Polypeptide erhält Übernahmeangebot von Samsung Biologics

Polypeptide erhält Übernahmeangebot von Samsung Biologics
Niederlassung von Polypeptide im kalifornischen San Diego. (Foto: Polypeptide)

Zug – Polypeptide soll von Samsung Biologics übernommen werden. Der südkoreanische Auftragsfertiger bietet für die Peptidherstellerin insgesamt rund 1,5 Milliarden Franken. In der Folge ist ein Delisting geplant.

Konkret bietet Samsung Biologics 44,31 Franken je Aktie in bar, wie Polypeptide am Montag mitteilte. Der Verwaltungsrat empfiehlt die Annahme des Angebots, und auch Grossaktionär Draupnir Holding (55,7 Prozent) unter dem schwedischen Unternehmer Frederik Paulsen will seine Aktien andienen.

Das Angebot entspricht einer Prämie von 40 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs vom 10. April und steht unter anderem unter der Bedingung einer Annahmequote von 66 Prozent sowie behördlichen Genehmigungen. Die Angebotsunterlage soll bis spätestens 31. August veröffentlicht werden, der Abschluss ist gegen Ende 2026 geplant.

Das Übernahmeangebot kommt nicht überraschend. Die Aktien von Polypeptide hatten nach Medienberichten über ein mögliches Interesse von Private-Equity-Gesellschaften in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt.

Chance für Erreichung der Strategie
Polypeptide-Verwaltungsratspräsident Peter Wilden spricht in der Mitteilung von einer «transformativen Chance, unsere strategischen Ziele in einem Umfang zu erreichen, der für uns allein nicht möglich gewesen wäre». Ausserdem könne Polypeptide von einer passenden Kundenbasis profitieren, heisst es.

Laut John Rim, Präsident und CEO von Samsung Biologics, stärkt die Übernahme die langfristige Wachstumsstrategie, «indem sie nicht nur unser Dienstleistungsportfolio durch die Erweiterung der Modalitäten auf Peptide, einschliesslich GLP-1, erweitert, sondern auch unsere geografische Reichweite und Präsenz in den USA, Europa und Indien weiter ausbaut».

Anleger positiv gestimmt
Die Anleger reagierten am Montag positiv auf die Übernahmeofferte. Die Titel gewannen knapp 5 Prozent dazu und schlossen den Handel bei 43,75 Franken und damit leicht unter den 44,31 Franken ab, die Samsung je Titel bot. Unter Analysten wurde der Kaufpreis als fair bewertet.

Seit Jahresbeginn haben die Polypeptide-Titel bereits mehr als 60 Prozent hinzugewonnen. Generell erlebte die Aktie seit dem Börsengang im April 2021 eine Achterbahnfahrt: Sie startete bei 64 Franken das Stück ins Börsenabenteuer. Kurz darauf kletterten sie bis auf knapp 140 Franken, fielen über die nächsten Jahre allerdings bis auf unter 15 Franken zurück.

Unter Samsung Biologics sollen die Aktien von der Börse genommen werden, teilte Polypeptide auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit. So solle Polypeptide eine «hundertprozentige Tochtergesellschaft von Samsung Biologics» werden.

Samsung Biologics will investieren
Die mögliche neue Eigentümerin kündigte an, in «Mitarbeitende und Infrastruktur zu investieren», ohne jedoch Details zu nennen. Das Schweizer Unternehmen verfügt neben dem Hauptsitz in Baar über sechs Produktionsstandorte in Europa, den USA und Indien.

Polypeptide stellt Wirkstoffe auf Peptidbasis her. Der Fokus liegt insbesondere auf Anwendungen im Stoffwechselbereich, zum Beispiel bei Adipositas und Diabetes. Das Unternehmen beschäftigt rund 1500 Mitarbeitende.

Samsung Biologics ist ein Pharmaauftragsentwickler und -hersteller mit Produktions- und Vertriebsnetz in Korea, den USA und Japan. Zum Konzern gehören laut der Website über 5800 Mitarbeitende. (awp/mc/ps)

Samsung Biologics

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