Philipp Hildebrand zieht Kandidatur für OECD-Führung zurück

Philipp Hildebrand
Philipp Hildebrand. (Screenshot)

Bern – Philipp Hildebrand hat seine Kandidatur um das Amt als künftiger OECD-Generalsekretär zurückgezogen. Das gab er am Donnerstag auf Twitter bekannt. Als Grund nannte er die fehlende breite Unterstützung der OECD-Mitglieder.

Hildebrand gehörte zu den vier Finalisten im Rennen um das Amt als künftiger Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Ursprünglich waren es zehn Kandidaten.

«Heute habe ich den Dekan des OECD-Rates darüber informiert, dass ich meine Kandidatur für das Amt des nächsten Generalsekretärs der OECD zurückziehen möchte», erklärte der frühere Präsident der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag auf Twitter. «Ich möchte dem Schweizer Bundesrat für seine Unterstützung danken und allen Ländern, die mich unterstützt haben.»

In diesen kritischen Zeiten für die Weltwirtschaft sei es essenziell, dass der neue Chef der OECD die breite Unterstützung aller OECD-Mitgliedsländer geniesse. Er bedauere, dass es ihm nicht gelungen sei, den nötigen Support zu erlangen, den der künftige Generalsekretär brauchen werde, um ein starker und wirkungsvoller Leader zu sein.

Rund 150 bilaterale Gespräche geführt
Seit dem Start seiner Kampagne am 1. November hatte Hildebrand laut einer Mitteilung des Eidg. Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vom 10. Februar mit 24 Ministern und 27 Vizeministern oder Staatssekretären von OECD-Ländern insgesamt rund 150 bilaterale Gespräche geführt.

Hildebrands Programm bei der Kandidatur um das OECD-Amt beruhte auf drei Säulen: Übergang zu einer Wirtschaft ohne Kohlenstoffemissionen bis 2050, Bekämpfung der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit.

Nach dem Ausscheiden des ehemaligen Nationalbankpräsidenten verbleiben im Rennen die frühere schwedische EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, der australische Finanzminister Matthias Cormann und die Griechin Anna Diamantopoulou.

Die Resultate der nächsten Selektionsrunde werden Anfang März bekannt gegeben. Der Ernennungsprozess wird im März abgeschlossen sein, Amtsantritt ist der 1. Juni 2021. (awp/mc/pg)

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