Management AG, Swiss Life, Swiss Re, Vaudoise Assurances, VP Bank und XL Group sind Partner der Klimastiftung Schweiz.

Weitere Informationen: www.klimastiftung.ch

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