Phoenix Mecano erleidet Gewinnrückgang im Halbjahr

Benedikt Goldkamp
Benedikt Goldkamp, VR-Präsident Phoenix Mecano (Foto: Phoenix Mecano)

Benedikt Goldkamp, CEO Phoenix Mecano (Foto: Phoenix Mecano)

Stein am Rhein – Der Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano hat im ersten Halbjahr 2014 bei konstantem Umsatz einen Gewinnrückgang erlitten, wobei vor allem Sonderfaktoren das Resultat beeinträchtigten. Während die Gehäusetechnik zulegte, belastete eine tiefe Nachfrage im nordamerikanischen Markt den Bereich Mechanische Komponenten. Bei ELCOM/EMS treibt die Gruppe die Neuausrichtung voran und hält weitere Akquisitionen für möglich.

Auf Gruppenstufe erzielte Phoenix Mecano im ersten Halbjahr einen auf Höhe des Vorjahrs liegenden Bruttoumsatz von 256,1 Mio EUR. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis resultierte ein Rückgang um 0,8%; negative Währungseffekte belasteten den Umsatz mit einem Minus von 1,6%. Der Auftragseingang sank um 3% auf 254,9 Mio und die Book-To-Bill Ratio wird mit 99,5% ausgewiesen. Dies deute auf eine Fortsetzung der Seitwärtstendenz in den kommenden Monaten hin, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Sonderfaktoren belasten Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis ging um 11% auf 17,4 Mio EUR zurück, die entsprechende Marge sank auf 6,8% von 7,6%. Der Rückgang liege in erster Linie an einer Reihe von Sonderfaktoren mit einmaligem Charakter. Der Reingewinn belief sich auf 11,4 Mio und liegt damit über 17% unter der Vorjahresgrösse. Der Rückgang sei wegen einer höheren Steuerquote stärker ausgefallen als beim Betriebsergebnis.

Mit dem vorgelegten Zahlenset liegt Phoenix Mecano bei Umsatz und EBIT unter dem AWP-Konsens. Analysten prognostizierten einen Bruttoumsatz von 259,9 Mio EUR und einen EBIT von 19,8 Mio. Für den Reingewinn lagen nur zwei Schätzungen von 11,8 und 12,0 Mio vor.

Gehäusetechnik legt in Nordamerika und Asien zu
In der Sparte Gehäusetechnik hat Phoenix Mecano den Umsatz um 3,9% auf 85,2 Mio EUR gesteigert und damit nach eigenen Angaben den Negativtrend der letzten beiden Jahre beendet. Die EBIT-Marge wird mit 15,3% nach 13,5% im Vorjahr ausgewiesen. Geographisch hätten vor allem die Märkte in Nordamerika und Asien überzeugt.

In der Division Mechanische Komponenten resultierte dagegen ein Minus von 1% auf 118,9 Mio. Die zum Bereich gehörige Dewertokin habe sich im zweiten Quartal mit einer reduzierten Nachfrage in den Endmärkten, hauptsächlich Nordamerika, konfrontiert gesehen. Kosten aus Patentstreitigkeiten und Abwertungen auf Vorratsbeständen wegen kundenseitig verursachten Projektverzögerungen hätten zudem einen Rückgang der Betriebsmarge auf 7,1% von 8,1% verursacht.

Weitere Akquisitonen bei ELCOM/EMS möglich
Die Neuausrichtung der Sparte ELCOM/EMS werde weiterhin «mit Hochdruck» vorangetrieben. Der Umsatz ging um 4,1% zurück und es resultierte ein EBIT-Verlust von 2,1 Mio EUR nach einem Gewinn von 0,8 Mio im Vorjahr. Elektromechanische Bauteile und Electronic Packaging hätten sich stabil entwickelt, bei Power Quality seien indes erhöhte Aufwendungen für Vertrieb und Produktportfolio angefallen. Für den geplanten weiteren Ausbau seien auch Akquisitionen möglich, heisst es weiter.

Jahresergebnis wegen Sondereffekten unter Vorjahr erwartet
Im wichtigen Markt Deutschland seien vermehrt Zweifel an positiven Konjunkturprognosen aufgekommen, schreibt Phoenix Mecano zum Ausblick. Auch der US-amerikanische Markt für elektrisch verstellbare Komfortmöbel zeige nach mehreren Boomjahren Schwächen, deren Dauer und Umfang schwierig zu prognostizieren seien.

Herausforderungen bringe zudem die Neuausrichtung der Sparte ELCOM/EMS in Verbindung mit den getätigten Ergänzungsakquisitionen. Konzernleitung und Verwaltungsrat seien jedoch von der mittel- und langfristigen Strategie und der Attraktivität der Zielmärkte dieser Sparte überzeugt.

Für das Gesamtjahr erachtet die Gruppe daher einen Umsatz und ein Betriebsergebnis im Bereich des Vorjahres für realistisch. Die erwähnten Investitionen in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags dürften voraussichtlich zu einem unbereinigten Ergebnis unter Vorjahr führen, würden aber im Sinne der langfristigen Dividendenpolitik nicht zur Bemessung der Ausschüttungshöhe berücksichtigt. (awp/mc/pg)

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