Phoenix Mecano erleidet Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

Phoenix Mecano erleidet Gewinneinbruch im ersten Halbjahr
Rochus Kobler, CEO Phoenix Mecano. (Foto: Phoenix Mecano)

Kloten / Stein am Rhein – Der Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano (PM) hat im ersten Halbjahr 2019 unter der Konjunkturabkühlung gelitten. Der Umsatz ging leicht, der Gewinn sehr deutlich zurück. Das Unternehmen hat bereits mit einem Massnahmenpaket auf den Rückgang reagiert.

Der Brutto-Umsatz sank um 3,7 Prozent auf 326,8 Millionen, der Auftragseingang um 6,8 Prozent auf 326,3 Millionen Euro. Auf Stufe EBIT beträgt der Rückgang 46 Prozent auf 16,6 Millionen mit einem entsprechenden Margenrückgang auf 5,1 von zuvor 9,0 Prozent. Unter dem Strich ist der Rückgang mit 44 Prozent auf 11,6 Millionen ähnlich gross. PM blieb damit vor allem beim EBIT deutlich hinter den Analysten-Schätzungen gemäss AWP-Konsens (22,6 Mio).

Die global nachlassende Konjunkturdynamik und ausgeprägte Lagerzyklen hätten zu einer schwächeren Nachfrage für Industriekomponenten geführt, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Und die handelspolitischen Unsicherheiten zwischen den USA und China hätten die Entwicklung im asiatischen und amerikanischen Möbelmarkt gebremst.

Phoenix Mecano hat bereits auf diese Marktentwicklungen reagiert: Der Verwaltungsrat hat diese Woche ein «Massnahmenpaket zur gezielten Anpassung der Strukturen» verabschiedet. Die Schwerpunkte liegen den Angaben zufolge in den Sparten Mechanische Komponenten und ELCOM/EMS. Sie umfassen Kapazitätsanpassungen, Produktportfoliobereinigungen, Standortoptimierungen sowie Reaktionen auf den Handelskonflikt.

Hohe Einmalaufwendungen
Die Gruppe rechnet dafür mit Einmalaufwendungen in der Grössenordnung von 14 Mio. bis 16 Mio. Euro, wovon knapp die Hälfte cashwirksam seien. Sofortmassnahmen seien bereits im zweiten Quartal eingeleitet worden und hätten zu Einmalaufwendungen im Halbjahresabschluss in Höhe von 1,4 Mio. Euro geführt. Das Management erwartet in den Folgejahren nachhaltige Kostenentlastungen aus diesem Massnahmenpaket in der Höhe von rund 10 Mio. pro Jahr ab 2021.

In Bezug auf Sparten war der Umsatzrückgang am grössten bei ELCOM/EMS mit -8,3 Prozent. Der grösste Geschäftsbereich darin, Elektrotechnische Komponenten, verzeichnete gar einen zweistelligen Umsatzrückgang und muss einen Verlust ausweisen. Auch der Geschäftsbereich Power Quality habe das Spartenergebnis belastet, heisst es.

In der Gehäusetechnik, der grössten der drei PM-Sparten, reduzierte sich der Umsatz dagegen lediglich um 0,5 Prozent. Trotz zunehmend anspruchsvollerer Rahmenbedingungen konnten laut Mitteilung im Kernmarkt Deutschland die Umsätze gehalten werden. Auch im vom Öl- und Gas-Projektgeschäft geprägten Markt Südostasien seien die Umsätze stabil geblieben. Amerika verzeichnete derweil einen Umsatzrückgang von 5,4 Prozent.

In der Sparte Mechanische Komponenten sank der Bruttoumsatz um 3,5 Prozent, organisch waren es gar 9,7 Prozent. Aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche im europäischen Möbelmarkt seien hier Personalanpassungen initiiert worden.

Herausforderungen bleiben
Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2019 geht PM von einer weiterhin herausfordernden Wirtschaftslage aus, wobei man sich die «solide Bilanzstruktur» abstützen könne. Die aktuelle Lücke beim Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr dürfte sich dabei prozentual reduzieren, heisst es.

Die beschlossenen Massnahmen würden das Jahresergebnis 2019 aber zusätzlich belasten. Auch unter Ausklammerung dieser Einmaleffekte erwartet das Management für das Gesamtjahr 2019 ein Betriebsergebnis unterhalb des Vorjahreswertes, im Bereich von 33 Millionen bis 40 Millionen Euro. (awp/mc/ps)

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