Roche steigert Jahresgewinn auf 9,7 Mrd Franken

Severin Schwan
Roche-CEO Severin Schwan. (Foto: Roche)

Basel – Roche hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 die eigenen Ziele erreicht, die Erwartungen der Analysten gleichzeitig aber nicht ganz erfüllt. Die Aktionäre kommen in den Genuss einer erneut höheren Dividende. Mit Blick nach vorne bleibt Roche wie gewohnt relativ zurückhaltend, bezüglich erwarteter Gewinnentwicklung gar noch etwas vorsichtiger als im abgelaufenen Jahr.

Der Konzernumsatz der Roche-Gruppe stieg 2016 um 5% auf 50,58 Mrd CHF. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug das Wachstum 4%. Der operative Kerngewinn nahm ebenfalls um 5% auf 18,42 Mrd CHF zu, zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Plus von 4%. Beim Konzerngewinn nach IFRS weist Roche 9,73 Mrd aus – ein Zuwachs um 7%, wie der Konzern am Mittwoch schreibt.

Konzernumsatz und operativer Kerngewinn liegen damit leicht unter den Analysten-Erwartungen, welche einen Gruppen-Umsatz von 50,81 Mrd CHF und einen operativen Kerngewinn von 18,54 Mrd prognostiziert hatten.

30. Dividendenerhöhung in Folge
Die Aktionäre sollen zum 30. Mal in Folge eine höhere Dividende erhalten. Vorgeschlagen sind 8,20 CHF nach 8,10 CHF für 2015.

Roche-CEO Severin Schwan zeigt sich mit der Leistung zufrieden: «Wir haben alle unsere finanziellen Ziele erreicht und wichtige Fortschritte in unserer Produkte-Pipeline erzielt.» Auch im laufenden Jahr 2017 erwarte Roche wieder wichtige Studienresultate und Zulassungen für Medikamente. «Dies zeigt, dass unsere Pipeline stark und innovativ ist», wird Schwan weiter zitiert.

Krebsmedikamente treiben Pharma-Sparte
Die für Roche zentrale Pharma-Sparte steigerte ihre Verkäufe im abgelaufenen Jahr um 5% auf 39,10 Mrd CHF (+3% zu kWk) und lag damit im Rahmen des AWP-Konsens. Getrieben wurde das Wachstum durch die Krebsmedikamente Perjeta und Herceptin sowie durch Actemra/RoActemra. Die tieferen Umsätze bei Pegasys, Tarceva und Lucentis hätten sich dagegen negativ auf das Wachstum ausgewirkt.

In den USA legten die Pharma-Verkäufe um 6% auf 18,59 Mrd CHF zu. Wachstumstreiber waren gemäss Roche die Medikamente Xolair und Esbriet, die gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Die kürzlich eingeführten Medikamente Tecentriq und Alecensa hätten ebenfalls zum Wachstum beigetragen. Rückläufig entwickelten sich dagegen die Verkäufe des Augenheilmittels Lucentis sowie der Krebsmedikamente Avastin und Tarceva. Der Grund dafür sind zusätzlich verfügbare Behandlungsoptionen in den entsprechenden Krankheitsgebieten.

In Europa verbesserte sich der Umsatz vor allem dank Perjeta, Actemra/RoActemra und MabThera/Rituxan um 5% auf 9,16 Mrd CHF. In Japan resultierte ein Plus von 15%, die Region «International» verzeichnete dagegen in Schweizer Franken 2% tiefere Verkäufe.

Die Diagnostika-Sparte konnte ihren Umsatz um 6% auf 11,47 Mrd CHF (+7% zu kWk) steigern und sei damit stärker als der Markt gewachsen, schreibt Roche. Der gewichtigste Bereich «Centralised and Point of Care Solutions» steigerte die Verkäufe um 8%.

Gewinnausblick etwas vorsichtiger formuliert
Beim Blick nach vorne auf 2017 zeigt sich Roche bezüglich Gewinnentwicklung etwas vorsichtiger als für das abgelaufene Jahr. Während der Umsatz zu konstanten Wechselkursen wiederum im tiefen bis mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen soll, wird für das Wachstum des Kerngewinns je Titel dagegen nur noch ein Wert angestrebt, der weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Für 2016 wurde noch ein über der Umsatzzunahme liegendes Wachstum des Kerngewinns je Aktie angepeilt. Die Dividende in Schweizer Franken soll weiter erhöht werden.

An der Börse kam Roche mit allem zusammen am Ende gut an. Nach einem verhaltenen Start haben die Papiere im weiteren Verlauf angezogen und gewannen am Ende 1,9% auf 237,50 CHF. Der SMI legte um 0,5% zu. (awp/mc/pg)

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